Formula Student Germany

„Theorie wird in einem ambitionierten Umfeld in die Praxis übertragen“

Am Wochenende ist die mittlerweile 10. Auflage der Formula Student Germany (FSG) zu Ende gegangenen. Bei dem internationalen Konstruktionswettbewerb entwickeln und bauen Studierende einen eigen einsitzigen Rennwagen, der sich in verschiedenen Disziplinen beweisen muss. Beim Pressegespräch zum Jubiläumsevent sprach Prof. Dr. Peter Gutzmer, Vorstand Technologie Schaeffler AG, über die guten Karrierechancen, die Studierende haben, wenn sie hier erste praktische Erfahrungen sammeln. Wir haben bei ihm noch mal genauer nachgefragt.

Hallo Herr Prof. Dr. Gutzmer, im Pressegespräch haben Sie erwähnt, dass Schaeffler in den vergangenen neun Jahren 50 Personen mit FSG-Erfahrung für den Geschäftsbereich Elektromobilität eingestellt hat. Welche Vorteile haben FSG-Teilnehmer beim Berufseinstieg?

Bild: Schaeffler AGProf. Dr. Peter Gutzmer, Vorstand Technologie Schaeffler AG (Bild: Schaeffler AG)

Prof. Dr. Peter Gutzmer, Vorstand Technologie Schaeffler AG
(Bild: Schaeffler AG)

Die Formula Student-Wettbewerbe sind eine ausgezeichnete Plattform für junge, engagierte, angehende Techniker, das erlernte Fachwissen in einem sowohl rational als auch emotional interessanten Umfeld anzuwenden. Die Mobilität der Zukunft wird vom verbrennungsmotorischen Antriebsstrang genauso geprägt wie von der rasch wachsenden Elektromobilität. Beide Lösungswege werden in der FSG nahezu ideal verkörpert. Hier wird Theorie in einem ambitionierten Umfeld in die Praxis übertragen. Gleichzeitig bietet die Formula Student eine optimale Möglichkeit, eigene Ideen zu testen, Neues zu versuchen und sich so auf innovative Weise und im Team mit technologischen Lösungen ganzheitlich vertraut zu machen. Damit ist die Formula Student hervorragend, um das erworbene Ingenieurwissen in einer Wettbewerbssituation zu erproben.
Diese frühe, umfassende Praxiserfahrung kombiniert mit dem gewonnenen technischen Know-how und der beachtlichen Kreativität der Formula Student-Bewerber erleichtert den Einstieg in unser Unternehmen erheblich. Insbesondere beim Aufbau unseres Bereiches der E-Mobilität konnten wir auf sehr gute Formula Student-Erfahrungen zurückgreifen.

Noch etwas konkreter nachgefasst: Welche Kompetenzen erlangen Berufseinsteiger aus Ihrer Sicht bei der FSG, die andere Bewerber nicht mitbringen?
Neben der bereits erwähnten Praxiserfahrung, auf die Schaeffler bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern großen Wert legt, bietet das Engagement in einem Formula Student-Team die Möglichkeit, methodische Kompetenzen zu entwickeln. Die Teams müssen sich strukturiert organisieren, Business- und Zeitpläne erstellen, Kosten kalkulieren, Verkaufsargumente formulieren. In anderen Worten: Die Studierenden üben sich über ihr fachliches Wissen hinaus im Projektmanagement. Zusätzlich schulen sie ihre Sozialkompetenzen – Stichwort Teamwork und Kommunikation. Nur wenn die Zusammenarbeit reibungslos klappt, steht am Ende ein funktionierendes Produkt da. Diesen breiten Erfahrungshorizont bringen andere Bewerber selten mit.

Bei der FSG sammeln die Studierenden fleißig Erfahrung im Konstruieren von Rennboliden. Zusätzlich lernen sie, ein Jahr lang auf ein einziges Ziel hinzuarbeiten: Der Wagen muss am Tag X perfekt performen. Wie kann Schaeffler diese Fertigkeit der jungen Ingenieure für sich nutzen?
Die Wettbewerbssituation der Formula Student-Teilnehmer ist in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit dem Arbeitsalltag in einem Industrieunternehmen wie Schaeffler. Auch bei uns passiert im Tagesgeschäft viel auf Projektebene: Die Ingenieure arbeiten in Teams, dürfen auch unter Druck den Überblick nicht verlieren und müssen termingerecht fertig werden. Viele Situationen, die den Neueinsteigern im Beruf begegnen könnten, kennen Ehemalige von den Formula Student-Events also schon aus dem Wettbewerb. Mit ihren großen Vorkenntnissen aus der Studienzeit bringen sie deshalb ideale Voraussetzungen mit, um bei Schaeffler auch sehr schnell in verantwortungsvolle Positionen zu gelangen. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen neue Mitarbeiter schnell in unsere Welt integrieren und so zukunftsorientierte, anspruchsvolle und motivierende Arbeitsplätze bieten.

Elektromobilität ist im Kommen. Wie begehrt sind dagegen Bewerber, die an einem Auto mit Verbrennungsmotor gearbeitet haben und in welchen Projekten von Schaeffler könnten sie eingesetzt werden?
Die Chancen bei Schaeffler in diesem Bereich stehen keineswegs schlechter. Der automobile Antriebsstrang der Zukunft wird ganz wesentlich vom Verbrennungsmotor und seinem Getriebe geprägt werden. Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung über Hybridlösungen und den rein elektrischen Antrieb voran. Für die Mobilität von morgen sind wir in allen diesen aktuellen und zukünftigen Antriebsfeldern vertreten. Dies ist in einem komplexen Umfeld, welches sich im Wandel befindet, zwingend erforderlich. Um dies auch zukünftig leisten zu können, brauchen wir Menschen mit sozialer, methodischer und technologischer Kompetenz sowie Begeisterung für Technik, um gemeinsam diese Herausforderungen zu meistern.

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Das Interview führte: Philipp Busse
Position im VDI: PR-Volontär
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

 

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