#vdiww-Weihnachts-Aktion / Tag 14

Drohne statt Schlitten: Kommen die Geschenke bald ferngesteuert?

Nie war das Fliegen einer Drohne so einfach. Die sogenannten Multicopter lassen sich bereits per Smartphone steuern und überwachen. Mit einem in Ausnahmen erlaubten Maximalgewicht von 25kg können die Propeller-betriebenen Fluggeräte schon so einiges transportieren. Aber reicht das, um Rudolph und den Weihnachtsschlitten abzulösen?

Bild: VDI/Kerkhoff14-12-15_#vdiww-VDI-Geschenke-Drohne_702x363

Bei einer Drohne bzw. einem Multicopter handelt es sich um ein unbemanntes Fluggerät, das durch mindestens zwei Rotoren Auf- bzw. Vortrieb erlangt. Dabei wird jeder Rotor durch einen eigenen Motor angetrieben. Es wird vollkommen auf mechanische Wellen und Getriebe verzichtet. Eine elektronische Regelung sorgt für die Flugstabilität.

1922 hob der erste Quadrocopter ab
Bereits 1922 ist der erste manntragende Quadrocopter gen Himmel gestiegen. Der französischen Luftfahrtpionier Etienne Oehmichen hatte – ohne jedwede elektronische Unterstützung – mit seinem Fluggerät einen Parcours von 1.000m zurückgelegt und ist unbeschadet gelandet.

Besonders in den vergangenen zehn Jahren hat die Multicopter-Technik erhebliche Fortschritte erzielt: Steuerungselektronik und Akkus wurden leistungsfähiger, leichter und erschwinglicher. Geräte, die anfangs nur zum Zwecke des Katastrophenschutzes, der Personenrettung sowie für militärische Anwendungen vorgesehen waren, sind auf einmal für Jedermann verfügbar.

Wer darf wann einen Drohe steuern?
Grundsätzlich darf sie auch Jedermann steuern. Jedoch müssen Luftverkehrsregeln, wie z.B. Luftraumstrukturen, Ausweichregeln und das Einhalten von Mindestsichtweiten, beachtet werden. Sobald sich eine Kamera an Bord einer privat genutzten Drohne befindet und Bilder veröffentlicht werden sollen, ist beispielsweise in Niedersachen sogar eine private Aufstiegserlaubnis notwendig. Diese ist bei der Landesluftfahrtbehörde zu beantragen.

Der gewerbliche Betrieb bedarf ebenfalls einer behördlichen Erlaubnis, bei der zwischen allgemeingültiger Aufstiegserlaubnis und der Einzelaufstiegserlaubnis unterschieden wird. Die allgemeingültige Aufstiegserlaubnis sieht u.a. ein Maximalgewicht des Multicopters inklusive der Nutzlast von 5kg, eine maximale Flughöhe von 100m über Grund und einen Mindestabstand von 1,5km zur äußeren Begrenzung von Fluggeländen und Verkehrsflughäfen vor. Zudem dürfen die unbemannten Fluggeräte nicht außerhalb der Sichtweite betrieben werden. Onbordkameras, die zur Verlängerung der Sichtreichweite beitragen, sind nicht zulässig.

Die Einzelaufstiegserlaubnis ist auf einen bestimmten Termin beschränkt. Diese muss dann eingeholt werden, wenn beispielweise die Abflugmasse 5kg überschreitet, höher als 100m über Grund geflogen oder der 1,5km-Sicherheitsabstand zu Fluggeländen unterschritten wird.

Für den Weihnachtsmann hieße das also: Einzelaufstiegserlaubnis für den 24. Dezember beantragen und bei jeder „Geschenkelieferung“ per Drohne in Sichtweite des Kamins sein. Ob es da nicht einfacher wäre, wie gehabt, Rudolph vor den Schlitten zu spannen und die Weihnachtsgeschenke auf traditionelle Weise zu verteilen?

