1. VDI Tagung „Industrielle Anwendungen der Bionik"

Bionik – Auf Du und Du mit Innovation

Innovationssprünge entstehen, wenn Experten aus unterschiedlichen Disziplinen aufeinander treffen, ihr Fachwissen austauschen und gemeinsam neue Erkenntnisse entwickeln. Dafür müssen Sie aber eine gemeinsame Sprache sprechen: „Gewebe besteht aus vielen Zellen und ist lebendig“ sagt die Biologin – „Gewebe besteht aus Schuss- und Kettfäden“ sagt der Materialingenieur oder Textiltechniker. Beide können aber viel voneinander lernen. Daher sind Veranstaltungen, wie die 1. VDI Fachtagung “ Industrielle Anwendungen der Bionik“ so wichtig. „Auf dieser ersten Fachtagung wollen wir die ganz Breite der Bionik und ihre faszinierenden Möglichkeiten in den unterschiedlichsten Industriebranchen präsentieren“, betont Prof. Heike Beismann von der Westfälischen Hochschule Bocholt und Tagungsleiterin der 1. VDI-Fachtagung „Industrielle Anwendungen der Bionik“, die vom VDI-Wissensforum am 30.09. und 01.10.2015 in Esslingen veranstaltet wurde. „Auch unsere VDI Richtlinien zur Bionik, die inzwischen Grundlage für die Internationale Standardisierung sind, helfen uns bei der interdisziplinären Kommunikation.“ (Mehr dazu: www.vdi.de/richtlinien-bionik)

Branchengrößen präsentieren ihre bionischen Anwendungen
Auf der 1. VDI-Fachtagung „Industrielle Anwendungen der Bionik“ versammelte sich das Who-is-Who der deutschen Industrie und stellte dem interessierten Fachpublikum ihre bionischen Anwendungen vor:

Bild: VDIBionik_Fachtagung_Festo

FESTO-Vortrag bei der 1. VDI-Tagung „Industrielle Anwendungen der Bionik“ (Foto: VDI)

In der Automobilindustrie sind bionische Optimierungsverfahren wie SKO und CAO seit Jahren etabliert und helfen bei der optimierten Neukonzipierung von Bauteilen in engsten Bauräumen, ohne dass darüber viel Aufhebens gemacht wird. Von den Gewichtseinsparungen und dem damit deutlich reduzierten Treibstoffverbrach profitiert der Endverbraucher, ohne zu bemerken, wie viel Porsche, Daimler, Opel und Co. von Bäumen und Knochen gelernt haben.

Ganz anders Firmen wie FESTO und Airbus, die ganz bewusst Bionik als Marketing-Instrument einsetzen, dabei aber auch dem eigenen hohen Anspruch an authentische bionische Entwicklungen gerecht werden. Mithilfe der Bionik ist es ihnen gelungen ein Alleinstellungsmerkmal in ihrer Branche zu entwickeln und somit ihre Marktführerschaft stark auszubauen.

Bionik erfordert auch Mut, Risikobereitschaft, Frustrationsresistenz
Ein Highlight der Veranstaltung war die Firmenbesichtigung bei FESTO, der anregende Vortrag von Dr. Elias Knubben, Leiter der Abteilung Corporate Bionic Projects, und die Vorführung der Projekte aus dem FESTO Bionic Learning Network , die jedes Jahr erneut für Furore auf der Hannover Messe sorgen.

„Die Abteilung Corporate Bionic Projects ist ein kleines, aber sehr schlagkräftiges Team. Wir sind innerhalb von Festo sehr gut vernetzt und können daher auf viele Innovationen, die hier im Haus entwickelt werden, zurückgreifen. In der Tat gibt es aber ein explizites Comittement der Unternehmensführung zur Bionik, denn für die Entwicklung von bionischen Innovationen müssen viele Faktoren zusammen kommen: dazu gehören auch Mut, Risikobereitschaft und Frustrationsresistenz“ erklärt Dr. Elias Knubben.

Auch jetzt sind die Entwicklungsingenieure bei FESTO schon mitten in den Vorbereitungen für 2016 – und nicht nur Frau Merkel ist gespannt auf eins der bestgehüteten Geheimnisse der deutschen Ingenieurskunst.

Auf jeden Fall lohnt sich schon jetzt ein Blick in den FESTO-YouTube-Kanal!

Dr. Ljuba Woppowa_TW2Autorin: Dr. Ljuba Woppowa
Position im VDI: Geschäftsführerin VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences und VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

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