Interview mit Dr. Kurt Bettenhausen

„Digitale Transformation hat Einfluss auf alle Lebensbereiche“

„Digitale Transformation“ lautet das Schwerpunktthema 2016 im VDI. Dazu wurde im Rahmen der Tagung Industrie 4.0 eigens ein Gremium zum Thema „Digitale Transformation“ ins Leben gerufen. Wir haben mit dem Vorsitzenden Dr. Kurt Bettenhausen über die Arbeit des Gremiums, die Rolle der Digitalisierung für Arbeit und Gesellschaft sowie deren Auswirkungen auf den Ingenieurberuf gesprochen:

Kurt D. Bettenhausen_BlogHerr Bettenhausen, was bedeutet „Digitale Transformation“ für Sie?
Die Digitale Transformation steht für mich für den globalen Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft durch die konsequente Durchdringung des täglichen Lebens mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Dieser Wandel hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche und umfasst alle Branchen. Er verändert die Art und Weise, wie wir leben, wirtschaften und arbeiten.

Im Rahmen der Tagung Industrie 4.0 hat der VDI ein eigenes Gremium für das Thema Digitale Transformation gebildet, dessen Vorsitzender Sie sind. Welchen Zweck erfüllt dieses neue Gremium?
In einem Satz: Menschen miteinander zu vernetzen, die auf dem Gebiet arbeiten.
Die Digitale Transformation findet ja nicht erst seit gestern statt und wir haben uns sowohl im VDI im Besonderen als auch in den Ingenieur- und Naturwissenschaften seit langem aktiv damit auseinandergesetzt. So findet z.B. die Digitalisierung der Automation spätestens seit Ende der 1960er Jahre statt und die haben wir in Deutschland sehr erfolgreich – inhaltlich und wirtschaftlich – gestaltet. Neu sind die hohe Geschwindigkeit sowie die tiefe Durchdringung, die bisherige Branchen-, Firmen- und Technologiegrenzen massiv hinterfragt.

Was werden die Arbeitsschwerpunkte des Gremiums in diesem Jahr sein?
Wir planen jetzt erst einmal für sechs bis neun Monate und werden dann unseren detaillierten Implementierungsplan zur Diskussion und Verabschiedung vorstellen.
NEIN – Spaß beiseite! Wir sind schnell und flexibel in der Abstimmung und Koordination über die bestehenden Gremien hinweg. Wir haben das klare Ziel öffentlich und politisch sichtbar zu sein. Wir unterstützen unsere Mitgliedern sowie die breite Öffentlichkeit aktiv bei der Gestaltung des Wandels. Das schließt alle Kanäle zur Kommunikation inklusive sozialer Medien ein.

Können interessierte VDI-Mitglieder an der Gremienarbeit zur Digitalen Transformation teilhaben?
Selbstverständlich – wir laden alle Interessierten zur aktiven Mitarbeit in den bestehenden und den neu einzurichtenden Gremien ein. Dafür stehen wir mit dem Gremium Digitale Transformation auch als zentrale Anlaufstelle zur Orientierung im VDI bereit.
Inwiefern wirkt sich die Digitale Transformation bereits heute auf die Arbeit des einzelnen Ingenieurs aus?
Der Alltag des Ingenieurs ist so vernetzt und vielseitig wie wohl selten zuvor. Der Beruf so sexy, dass jeder von uns stolz darauf sein kann. Das ist wie mit der Fußballnationalmannschaft in 2014 – wir können das und wir haben Spaß daran!

Was raten Sie angehenden Ingenieuren, um sich möglichst optimal auf die geänderten Anforderungen vorzubereiten?
Haben Sie Spaß an der Veränderung und gestalten Sie aktiv – sonst werden Sie gestaltet!
Lernen Sie Neues und gewinnen Sie an Erfahrung – das macht Sie interessant!
Probieren Sie aus und nehmen Sie Fehler in Kauf – sonst kommen Sie niemals an die Grenzen des Möglichen!

IMG_5226-QuDas Interview führte: Eva Holden
Position beim VDI: Referentin Social Media
Aufgabe beim VDI:  Kümmert sich um die Social-Media-Strategie des VDI sowie die Betreuung der Auftritte des Vereins in facebook, Blogs, Twitter und Co.

 

 

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