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Bild: VDIgyro-v2-24ghz.pngZur heutigen Frage verlosen wir zwei ferngesteuerter Helikopter. Beantwortet uns bis zum 21. Dezember 2015 als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Was denkt Ihr, wann werden unsere Geschenke per Drohne geliefert? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Unter allen, die mitmachen, verlosen wir die zwei ferngesteuerten Helikopter. Viel Glück!
Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

Über #vdiww
„VDI Wissenswertes Wissen“ (#vdiww) ist ein Themenformat des VDI. Darin geht es um alltägliche Themen, die uns interessieren und beschäftigen. Mit #vdiww schafft der VDI Abhilfe und beantwortet gemeinsam mit seinen Partnern Fragen des täglichen Lebens.

Bild: privatFoto FW Bauer

Autor: Friedrich Wilhelm Bauer, Fakultät II Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik (Labor für Werkstofftechnik) an der Hochschule Hannover

 

 

6065 motiv-digitale-transformation-1

Kommentare & Pingbacks

18 Gedanken zu “Drohne statt Schlitten: Kommen die Geschenke bald ferngesteuert?

  1. #vdiww lange kann das nicht mehr dauern. „Weihnachtsmannfachhelfer“ Amazon arbeitet ja bereits an Lieferkonzepten per Drone. Vielleicht dauert es noch 4-5 Jahre, vielleicht landen auch nächstes Jahr schon die ersten Geschenke via Drone auf der Türmatte.

  2. Na, das wird ein Gemüse werden. Kein Schneegestöber, sondern ein Drohnengestöber! Deswegen glaube ich nicht, dass es sich wirklich durchsetzt. #vdiww

  3. #vdiww spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2016 werden die Geschenke bis 5 kg testhalber von Lieferanten (wie z.B. Amazon oder Bertelsmann etc.) in ausgewählten Städten zum Einsatz kommen. #vdiww

  4. Spätestens 2020, werden große Firmen (Amazon usw.) Paketdienst per Drohne einführen.Ich denke dieser Trend wird sich zuerst in der USA durchsetzen. V.a in den Megacitys.

  5. Ich denke, das wird noch viele Jahre dauern. Das Konzeot ist noch nicht ausgereift. So eine Drohne kostet Geld und muss ohne große Zwischenfälle perfekt funktionieren. Ich denke das Konzept setzt sich nicht so schnell durch. #vdiww

  6. Ich glaube speziell in Deutschland wird es noch lange dauern, allein aufgrund der Gesetzgebung. In den USA würde ich in 3-5 Jahren damit rechnen
    #vdiww

  7. Den „Logistik“-Verkehr (vor allem die Lieferung von Paketen) in die Luft zu verlagern, macht (teilweise) Sinn. Der Einsatz von Drohnen zur Auslieferung von Paketen ist schon seit einiger Zeit Realität (auch schon in Deutschland, vgl. Lieferung von Medikamenten auf eine Nordseeinsel) und daher technisch möglich. Zudem auf einigen „Luftsrecken“ auch schon wirtschaftlich. Allerdings noch nicht rechtlich ohne Weiteres möglich. Außerdem ist die gesellschaftliche Akzeptanz noch fraglich. Daher tippe ich, dass die Drohnen in den USA in etwa 5 Jahren einige, wirtschaftlich rentable Lieferdienste übernehmen werden. In Deutschland kann das noch länger dauern…
    #vdiww

  8. #vdiww
    Technisch möglich wäre es sicherlich schon heute. Scheitern wird es aber an gesetzlichen Vorgaben, so dass ich nicht sehe, dass in naher Zukunft Drohnen durch unseren Luftraum fliegen werden.

  9. Ich hoffe und denke, dass das noch eine Weile dauern wird. Müssen wir wirklich allen Mist machen? Muss man demnächst Anti-Drohnen einsetzen, um auf der Terrasse unbeobachtet zu sein?

  10. #vdiww

    Ich denke man muss noch differenzieren nach dem wo…
    In den usa wird es wohl teilweise nicht mehr so lange dauern… In Deutschland würde ich sagen frühestens 2025.

  11. Es mag sein, dass die Technik schon so weit ist, dass man evtl. Morgen damit starten kann. Aber Deutschland ist nun mal bekannt mit seiner Bürokratie. Daher denke ich, dass das nicht ohne weiteres hier durchgesetzt wird.
    #vdiww

  12. Die Technik wird nächstes Jahr dazu in der Lage sein. Wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen sind wird es Auslieferungen mit der Drohne geben. #vdiww

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*