VDI-Kampagne

Das waren unsere Ingenieurgeschichten 2015

Sie sind allgegenwärtig und verbessern den Alltag von uns allen. Gemeint sind die Leistungen von Ingenieureinnen und Ingenieuren. Ihr Wissen und Know-how sind die Grundpfeiler des Wirtschaftsstandorts Deutschland und trotzdem werden die Ingenieurleistungen viel zu oft verkannt. Dem steuert der VDI mit seiner Imagekampagne „Ingenieurgeschichten“ entgegen. Zehn spannende Ingenieurgeschichten sind seit Anfang des Jahres veröffentlicht worden.

Ein ganzes Labor auf einem winzigen Chip
Technik spielt im Alltag eine entscheidende Rolle – ob in Smartphones, in Autos oder in hochsensiblen Messinstrumenten in der Medizin, überall sind kleine Chips mit ganz besonderen Fähigkeiten am Werk. In dieser, nur wenige Mikrometer großen Welt ist Dominique Bouwes zu Hause. Hier gilt: je kleiner, desto besser, effizienter und schneller. Bestes Beispiel, Bouwes´ aktuelles Projekt: ein sogenannter „Lab-on-a-Chip“ zur Diagnostik von akuter Leukämie.

Aus alt wird innovativ: Aluminium formt die Zukunft
Frank Philippe kümmert sich um viele Aspekte der Aluminiumproduktion – vom Recycling des Materials bis zur Gießerei. Diese Prozesse funktionieren inzwischen so effizient, dass man tatsächlich weniger Energie benötigt, um die Alufolie für das Butterbrot zu recyceln als für die Reinigung der Brotdose in der Spülmaschine.Wiederverwertbarkeit und Effizienz machen Aluminium so zum Stoff, aus dem die Zukunft geformt wird.

Bild: VDI/Fabian StürtzFrank Philippe formt die Zukunft aus dem, was andere wegwerfen.

Frank Philippe formt die Zukunft aus dem, was andere wegwerfen.

Eine gute Idee und 80 Watt machen die Welt ein bisschen besser
Während einer Motorrad-Reise durch Kambodscha verirrt sich Julian Dobczinski, Student des Wirtschaftsingenieurwesens, im Urwald und kommt in der Strohhütte eines Einheimischen unter. Zum Dank entwickelt Dobczinski eine Solaranlage, die die Hütte mit Strom versorgt und so ihren Bewohnern völlig neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet.

In Frankfurt rufen Flugzeuge ein Taxi
Am Flughafen Frankfurt werden im großen Stil Menschen und Waren bewegt. Das sind viele Tonnen verbrauchtes Kerosin täglich. Ein nicht geringer Teil davon verbrennt bereits auf dem Weg vom Gate zur Startbahn. Mit dem Taxibot, einem speziellen Flugzeugschlepper, haben Gerhard Baumgarten und sein Team ein Pilotprojekt umgesetzt, das Flugzeuge bei ausgeschalteten Triebwerken zur Startbahn bringt. Pro Start werden so bis zu 600 Liter Kerosin eingespart.

Bild: VDI/Fabian StürtzMit dem Taxibot zum Startplatz

Mit dem Taxibot zum Startplatz

Per Datenanalyse auf die Pole Position
Mit bis zu 250 km/h rasen in der Nachwuchsserie FIA Formel 3 die Rennboliden über die Strecke. Tausendstel Sekunden entscheiden über Sieg oder Niederlage, kleinste Details  entscheiden das Rennergebnis. Hier sind Leute wie Tim Kayser gefragt. Als Dateningenieur ist es sein Job, aus den Informationen, die ein Rennwagen produziert, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Kayser sucht überall nach Möglichkeiten die letzten Prozente aus Fahrer und Fahrzeug herauszukitzeln.

Bild: VDI/Fabian StürtzTim Kayser geht per Datenanalyse auf die Überholspur

Tim Kayser geht per Datenanalyse auf die Überholspur.

Das Auto der Zukunft soll die Welt verändern, nicht das Klima
Um die wachsenden Rohstoff- und Klimaprobleme zu lösen, reicht es nicht aus, das Auto einfach nur weiterzuentwickeln, man muss es neu erfinden. Geht es nach Celine Geiger, haben Verbrennungsmotoren bereits heute ausgedient. Beim E-Mobilitäts-Pionier Tesla im Silicon Valley arbeitet sie als Zuverlässigkeitsingenieurin und sorgt dafür, dass Bauteile in Elektroautos mindestens genauso sicher und zuverlässig sind wie die ihrer benzindurstigen Vorgänger.

