So geht´s richtig

10 Tipps zum Heizkostensparen

Gerade jetzt in der kalten und dunklen Jahreszeit läuft die Heizung auf Hochtouren. In jeder Wohnung verbergen sich so einige Möglichkeiten, ein paar Euro bei der nächsten Heizkostenabrechnung zu sparen. Wir haben 10 Tipps für Euch zum Heizkostensparen zusammengetragen.

Bild: Shutterstock / Sascha Preussnerrichtlinie-vdi-2077-tipps-heizkostensparen-t1_702x363

1. Für jeden Raum die richtige Heiztemperatur
Jedes Grad weniger spart in etwa sechs Prozent an Heizkosten. Deshalb sollten die Räume auch nach ihrer Nutzung beheizt werden. In Wohnräumen sind Zimmertemperaturen von rund 20 °C optimal, in Kinderzimmern sollten es sogar zwei Grad mehr sein. Im Bad, wo man sich häufig unbekleidet aufhält, darf die Temperatur bei etwa 23 °C liegen. Temperaturen von 15 bis 16 °C tragen im Schlafzimmer zu einem erholsamen Schlaf bei. Diese Temperaturen sind auch in der Küche völlig ausreichend, da die abgestrahlte Wärme von Herd und Backofen den Raum zusätzlich aufheizt.

2. Nachts braucht es keine volle Heizleistung
Wer die Raumlufttemperatur nachts von 20 auf 17 °C senkt, spart damit bereits einige Prozent seiner Heizkosten.

3. Wer nicht heizt, der geizt
Das Motto „weniger ist mehr“ kann fatale Folgen haben. Nicht nur, weil es zu lange dauert, um die Zimmer wieder aufzuheizen, wenn die Temperatur unter 12 °C sinkt. An kalten Wänden kondensiert Feuchtigkeit, was zu Schimmelbefall führen kann. Kondenswasserbildung lässt sich dadurch vermeiden, dass Türen zu wenig beheizten Zimmern geschlossen bleiben und die Heizkörper auch während des Urlaubs so eingestellt werden, dass die Raumtemperatur stetig auf 12 bis 15° C gehalten wird. Andersherum ist auch zu beachten, dass durch zu starkes Heizen die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr abnimmt, denn dadurch steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen und Erkältungen.

4. Heizkörper nicht zustellen
Auch wenn sie optisch nicht zu den Möbeln im Wohnzimmer passen: Heizkörper sollten nicht mit Möbeln zugestellt oder hinter dicken Vorhängen versteckt werden. Nur wenn sie die Wärme ungehindert abgeben können, lassen sich Heizkosten sparen.

5. Heizkörper regelmäßig entlüften
Fangen die Heizkörper an zu gluckern oder werden nicht mehr richtig warm, ist es Zeit, sie zu entlüften. Tun Sie das einmal im Jahr vor Beginn der Heizperiode, können Sie die Heizkosten um bis zu 15 Prozent senken.

6. Richtig Lüften
In einem Vier-Personen-Haushalt verdunsten täglich etwa zehn Liter Wasser. Logisch, dass hier ordentlich gelüftet werden muss, damit kein Schimmel entsteht. Zweimal täglich die Fenster für zehn Minuten weit öffnen und dabei die Heizkörper zudrehen. Durch diese Stoßlüftung kühlen Räume und Wände nicht zu sehr aus, wie es bei permanent gekippten Fenstern der Fall ist.

7. Fenster und Türen abdichten
Das bisschen Zugluft ist nicht so schlimm? Von wegen! Sind Fenster und Türen absolut dicht, kann das eine Kostenersparnis von 30 Prozent bringen. Dafür müssen lediglich ein paar Euro in aufklebbare Isolierbänder oder einfache Zugluftstopper investiert werden.

8. Teppiche machen’s warm
Fliesen, Stein- oder Holzböden sind zwar pflegeleicht, Läufer oder Teppiche darauf ändern jedoch das Kälteempfinden. Räume, die zuvor als zu kalt empfunden wurden, werden dadurch als rund zwei Grad wärmer wahrgenommen. Das Minus auf der Heizkostenabrechnung liegt Euch also praktisch zu Füßen, denn allein durch diese Wahrnehmung wird die Heizung nicht höher gestellt.

9. Programmierbare Thermostate erleichtern die Regelung
Morgens vergessen, die Heizung hochzudrehen, oder abends übersehen, die Temperatur zu reduzieren? Mit programmierbaren Thermostaten müssen Sie sich darüber keine Gedanken mehr machen. An ihnen lässt sich auf die Minute genau einstellen, wann die Temperatur steigen und wieder absinken soll.

10. Heizungsanlage warten lassen
Um bis zu weitere fünf Prozent an Heizkosten zu sparen, sollte einmal im Jahr ein Fachmann die Heizungsanlage warten. Ist der Brenner nämlich ungenau eingestellt, steigt der Energieverbrauch.

