Häufige Fragen und Antworten

FAQ zum Heizen mit Holzpellets

Ein möglicher Umstieg auf das Heizen mit Holzpellets wirft viele Fragen auf, von denen wir die wichtigsten hier beantworten.

Bild: gualtiero boffi / Shutterstock.comVDI-Verbrauchertipps-Heizen-mit-Holzpellets-T1_702x363

Warum überhaupt mit Holzpellets heizen?
Auch bei der Wärmegewinnung spielen erneuerbare Energien eine immer wichtigere Rolle. Pelletzentralheizungen oder Pelletkaminöfen sind nicht nur eine klimaschonende, sondern auch eine komfortable und preisgünstige Lösung der Wärmeerzeugung. Und das nicht nur in Privathäusern. Bei Kommunen und im gewerblichen Bereich sind die kleinen Holzpresslinge mittlerweile sehr beliebt. Viele Immobilien- bzw. Eigenheimbesitzer haben erkannt, dass mit Pellets gleichzeitig Geldbeutel und Umwelt geschont werden können.

Welche Bestandteile gehören zu einer Pelletheizung und was kostet die Gesamtanlage ungefähr?
Am Markt gibt es Pelletkessel, die in der Regel als Zentralheizungsanlage für die komplette Immobilie dienen, oder Pelletkaminöfen, die in der Regel nur einen einzelnen Raum wärmen. Der Pelletkessel wird in Verbindung mit einem Pelletlager betrieben. Auf dieses kann bei einem Pelletkaminofen verzichtet und stattdessen Sackware genutzt werden. Bei einem Pelletkessel empfiehlt sich die Einbindung eines Pufferspeichers.
Die durchschnittlichen Kosten einer Pelletkesselanlage für ein Einfamilienhaus (Nennwärmeleistung zwischen 10 kW und 20 kW) einschließlich Peripherie und Montage lagen laut einer Studie aus dem Jahr 2013 ungefähr bei 15.000 Euro. Dabei können die Kosten je nach Ausführung erheblich schwanken. Für das passende Pelletlager fallen zusätzliche Kosten an, die je nach den örtlichen Gegebenheiten (Nutzung eines bereits vorhandenen Öltanklagers) ebenfalls stark schwanken können. Für eine grobe Kostenabschätzung liegt man mit ca. 20.000 Euro für ein Einfamilienhaus in der Regel auf der sicheren Seite.

Wieviel kosten Pellets?
Verglichen mit den Preisen für fossile Energieträger, die starken Schwankungen unterliegen, hat sich der Pelletpreis in den vergangenen Jahren als unabhängig und stabil erwiesen. In den letzten Jahren lag der Preis für Holzpellets rund 30 % unter dem für fossile Brennstoffe (z. B. Erdgas). Durch die günstigeren Brennstoffkosten und die finanzielle Förderung bei der Anschaffung amortisieren sich die höheren Investitionskosten für eine Pelletheizung gegenüber einer Heizung für fossile Energieträger nach wenigen Jahren.

Bekomme ich eine Förderung und wenn ja, wie hoch ist sie?
Es gibt vielfältige und lohnende Fördermöglichkeiten. Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (www.bafa.de) werden z. B. automatisch beschickte Pelletkessel, Pelletkaminöfen mit Wassertasche und Kombikessel für den Einsatz von Pellets und Scheitholz im Leistungsbereich zwischen 5 kW und 100 kW Nennwärmeleistung gefördert. Die Höhe der Fördersumme ist abhängig von der Nennwärmeleistung. Es gibt jedoch Mindestförderbeiträge, der z. B. für einen Pelletkessel bei 3.000 Euro liegt, beim Heizungstausch sogar bei 4.200 Euro. Neben dieser Basisförderung des BAFA, die für Anlagen in Bestandsbauten gelten, gibt es im Rahmen der sogenannten Innovationsförderung des BAFA auch für Anlagen in Neubauten eine Förderung. Zusätzlich gibt es für bestimmte Fälle weitere Fördermöglichkeiten. Einen umfassenden Überblick über die einzelnen Förder- und Kombinationsmöglichkeiten sowie zu den Förderbedingungen finden Sie in dem beigefügten Verbrauchertipp.

Wie und wo lagere ich Pellets?
Platz für die Pellets findet sich in der kleinsten Hütte, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Im Gebäude können Pellets im Keller, im Erd- oder auch Dachgeschoss gelagert werden. Ist im Haus selbst kein Platz, können Fertiglager aus Beton, glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) oder Stahl unterirdisch im Garten vergraben werden. Auch ein geschützter Außenbereich in Garage, Carport oder Anbau ist geeignet. Bei größeren Anlagen bietet sich ein Heizcontainer oder ein separates Außensilo an. Der Einbau eines Fertiglagers ist im Vergleich zum individuell gestalteten Pelletlager aufgrund der geringeren Fehlerquote und der Komplettlösung einschließlich fachgerechter Befüll- und Entnahmevorrichtung empfehlenswert. Aber egal wo die Pellets letztendlich gelagert werden: Das Pelletlager sollte für die Befüllung durch Silofahrzeuge zugänglich sein.

Muss ich bezüglich der Nachbarschaft etwas beachten?
Ja, denn die Emissionen aus Feuerungsanlagen müssen in einer bestimmten Höhe abgeleitet werden, Mit dieser Mindesthöhe können die Anforderungen des Immissionsschutzes zum ungestörten Abtransport der Abgase mit der freien Luftströmung und zur ausreichenden Verdünnung der Abgase erfüllt werden. Details sind in der Richtlinie VDI 3871 Blatt 4 zu finden. Ob sich für die Nachbarn eine Geruchsbelästigung ergibt, lässt sich mit der Richtlinienreihen VDI 3883 überprüfen.

Weiterführende Informationen, wie zum Beispiel laufende Kosten oder Hinweise zum Brandschutz, finden Sie im ausführlichen Verbrauchertipp „Heizen mit Holzpellets“, der Ihnen hier als Download zur Verfügung steht.

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Iris_LindnerAutorin: Iris Lindner
Die Diplom-Ingenieurin (FH) ist für uns in Sachen Berichterstattung rund um die VDI-Richtlinien in den sozialen Netzwerken unterwegs.

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3 Gedanken zu “FAQ zum Heizen mit Holzpellets

  1. ein Schmarren. Die Frage der Nachhaltigkeit und der Feinstaubbelastung wird völlig ausgeblendet. Der VDI ist da schon wesentlich weiter. Wer schenkt dem Autor/der Autorin ein VDI-Nachrichten Abo.

    • Im Gegensatz zu anderen Heizarten (z.B. Heizöl) unterliegt der Pelletmarkt keinen derartig gravierenden Schwankungen und rapiden Preisumschwüngen. Natürlich kann es aufgrund von nicht vorhersehbaren Ereignissen wie starken Wetterkapriolen oder andere Ausnahmesituationen zu schnelleren Preisschwankungen kommen, jedoch beschränkt sich dies zumeist nur auf regionale Märkte.
      Wann Holzpellets teurer oder billiger sind bzw. werden, lässt sich des Öfteren an der vorangegangenen Preisentwicklung der Vorjahre erahnen. Diese erkennbaren Muster sind natürlich kein Garant für zukünftige Preisvorhersagen, jedoch bieten sie gute Anhaltspunkte im Hinblick auf einen guten Zeitpunkt zum Pelletskauf.

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