Steigerung der Energieeffizienz

Was können unsere Gebäude für den Klimaschutz leisten?

Das „Null-Energiehaus“ könnte einen großen Beitrag zum Klimaschutz in Deutschland leisten. Da der Anteil von Neubauten jedoch bei unter einem Prozent liegt, ergibt sich in der Summe kaum ein Effekt. Es muss zunächst bei bestehenden Gebäuden angesetzt werden – vor allem bei der Energieeffizienz.

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de HausIn Deutschland entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen auf Gebäude. Dabei spielt die Gebäudetemperierung die entscheidende Rolle. Die Energieeffizienz- und Klimaschutzziele der Bundesregierung können daher nur erreicht werden, wenn der Energieverbrauch in Gebäuden weiterhin deutlich abnimmt. Dazu muss u.a. durch Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung eine möglichst rationelle Energienutzung sowie der Einsatz effizienter Energiewandlungstechnologien, primär auf Basis erneuerbarer Energien, realisiert werden. Nur so können die in der Energiewende definierten Zielwerte für 2020 und 2050 sowohl unter technischen als auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten erreicht werden.

Das sogenannte „Null-Energiehaus“, das im Neubau heute schon realisierbar ist, wäre ein guter Schritt in Richtung Klimaziele. Allerdings liegt der Anteil des Neubaus am gesamten Gebäudebestand unter einem Prozent. Das heißt, dass auch eine hohe Energieeffizienz im Neubau keine nennenswerten Effekte auf Energiebilanz und CO2-Minderung des gesamten Gebäudebestands in Deutschland haben. Dringend sollte daher die Steigerung der Effizienz bei den bereits bestehenden Gebäuden angegangen werden. Hier besteht ein großes Potenzial zur Energieoptimierung.

Bei den derzeitigen Energiepreisen und unzureichenden Anreizprogrammen ist die Wirtschaftlichkeit einer Modernisierung in vielen Fällen jedoch nicht attraktiv. Sanierungsmaßnahmen unterbleiben deshalb oft. Der Fokus von Politik und Wirtschaft sollte sich sowohl auf Wohngebäude als auch auf Nichtwohngebäude richten. Denn gerade bei Nichtwohngebäuden gibt es aufgrund der Anlagengrößen größere Einsparpotenziale.

Wer eine Steigerung der Energieeffizienz an privat oder geschäftlich genutzten Gebäuden plant, sollte eine objektive und transparente energetische Bewertung des Gebäudes und der Gebäudetechnik, welche auf Bedarfswerten mit festgelegten Innenraumkriterien basieren, vornehmen. Als Basis dafür eignet sich der Energieausweis von Gebäuden, der von einem professionellen Energieberater erstellt wird. Energieausweise auf Basis von Verbrauchsdaten sind einfacher zu erstellen, aber bezüglich der ableitbaren Maßnahmen weit weniger geeignet. Wichtig ist dabei, die Auswirkungen einzelner Maßnahmen darzustellen, um diese mit den entsprechenden Kosten transparent zu machen, nicht in jedem Fall bringen die großen Investitionen auch die vergleichsweise großen Effekte.

Wie ein Ingenieur Häuser für die Energiewende fit macht, zeigen wir Euch in unserer aktuellen Ingenieurgeschichte. Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

Thomas Therhorst_TW2Autor: Dipl.-Ing. Thomas Terhorst
Aufgabe im VDI: Geschäftsführer in der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik

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