Ihr wollt mehr zum Thema Heizkostensparen erfahren? Dann schau Euch unsere „FAQ zu Heizkostenabrechnung“ an, findet heraus, „Was tun, wenn die Heizkostenabrechnung zu hoch ist?“ oder lest unsere Anleitung „Richtig Lüften“.

Das Thema Heizkostenabrechnung behandelt auch unsere Richtlinienreihe VDI 2077. Dort erfahrt Ihr alles zur Verbrauchskostenabrechnung für die Technische Gebäudeausrüstung.

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philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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28 Gedanken zu “10 Tipps zum Heizkostensparen

  1. Na, ein Beitrag über’s Heizkosten sparen ist am meteorologischen Frühlingsanfang 1. März wohl fünf Monate zu spät veröffentlicht…

  2. Absorbwind: Richtiges Lüften spart am Meisten (oft bis zu 60 %) und ist für die Gesundheit am Besten: Hygrometer in jedem Raum aufstellen und kurz und umfassend zu lüften (Fenster komplett auf Durchzug),
    insbesondere wenn ein kritischer Wert, spätestens wenn dieser ca. 70 % erreicht; Lüften beenden wenn die Luftfeuchtigkeit wieder signifikant, z. B. auf 50 % bis 30 %, je nach baulichen Gegebenheiten herunter gegangen ist (je nach baulichen Gegebenheiten oft schon nach 30 Sekunden).
    Ideal wenn vorher schon die Heizkörper kalt gestellt wurden. Komfortabler ist auf jedenfall eine kontrolierte automatische Lüftung. Wer Fenster und Türen abdichtet muß in der Folge mehr Lüften und häufiger die Fenster ganz öffen,
    riskiert ansonsten Gesundheitsprobleme und mehr Schimmmel, und spart am Ende keine Heizkosten.

  3. Hallo Wolfgang, danke für die Hinweise zum Energiesparen. Mit unseren Verbrauchertipps richten wir uns in erster Linie an Endverbraucher. Die Tipps sind allgemeiner Natur und sollen auch den Laien ansprechen in diesem Thema aktiv zu werden.
    In Abhängigkeit von Heizungstyp, Gebäudetyp und Gebäudenutzung ergeben sich selbstverständlich für jeden Einzelnen unterschiedliche Herangehensweisen an dieses Thema.

  4. Sehr geehrter Herr Hasselbach,

    ist das wirklich für VDI-Ingeneure gedacht, oder sollen es die Journalisten von Tageszeitungen weitergeben? Die schreiben so etwas schon dauernd.
    Speziell ärgert mich, dass Sie dass Gerücht von der Stoßflüftug
    auffrischen. Es mag gegen Schimmelpilz gut sein, zweimal täglich zu lüften, aber das ist viel zu wenig, wenn die Luftqualität eigermaßen sein soll und wenn es während der Öffnungszeiten nicht sehr ungemütlich werden soll. Spaltlüftung ist viel besser, wenn der Spalt richtig eingestellt wird. Er muss bei tiefen
    Außentemperaturen sehr klein, einige Millimeter, und bei hohen sehr groß sein. Darüber können Sie mehr erfahren in einem Forschungsbeicht bei BAUA, durchgeführt vor einigen Jahren von Klimakonzept.

    Mit freundlichem Gruß

    Klaus Fitzner

    • Sehr geehrter Herr Professor Fitzner,
      vielen Dank für Ihre kritischen Anmerkungen und Hinweise. Mit unseren Verbrauchertipps richten wir uns in erster Linie an Endverbraucher. Die Tipps sind allgemeiner Natur und sollen auch den Laien ansprechen in diesem Thema aktiv zu werden. Gerüchte möchte wir mit unseren Tipps auf keinen Fall auffrischen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Stephan Hasselbach

  5. Guten Tag,

    was würden Sie für Räume empfehlen, die nicht regelmäßig beheizt werden können oder in denen gar kein Heizkörper vorhanden ist? Ein Radiator ist ja nicht gerade das kosteneffizienteste..

    Vielen Dank & liebe Grüße
    Enrico

  6. Allgemeingültig kann man die Frage nicht beantworten. Üblicherweise sind zum Beispiel Flure nicht beheizbar, jedoch ist das kein Problem, da sie über die umliegenden Räume beheizt werden. Wohn- und Aufenthaltsräume hingegen müssen in der einen oder anderen Form beheizbar sein.

