Marty McFly kommt zu Besuch

„Zurück in die Zukunft“ im Realitätscheck

Selbstbindende Turnschuhe, fliegende Autos und das legendäre Hoverboard: Die Kulttrilogie „Zurück-in-die-Zukunft“ ist vollgepackt mit spannenden Technologien. 30 Jahre nach dem Start des ersten Films zeigt sich: Die Reihe kommt der Realität näher als man denkt.

Bild: Wikipedia / Ed g2sDeLorean_DMC-12_Time_Machine's_time_circuits

DeLorean DMC-12 Zeitmaschine aus „Zurück in die Zukunft“

Am 22. Oktober 2015 um 01:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit kommt Marty McFly aus der Science-Fiction-Komödie „Zurück in die Zukunft II“ in der Zukunft an. Der Film erzählt die Geschichte von Marty McFly, der mit dem befreundeten Wissenschaftler Dr. Brown per Zeitreise in das Jahr 2015 aufbricht. (Kleiner Einschub für Korinthenkacker: Streng genommen, müsste in Deutschland übrigens der 22. Oktober 2015 der „Zurück in die Zukunft“-Tag sein. Denn Marty und Doc Brown landen am 21. Oktober 2015 um 16 Uhr 29 im kalifornischen Hill Valley. Wenn man die Zeitverschiebung einrechnet, ist es in Deutschland zu diesem Zeitpunkt schon der 22. Oktober.)

1989 füllte der zweite Teil der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ die Kinosäle. Das Publikum zeigte sich beeindruckt vom Witz und Ideenreichtum des Films – und von den innovativen Technologien, die zu dieser Zeit noch reine Zukunftsmusik waren. Heute haben sich viele dieser Erfindungen schon in unserem Alltag manifestiert. Acht „Future Consultants“ hatten Regisseur Robert Zemeckis und Produzent Steven Spielberg angestellt, die unsere heutige Gegenwart vorausahnen sollten.

Ein wenig muss sich unsere Gegenwart noch an die Zukunft von Marty McFly anpassen. Unsere Autos müssten zum Beispiel fliegen lernen. Es müsste dringend ein Hydromat erfunden werden, der Teigklumpen im Handumdrehen zu Familienpizzen aufpumpt. Und den Fluxkompensator gibt es leider ebenso wenig, hat aber heute einen hohen Grad von Sprichwörtlichkeit für alles Mögliche nerdige Technikzeug erreicht. Nichtsdestotrotz haben die Zukunftsberater ihren Job ordentlich erledigt.

Das Hoverboard
Seit Marty McFly sich auf dem Hoverboard in die Lüfte schwang, träumen Millionen von Zuschauern davon, dass das abgehobene Brett Realität wird. Seitdem sind zahlreiche Versuche, ein funktionsfähiges Hoverboard zu bauen, gescheitert – und einer ansatzweise geglückt. 2014 stellte das Start-Up Hendo ein Skateboard vor, mit dem Nutzer rund drei Zentimeter über dem Boden schweben können. Das Gerät ist unterseitig mit vier Motoren ausgestattet, die ein Magnetfeld erzeugen, auf dem das Board schwebt. Das klappt allerdings nur auf leitfähigem Fußboden.

3D-Technologie
Bei seinem Streifzug durch das fiktionale Jahr 2015 stößt Marty McFly auf eine dreidimensionale Darstellung des weißen Hais, nach Steven Spielbergs Blockbuster-Klassiker. Inzwischen hat das Raubtier mit „Der weiße Hai 3D“ tatsächlich die dritte Dimension erreicht.

Der selbstbindende Turnschuh
„Zurück in die Zukunft“ machte die Idee von selbstbindenden Sneaker populär. Der Sporthersteller Nike will den selbstschnürenden Schuh tatsächlich auf den Markt bringen. Der Turnschuh soll auf Knopfdruck Kindern, gestressten Eltern und eingeschworenen McFly-Fans die Arbeit abnehmen. Das Design der Sneaker erhielt bereits 2011 begeisterte Resonanz. Damals brachte Nike eine auf 1000 Stück limitierte Edition der sogenannten Nike Mag auf den Markt. Wann die selbstbindenden Schuhe auf den Markt kommen, ist noch nicht bekannt.

Virtuelle Realität dank Video-Brille
Bei seinem Besuch in der Zukunft trifft Marty McFly auch auf seine Kinder. Die erweisen sich als echte Nerds, die mit futuristischen Video-Brillen lässig am Esstisch sitzen. Ihre Gespräche legen nahe, dass sie mit den Virtual-Reality-Teilen, telefonieren, fernsehen und Videospiele zocken können. Wenn das nicht verdächtig nach Google Glass schreit…

Flachbildschirm und Videotelefonie
Da Marty McFly in der Zukunft offenbar nicht gerne mittels Brille telefoniert, nimmt er Anrufe lieber in seinem Arbeitszimmer auf einem großen Flachbildschirm an. Hier sind wir der Zukunft also weit voraus. Flatscreens und Videokonferenzen gehören im echten Jahr 2015 schon längst zum Alltag. Martys Chef verhört Marty via Skype (in das man ein bisschen Facebook gekreuzt hat) und feuert ihn. Dass Marty seine Entlassungspapiere anschließend per Fax bekommt, schmälert die Leistungskraft der Zukunftsberater leider wie die Tatsache, dass der Doc und der junge Marty mit Walkie Talkies kommunizieren müssen. Es gibt keine Handys, aber Telefonzellen.

Jacken, die sich unserem Körperbau anpassen, die Mode, Taschen aus den Hosen hängen zu lassen, hat ebenso noch keiner erfunden wie die Doppelkrawatte. Das möge auch so bleiben. Auch wenn man nicht die Achtziger zurück möchte: Den DeLorean allerdings, da hat sich seit dreißig Jahren nichts geändert, den hätten immer noch ziemlich viele gern.

Stephan Berends_2_qAutor: Stephan Berends
Position im VDI: Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kommentare & Pingbacks

Ein Gedanke zu “„Zurück in die Zukunft“ im Realitätscheck

  1. Was war das damals nicht noch alles weit, weit weg… in ein erZeit, als die pure Ziffer 2000 noch nach Futurismus klang. Nun ist es soweit und das 4-Dimensionale Denken hält in unser Leben Einzug.

    Das ist stark!

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