Beitragsreihe zur Digitalisierung der Arbeit

Industrie 4.0 – Wie steht Deutschland heute da?

Wir stehen am Beginn der Vierten Industriellen Revolution. Die Digitalisierung verändert Konsum, Produktion und Arbeit in noch nie dagewesener Weise. Die Auswirkungen auf alle Wirtschaftsbereiche, auf Unternehmen aller Größen und auf alle Regionen in Deutschland werden deutlich spürbar sein. Unsere Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, die neuen Marktbedingungen zu verstehen und in neue Produkte, in die Organisation ihrer Wertschöpfungs- und Arbeitsprozesse sowie tragfähige Geschäftsmodelle umzusetzen – sprich: die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und sich digital zu transformieren.

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Industrie 4.0 als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die Digitalisierung der Industrie wird aber nicht nur etablierte Geschäftsmodelle verändern, sondern alle Bereich des Wirtschafts- und Arbeitsleben massiv beeinflussen. Neben der Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle bedarf es auch Antworten auf die Frage, wie sich im digitalen Zeitalter Arbeit und Arbeitsorganisation darstellt und welcher Ausbildung und Qualifikationen es bedarf, um diese Arbeit auch erfolgreich leisten zu können. Um diesen notwendigen Transformationsprozess erfolgreich zu gestalten und als Innovations- und Wirtschaftsstandort im globalen Wettbewerb auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin international eine führende Rolle einzunehmen, bedarf es eines koordinierten Strukturwandels, an dem sich alle relevanten gesellschaftspolitischen Gruppen gleichermaßen einbringen: die Politik, ebenso wie Privatwirtschaft, Wissenschaft und Arbeitnehmervertreter.

Die nationale Plattform Industrie 4.0: Eines der weltweite größten Netzwerk zur Industrie 4.0
Auf Initiative und unter Führung der beiden Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWi) und für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich hierzu auf der diesjährigen Hannover Messe die „Plattform Industrie 4.0“ als zentrale Allianz zur Forcierung der digitalen Transformation in der deutschen Wirtschaft gegründet. In der Plattform kommen hochrangige Vertreter aus Politik, Industrie, führender Wissenschaftsorganisationen und Gewerkschaften zusammen, um gemeinsam ein einheitliches Grundverständnis von Industrie 4.0 zu entwickeln, in die Öffentlichkeit zu tragen und eine übergreifende gesellschaftliche Diskussion darüber anzustoßen. Mit diesem Anspruch hat sich die Plattform bereits heute als eines der international größten und vielfältigsten Netzwerke zur Industrie 4.0 etabliert: Die Plattform Industrie 4.0 bündelt und bringt die Kräfte und das Wissen in Deutschland zusammen. Mehr als 250 Akteure aus über 100 unterschiedlichen Organisationen sind derzeit aktiv in die Arbeit der Plattform eingebunden.

Den Mittelstand aktivieren und Industrie 4.0 in der Fläche etablieren
Leitmotiv und zentrale Zielstellung der Plattform ist die Motivation des Mittelstandes, um so Industrie 4.0 in der Breite der deutschen Industrielandschaft zu etablieren und Anwendern einen direkten Zugang zu neuen Technologien und Industrieprozessen zu eröffnen. Und die Voraussetzungen hierzu sind gelegt: Eine weltweit einmalige Übersicht von mehr als 200 Anwendungsbeispiele in Deutschland demonstriert Nutzen und Mehrwert digitaler Systemlösungen in der industriellen Praxis. Und um darauf aufbauen Unternehmen den Ersteinstieg in die Digitalisierung zu ermöglichen, konnte ein bundesweites Netz von öffentlich zugänglichen Test- und Laboreinrichtungen an führenden Hochschulstandorten und Forschungsinstituten etabliert werden. Über eine zentrale Koordinierungsstelle stehen diese Testfelder (englisch: Testbeds) jetzt insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung, um mit einer spezifischen Förderung durch BMWi und BMBF eigene Ideen und Ansätze zur Anwendung von Industrie 4.0 erproben und evaluieren zu können.

Die deutsche Industrie ist bei der Umsetzung des Zukunftsprojektes Industrie 4.0 weltweit in einer ausgezeichneten Position. Die nationale „Plattform Industrie 4.0“ bündelt als Moderator die Interessen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaft und schafft so die Voraussetzungen für eine koordinierte und geordnete Gestaltung des digitalen Strukturwandels in der deutschen Wirtschaft. Zentrale Zielstellung dabei ist die Aktivierung des deutschen Mittelstandes und die Verankerung von digitalen Systemlösungen an der Basis der deutschen Industrielandschaft.

Weitere Informationen zur Platfform unter www.plattform-i40.de

Über die Digitalisierung, Industrie 4.0 und die Einflüsse auf unsere künftige Arbeitswelt diskutiert der VDI am 24. November 2015 in Berlin mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften. Weiter Informationen unter http://www.vdi.de/arbeitenviernull

Bild: VDI TZ GmbHDaniel SenffAutor: Dr. Daniel Senff
Position: Stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0

 

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