    Damit es nicht zu Schäden an der Bausubstanz und zu Schimmelbildung kommt, ist es unabdingbar, dass Taupunktunterschreitungen vermieden werden. Diese hängen neben der Wandoberflächentemperatur von der im Raum herrschenden Luftfeuchte ab. Feuchtigkeit kann auf verschiedenen Wegen in den Raum gelangen: Menschen, die Wasser abatmen oder über die Haut verdampfen, das Trocknen von Wäsche oder anderen Dingen im Raum, Kochen usw. Bei Kellerräumen kann ferner Feuchtigkeit durch die Wände in den Raum gelangen. Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten, die Feuchte im Raum zu reduzieren: Eintrag (siehe Vorstehendes) möglichst vermeiden oder reduzieren, Temperatur erhöhen, Austrag erhöhen, d. h. Luftaustausch der Raumluft mit trockener Luft, und zu guter Letzt maschinelle oder chemische Entfeuchtung. Die beste Lösung ist aber, wie eingangs erläutert, fallabhängig auszuwählen.

    Ein Radiator ist vielleicht nicht die optimale und energieeffizienteste Methode, um einen solchen Raum zu benutzen, kann jedoch eine auch wirtschaftlich attraktive Alternative sein, wenn man eine Heizung erst noch einbauen müsste. Er ist allemal günstiger als Schimmel an der Wand (mit den resultierenden Gesundheitsrisiken) oder Schäden am Bauwerk.

    Mit freundlichem Gruß
    Thomas Wollstein

  7. Zur Reduzierung von Luftfeuchtigkeit und Schimmelbildung empfiehlt sich ein Luftentfeuchter. Den kann man auf eine gewünschte Luftfeuchtigkeit einstellen, und entzieht damit die 10 Liter wieder der Luft. Die Wärmeenergie dieser abgekühlten 10 Liter wird dabei wieder an den Raum abgegeben, nebst der Kompressorwärme.

  8. Guten Tag, ergänzen sollte man vielleicht noch, dass die allgemeinen Hinweise für bewohnte(!) bzw. auch im Winter genutzte Gebäude/Räume gelten. Wir haben zu diesem Thema regelmäßig Debatten wegen unseres Vereinsheims, das im Winter leer steht und nur für den Frostschutz auf knapp 10° C geheizt wird. Die Luftfeuchtigkeit ist konstant unter 50% weil wir NICHT lüften und schon gar nicht bei „schönem warmem Wetter“, da sonst mit der Warmen Luft Feuchtigkeit ins Gebäude käme. Und es darf sich natürlich niemand unnötig im Gebäude aufhalten bzw. alle Feuchtigkeitsquellen sind zu vermeiden. So machen wir das mittlerweile einige Jahre und haben weder mit Kondensat noch mit Schimmel Probleme. Die Heizkosten konnten wir halbieren gegenüber der üblicherweise empfohlenen 16° oder mehr, auf die wir das Gebäude früher geheizt haben.

  9. Hallo zusammen,
    vielen herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Tipps zum Thema Heizkosten sparen. Besonders gut finde ich den Tipp, dass man die Heizung niemals ganz abschalten soll! Das habe ich bisher immer falsch gemacht, aber für den nächsten Winter weiß ich jetzt Bescheid.

  10. Vielen Dank für den informativen Beitrag. Das sind sehr gute Tipps! Meine Tochter hat sich in ihrer neune Wohnung auch neue Heizungen installieren lassen. Ich werde ihr die Tipps weitergeben, darüber freut sie sich sicher.

  11. Hallo zusammen,
    vielen lieben Dank für diesen spannenden und informativen Beitrag zum Thema Heizungsanlage. Die Thematik ist sehr umfangreich und für einen Laien nur sehr schwer zu überblicken. Aus meiner Sicht sollte man einen Fachmann kontaktieren, sobald mit Probleme mit der Heizung hat.

  12. Hallo und vielen Dank für den Beitrag!

    Das Thema ist seit ein paar Wochen auch bei uns in der WG angekommen, da wir versuchen wollen die Heizkosten ein wenig runterzuschrauben. Eure Tipps finde ich sehr gut und werden wir auf alle Fälle berücksichtigen.

    Ich habe vorher noch hier gelesen https://www.warmundwohlig.de/richtig-heizen-und-geld-sparen/ und mir ist dabei aufgefallen, dass in dem Beitrag der Schwerpunkt eher auf der richtigen Kleidung liegt und das es bei uns eben auch ein guter Ansatz ist, denn ich friere viel stärker als meine männlichen WG-Mitbewohner ;) Da hat es auch schon geholfen, dass ich mir einen Fußwärmer für die Couch zugelegt habe…

    LG Caro

  13. Ein super Tipp ist auch das Nutzen einer Heizungssteuerung. Man hat zwar am Anfang etwas höhere Anschaffungskosten, aber nach einiger Zeit hat man die locker wieder drin, da man mit der Heizungssteuerung den Heizbedarf perfekt einstellen kann und dementsprechend nicht zu viel heizt.

  14. Danke für die guten Tipps, rund um die Heizung. Bei meiner Bekannten wurde eine neue Heizung installiert. Seit dem sind ihre Heizkosten auch gesunken.

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