Ingenieurgeschichten: Celine Geiger

Tesla, Silicon Valley und Elektromobilität

Celine Geiger ist 28 Jahre alt, arbeitet seit zwei Jahren für Tesla im Silicon Valley und ist die Protagonistin unserer aktuellen Ingenieurgeschichte:

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, mit ihr einmal über das Arbeiten in den USA, das Ingenieurin-Sein und „ihr“ Thema Elektromobilität gesprochen:

Celine, bitte stell dich doch kurz vor.
Mein Name ist Celine Geiger. Ich komme ursprünglich aus Lorch in der Nähe von Stuttgart. Nach dem Abitur habe ich von 2005 bis 2010 an der Uni Stuttgart Maschinenbaustudium studiert. Danach habe ich erst einmal 2 Jahre in Deutschland gearbeitet bevor ich in die USA gegangen bin. Bei Tesla bin ich derzeit als Associate Manager Design for Reliability tätig. Neben meinem Beruf gehe ich gerne reisen, fahre gerne Fahrrad, treffe mich mit Freunden zum Abendessen und auf ein Glas Wein oder lese gerne darüber, was Neues in der Welt aber vor allem im Bereich der Technik und Startups hier im Silicon Valley passiert.

Beschreibe uns kurz den Moment in dem Du wusstest: Ich werde Ingenieurin?
Interessante Frage und da muss ich doch auch erst einmal überlegen, wann ich denn genau wusste, dass ich Ingenieurin werde. Ich glaube es gibt keinen konkreten Zeitpunkt an dem ich wusste, dass ich Ingenieurin werde. Es war mehr so ein schleichender Prozess. Am ehesten würde ich sagen, war es der Moment als ich die Diplomurkunde bekommen und meine erste Stelle in der Industrie angetreten habe. Damals war es mehr so eine Mischung aus Ungewissheit und der Frage was kommt als nächstes als auch Freude das Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Bild: VDI01_Buehne

Celine beim Dreh zu ihrer Ingenieurgeschichte.

Du arbeitest für Tesla, für viele Ingenieure ein spannender Arbeitgeber. Was ist das Besondere daran, für Tesla zu arbeiten?
Das besondere bei Tesla zu arbeiten ist, für ein innovatives, agiles Unternehmen mit sehr motivierten, netten Kollegen zu arbeiten, die alle an das Produkt glauben und die Technologie nach vorne bringen wollen. Das ist jeden Tag sehr inspirierend und erfrischend.

Nachdem Du jetzt seit zwei Jahren im Silicon Valley arbeitest: Was können amerikanische Ingenieure von ihren deutschen Kollegen lernen und umgekehrt?
Super spannende Frage, die ich mir auch selbst immer wieder Stelle. Was mir in den zwei Jahren, die ich hier bin bisher aufgefallen ist, sind folgende Sachen. Punkte, die wir von den amerikanischen Ingenieuren, aber auch vor allem vom Silicon Valley lernen können, sind die Entwicklungsgeschwindigkeit, Flexibilität und die Offenheit für Neues. Das kann heißen einfach mal was Neues auszuprobieren und neue Wege zu gehen, die sich vorher noch keiner getraut hat, oder neue Tools auszuprobieren.
Was ich auch immer wieder bewundere, ist die positive Haltung und das positive Denken hier, das auch wirklich hilft neue Sachen auszuprobieren, aber auch von Fehlern und Problemen schnell zu lernen.
Was ich denke, dass amerikanische Ingenieure von den Deutschen lernen können ist Struktur. Ich glaube, dass ist etwas, was man als Deutscher von klein auf lernt und dadurch sehr natürlich für uns im Alltag ist. Struktur hilft vor allem beim Problemlösungsprozess. Wenn man ein Problem in kleiner Einheit aufteilt und so systematisch angeht. Einen weiteren Punkt, den die Deutsche gut machen, ist die “Gründlichkeit” und die Liebe zum Detail mit denen Aufgaben gelöst werden.

Im Deinem Video zu unserer Kampagne „Ingenieurgeschichten“ sagst Du, dass Elektromobilität die Welt verändern wird.  Was bedeutet das für Dich konkret?
Für mich bedeutet das konkret, dass man umdenkt wie man von A nach B kommt. Ich fahre bereits einen Plug-In Hybrid und komme 20 km rein elektrisch. Umdenken heißt dabei, dass man schon zuhause anfängt und eine Möglichkeit hat, das Auto mit Strom zu tanken. Aber auch in der Stadt Möglichkeiten hat während dem Einkauf oder den Freizeitaktivitäten das Auto zu laden, sodass man seine langen Reisen und die Stopps während der Urlaubsreise anders plant. Das Thema geht aber weiter und beinhaltet auch, dass man sich zuhause viel mehr mit dem Thema Energie auseinandersetzt. Da gibt es so viele Dinge, die sich ändern, das es fast schwierig ist das alles hier zu listen.

Was bedeutet es für dich, Ingenieurin zu sein?
Ingenieurin zu sein bedeutet für mich Probleme zu lösen, kreativ zu sein, neue Wege auszuprobieren und sich vor allem für Technologie zu begeistern.

Bild: VDI04_Unterseite_1

Celine bei der Arbeit.

Warum hast Du bei der Kampagne “VDI-Ingenieurgeschichten” mitgemacht?
Vor allem um weitere Menschen zu motivieren in den technischen Bereich zu gehen. Ingenieur ist so ein weitläufiger Begriff, unter dem sich viele Menschen wenig vorstellen können, wenn sie nicht in der Branche arbeiten. Ich wollte mit meiner Geschichte zeigen, wie man Ingenieur wird und was man am Ingenieurberuf machen kann. Mir selbst ging es bei der Berufswahl so. Anfangs konnte ich mir nicht viel unter dem Beruf vorstellen. Als mir aber Freunde von ihrem Beruf erzählt haben, fand ich das total spannend und habe mich näher damit auseinandergesetzt. Vielleicht motiviert ja meine Geschichte den einen oder die andere auch den Ingenieurberuf zu ergreifen. Ich würde mich freuen.

Stephan Hasselbach_2Das Interview führte: Stephan Hasselbach
Position im VDI: Marketingreferent

 

 

 

Das Interview ist auch Bestandteil einer Blogparade zum Thema Elektromobilität von ingenieurversteher.de.

 

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Tesla, Silicon Valley und Elektromobilität

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich war während meines Elektrotechnikstudiums in den USA. Was ich dem Artikel noch hinzufügen möchte ist das Thema Geschlechterrollen – auch wenn es nervt. Ich wurde damals als Praktikantin in den USA ernster genommen und mehr respektiert als zwei Jahre später mit dem besten Diplom des Jahrgangs in der Tasche und für einem großen deutschen Konzern tätig. Die spannenden Erfahrungen aus dieser Zeit möchte ich nicht missen. Noch heute, gerade im Hinblick auf mein eigenes Unternehmen Eclipseina, in dem ich genau dieses positive Klima, wie es in den USA üblich ist, aufbaue und so ein hohes Entwicklungstempo umsetzen kann, zehre ich von dieser und weiteren Auslandserfahrungen.

  2. Pingback: DRIVE-E – Plattform für Ideen zur Elektromobilität. | VDI 

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