Schüler auf dem Weg zum Ingenieur von morgen

FAQs zum Ingenieurstudium und -beruf

Unbekannte und spannende Ingenieurwelt – ist die auch was für mich? Als Schüler oder Abiturient nimmt man jede Information über ein mögliches Studium und die unterschiedlichen Berufe mit, die man nur kriegen kann. Helfen können dabei die Berufsorientierungsmessen vocatium. Sie werden bundesweit in über 70 Städten angeboten. Schüler erfahren hier alles rund um die Themen Studiengänge und Berufe.

Auch der VDI präsentiert sich auf vocatium-Messen und hat mögliche Ingenieure von morgen mit zahlreichen Infos versorgt. Dafür haben wir bei denen nachgefragt, die es wissen müssen: junge Ingenieurinnen, die Einblicke in ihren Werdegang und Berufsalltag geben. Hier kommen zusammengefasst die häufigsten FAQs zum Ingenieurstudium und – beruf, die während der Messe gestellt wurden.

Bild: VDI / SevinkDer VDI auf der Berufsorientierungsmessen vocatium (Bild: Sevink)

Der VDI auf der Berufsorientierungsmessen vocatium (Bild: Sevink)

Ingenieurstudium

Welche Fachrichtungen gibt es in den Ingenieurwissenschaften?
Es gibt fünf Hauptfachrichtungen: Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. Für das Bachelorstudium sollte man sich für eines dieser Fächer entscheiden, um sich ein breites Grundlagenwissen anzueignen.

  • Maschinenbau: Alles, was mit dem Konstruieren, Planen und Bauen von Maschinen und Anlagen zu tun hat.
  • Elektrotechnik: Hat mit Elektrizität, Schaltungen und Informationstechnologien zu tun.
  • Bauingenieurwesen: Beinhaltet das Planen und Bauen von Gebäuden, Brücken und Verkehrswegen.
  • Verfahrenstechnik: Beschäftigt sich mit chemischen und biologischen Prozessen zur Umwandlung von Stoffen.
  • Wirtschaftsingenieurwesen: Ist eine Kombination aus Wirtschaft und Technik.
    Die eigentliche Spezialisierung findet durch die Wahl der Vertiefungsrichtung im Masterstudium statt. Da nicht jede Hochschule jeden Schwerpunkt anbietet, informiert man sich am besten vorab auf den Internetseiten der jeweiligen Hochschule.

Was ist der Unterschied zwischen Fachhochschule und Universität?
Die Fachhochschulen sind eher praxisorientiert, haben weniger Studierende und enden meistens mit dem Bachelorabschluss. Universitäten bilden für den Bereich Forschung und Entwicklung aus und sind eher theorieorientiert, haben häufig sehr viele Studierende und enden in der Regel mit dem Masterabschluss.
Die Entscheidung für eine der beiden Hochschulformen sollte vor allem von persönlichen Kriterien abhängen. Dies sind sinnvolle Fragen, die man sich vorher stellen sollte:

  • Wie wichtig ist mir der Praxisbezug?
  • Komme ich mit großen Lerngruppen klar?
  • Möchte ich während meines Studiums viele Wahlmöglichkeiten haben?
  • Möchte ich später in Forschung und Entwicklung arbeiten?
  • Wie ist die Anerkennung von Bachelor und Master?

Wie ist die Anerkennung von Bachelor und Master?
Sowohl der Bachelor der Fachhochschule als auch der Bachelor der Universität sind als erste Abschlüsse anerkannt. Viele Unternehmen stellen vor allem Bachelorabsolventen der Fachhochschule ein, entscheiden sich bei Absolventen einer Universität aber lieber für einen Master. Beruflich haben beide Abschlüsse gute Karrierechancen. Nach zwei Jahren punkten die Bachelorabsolventen mit Berufserfahrung, die Masterabsolventen mit einem vertieften Fachwissen.

Die Entscheidung für oder gegen ein Masterstudium ist sehr individuell. Hat man genug von der Theorie und möchte sein Wissen in der Praxis einsetzten, dann empfiehlt es sich, mit dem Bachelorabschluss ins Berufsleben zu starten. Möchte man sein Wissen in einem speziellen Fachgebiet weiter vertiefen und später einmal in Forschung und Entwicklung arbeiten, ist es ratsam, ein Masterstudium anzuhängen.

