Neuartiges Lernkonzept für Jugendliche

Techniklernwelten in der VDI-GaraGe

Wo finde ich Informationen zu Megathemen, die heute und in Zukunft die Welt beschäftigen? Welche spannenden Aspekte stecken in modernen Technologien wie Bionik, Robotik, Automatisierung, Elektronik oder Informations- und Kommunikationstechnik? Fragen wie diese beantworten die Techniklernwelten – das neueste Projekt der VDI-GaraGe in Leipzig.

Bild: VDI-GaraGe / Marco Prosch

Die Ideenschmiede lädt Jugendliche auf über 1.200 Quadratmetern dazu ein, sich in zehn verschiedenen Techniklernwelten aktiv und praxisbezogen für das spätere Berufsleben zu informieren. Dr. Konstanze Schellenberger von der VDI-GaraGe erläutert im Interview die Idee des Projekts.

Frau Dr. Schellenberger, Sie haben in der VDI-GaraGe kürzlich die Techniklernwelten eröffnet. Was macht das neue Konzept so besonders?
SchellenbergerDie Techniklernwelten sind wie eine transparente Fabrik, in denen Jugendliche neue Technologien erleben, begreifen, ausprobieren und in kleinen Projekten anwenden können – außerhalb von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen. Die Besonderheit des Konzeptes liegt darin, dass die Nutzer – vor allem, Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I und II –
in den Techniklernwelten an die Anforderungen der Industrie 4.0 herangeführt werden. Sie lernen die Berufewelten von Ingenieuren und technischen Fachkräften kennen und sammeln in einer neuartigen und aktiven Erlebniswelt erste Erfahrungen. Die Techniklernwelten unterstützen neben der technischen Allgemeinbildung vor allem auch die Beruf- und Studienwahl und stellen einen Beitrag zur „Bildung der Zukunft“ dar.

Die ersten Schüler haben bereits eine Woche in den Techniklernwelten verbracht. Wie war das Feedback und welche Welt kam besonders gut an?
Die ersten Nutzer der Techniklernwelten waren Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Markranstädt. Die 81 Jungs und Mädchen, die in der 7. Klasse lernen, nutzen ihre Projektwoche, um sich beruflich zu orientieren und das natürlich vor allem in Technik-/bzw. Technologiebereichen. Dazu nutzen sie natürlich die Technologiebereiche der neu eröffneten Techniklernwelten wie Elektrotechnik- und Automatisierungstechnik, Robotik, Mechatronik, E – Mobilität und moderne Werkstoffverarbeitung und –bearbeitung. Natürlich ist es für die Schülerinnen und Schüler toll, in völlig umgestalteten Flächen und unter Nutzung modernster Technik (z.B. ABB- Roboter und Robotino, Simulationsanlage  Industrie 4.0, CNC – Drehmaschine, 3 D – Druck)  in technologieorientierten Projekten tätig zu sein. In den sechs Projektgruppen arbeiten jeweils elf bis 14 Jungs und Mädchen und das in fast allen Gruppen im proportionalen Verhältnis! Bisher kommen alle Projekte in den Techniklernwelten super an!

Wie soll es mit dem Konzept weitergehen?
Bild: VDI-GaraGe / Marco ProschVDI-GaraGeDie Idee des Konzeptes ist ja, zum einem die VDI-GaraGe weiter zu einem regionalen Bildungszentrum der Technikbildung von jungen Menschen und der Bildung mit Zukunft zu etablieren. Dazu erfährt die VDI-GaraGe u.a. die Unterstützung von der Stadt Leipzig, dem VDI, von Stiftungen und vielen regionalen und überregionalen Unternehmen und Einrichtungen wie z.B. ABB, FESTO didactic, Hewlett Packard Enterprise, Siemens AG, Porsche Leipzig GmbH und Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Ziel ist – wie auch Herr Appel, Direktor des VDI in seiner Ansprache zur Eröffnung der Techniklernwelten formulierte – das Konzept auf bis zu 5 weitere Regionen zu übertragen. Auch wir werden vielleicht schon im kommenden Jahr an der weiteren inhaltlichen und räumlichen Modernisierung arbeiten!

Warum ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig an Technik herangeführt werden?
Die Förderung von Interessen und Talenten junger Menschen für Technik bildet eine entscheidende Basis für viele Berufs- und Studienwahlentscheidungen und natürlich damit auch für den Ingenieur- und Fachkräftenachwuchs. Angesichts neuer Entwicklungen in der Technologie und in der Arbeitswelt, stellen sich neue Herausforderungen auch an die technische Allgemeinbildung unserer Bürger. Für uns alle geht es heute und in Zukunft darum, sich in neuen, offenen und unüberschaubaren technisch geprägten Situationen zu orientieren. Dies muss immer schneller geschehen, um sowohl Aufgeschlossenheit als auch Kritikfähigkeit zu technischen Innovationen zu entwickeln und kommunizieren zu können. In einer zunehmend technisch-wissenschaftlichen Welt gewinnt diese Fähigkeit mehr und mehr an Bedeutung und ermöglicht damit erst Mitsprache und Mitwirkung. Ziel war es und Aufgabe ist es, mit den Techniklernwelten der heranwachsenden Schülergeneration noch während der schulischen (Aus-)Bildung , Kenntnisse und Kompetenzen in Technik und neuen Technologien zu vermitteln.

Cathrin Becker_2Das Interview führte: Cathrin Becker
Position beim VDI: Pressereferentin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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