Wie eine Forschungsstation im ewigen Eis über sich hinauswächst
Nach zehn bis 20 Jahren werden Forschungsstationen in der Antarktis durch die extreme Witterung unter einer dicken Schneedecke begraben und müssen aufgegeben werden. Dank eines Essener Ingenieurbüros wird die Station Neumayer III von diesem Schicksal deutlich länger verschont bleiben. Eine anspruchsvolle Hydraulik- und Steuerungstechnologie erlaubt es der Station, mit dem Schneelevel in die Höhe zu wachsen und sich so den Kräften des ewigen Eises zu widersetzen.

Bild: VDI/Fabian StürtzDie Ingenieurgemeinschaft IgH wächst mit coolem Hydrauliksystem in der Antarktis über sich hinaus

Die Ingenieurgemeinschaft IgH wächst mit coolem Hydrauliksystem in der Antarktis über sich hinaus.

100 Tonnen Stahl und der richtige Dreh für Deutschlands älteste Drehbrücke
Die Drehbrücke von Malchow ist die älteste Drehbrücke Deutschlands und verbindet die Altstadt auf der Insel im Malchower See mit den Stadtteilen auf dem Festland. 2014 musste der Koloss aus 100 Tonnen Stahl aus Sicherheitsgründen ersetzt werden. Als Projektleiter und leitender Vertriebsingenieur Stahlwasserbau ist Holger Hahn für die Sanierung von Schleusen, Schiffshebewerken, Sperr- und Flutwehren sowie Brücken zuständig. Die Erneuerung der historischen Drehbrücke im mecklenburgischen Malchow gehört zu seinen ganz besonderen Projekten.

Bild: VDI/Fabian StürtzBlog_VDI_Ingenieurgeschichten_Holger_Hahn_702x526

Bei Holger Hahn dreht sich alles um technische Herausfoderungen.

Laufen lernen mit der Energie der eigenen Muskeln
Exoskelette sind hüfthohe elektromechanische Stützen, die querschnittsgelähmten Patienten helfen, den Körper aufrecht zu halten. Elektromotoren ermöglichen das Laufen. Das Konzept von Ralph Hohenwarter geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Er entwickelt ein neuartiges Exoskelett, das Querschnittsgelähmte befähigen soll, durch eigene Muskelkraft zu laufen. Hohenwarter betreibt das Projekt auf Eigeninitiative, ohne Budget, nur mit der freundlichen Unterstützung von zwei Uni-Kliniken.

Autos und Brücken aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen
Mit seinen Forschungsarbeiten im Team an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), bewies Patrick Kim, dass sich die Robustheit und Festigkeit von Stahlkabeln auch mit einem deutlich leichteren Material realisieren lässt: CFK – kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe. Ein patentiertes CFK-Kabel- und Verankerungssystem kam 1996 beim Bau der Storchenbrücke in Winterthur zum Einsatz. Die Brücke war die weltweit erste, in der CFK-Kabel zum Einsatz kamen. Das Material ermöglicht stabile Brücken mit potenziell doppelt so großen Spannweiten. Auch die Automobilindustrie macht sich mittlerweile die Materialeigenschaften von CFK zunutze. Beispiel: Die crashsichere Fahrgastzelle aus CFK im aktuellen BMW i3.

Bild: VDI/Fabian Stürtz„Ich sehe mich als Brückenbauer: zwischen unterschiedlichen Menschen, Denkweisen, Sprachen und Generationen.“, Patrick Kim

„Ich sehe mich als Brückenbauer: zwischen unterschiedlichen Menschen, Denkweisen, Sprachen und Generationen.“, sagt Patrick Kim.

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Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

Kommentare & Pingbacks

2 Gedanken zu “Das waren unsere Ingenieurgeschichten 2015

  1. Spannend, was IngenieurInnen alles so tun. Ein wenig fehlt mir bei der Auswahl aber Der Schwerpunkt auf „Zukunftstüchtigkeit“ für diese best practise Beispiele.

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