Ist ein duales Studium besser?
Ein duales Studium verbindet eine Berufsausbildung mit einem Studium. Voraussetzung ist ein Ausbildungsvertrag in einem Unternehmen, dann erst kann man sich für das Studium einschreiben. Toll ist, dass man direkt das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis umsetzten kann und so viel eher die Zusammenhänge erkennt.

Vorteilhaft sind das Gehalt während der gesamten Studiendauer und die gute Aussicht, vom Ausbildungsunternehmen übernommen zu werden. Das parallele Absolvieren von praktisch zwei Abschlüssen kann aber auch sehr anstrengend und anspruchsvoll sein.

Ingenieurberuf

In welchen Bereichen findet man Ingenieure/innen?
Es gibt nicht den einen Ingenieur/die eine Ingenieurin, sondern neben den vielen verschiedenen Fachrichtungen auch viele Einsatzmöglichkeiten und Karrierewege. Ingenieurinnen und Ingenieure findet man in nahezu allen Bereichen: Beispielsweise in der Forschung und Entwicklung, in der Konstruktion und Planung, im Marketing und der Öffentlichkeitsarbeit, im Produkt- und Projektmanagement, im Service und Vertrieb, aber auch in der Aus- und Fortbildung.

Je nach dem, in welchem dieser Bereiche man tätig ist, sind die Aufgabenstellungen und Anforderungen sehr unterschiedlich. Auch in Abhängigkeit von der jeweiligen Position, die vom Sachbearbeiter oder Projektingenieur, vom Teamleiter bis hin zum Abteilungsleiter gehen.

Was sollte ich persönlich mitbringen?
Wichtig – sowohl für das Studium als auch später für den Beruf – sind die eigene Motivation und das Interesse am Thema. Unerlässlich sind ein gewisses Technikverständnis und Fähigkeiten wie analytisches Denken, Kommunikation und Präsentation. Darüber hinaus sind Kompetenzen wie z. B. im Zeit- und Lernmanagement hilfreich, die man mitbringen oder erwerben sollte. Nicht zu Letzt sollte man Spaß haben, gemeinsam in einem Team nach passenden Lösungen für technische Probleme zu suchen.

Sitze ich nur alleine am Computer?
Die meisten Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten in interdisziplinären Teams zusammen. Das bedeutet sicher in den meisten Fällen auch das Arbeiten am Computer, Bearbeitung von E-Mails, CAD- oder Simulationsprogrammen, Projektmanagementtools und Excel-Tabellen. Aber immer nehmen auch genaue Absprachen und die Abstimmung von Arbeits- und Entwicklungsprozessen einen großen Teil des Berufsalltags ein.

Wie finde ich Unternehmen z. B. für ein Praktikum?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um ein passendes Unternehmen zu finden. Teilweise haben bereits die Hochschulen Kontakte in die Wirtschaft, die man nutzen kann. Der VDI bietet in seinem Bewerbungshandbuch einen Firmenspiegel, in dem die Firmen auch Angaben zu Praktikumsplätzen machen.

Auf der Suche lohnt nicht nur der Blick auf die großen Unternehmen, sondern auch die Anfrage bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, die teilweise sogar Weltmarktführer in ihrer Sparte sind – die sogenannten Hidden Champions.

Wie sind meine Berufsaussichten?
Im Allgemeinen sieht der Ingenieurarbeitsmarkt sehr gut aus, ist aber abhängig von der jeweiligen Branche und dem Sitz des Unternehmens. Zurzeit werden vor allem Maschinenbau- und Elektrotechnikingenieure gesucht. Bei der Wahl des Studienfachs sollte man sich aber nicht vorrangig nach dem Stellenangebot richten, sondern von seinen Interessen ausgehen.

Die Ingenieurarbeit steckt in vielen Dingen des alltäglichen Lebens, ohne dass man es ahnt. Hat man Spaß an Naturwissenschaften und Technik, erwartet einen ein Beruf mit großer Vielfalt und spannenden Tätigkeiten. Gerade bei der Vielzahl an Möglichkeiten ist es ratsam, sich vor dem Studium gut zu informieren!

Bei Fragen zum Ingenieurstudium, egal ob vor/während/nach dem Studium oder zum Ingenieurberuf stehen unsere Berater zur Verfügung!

Bild: VDIKathrin Sevink_BGAutorin: Kathrin Sevink
Position beim VDI: Referentin Ingenieurausbildung
Aufgabe beim VDI: Kümmert sich um den Fachbeirat Ingenieurausbildung und um alle Themen, die die Ingenieurausbildung umfassen.

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