Nachwuchsprojekte des VDI

„Hier können Jugendliche ihre technischen Interessen ausleben“

Egal ob technikbegeistert oder „fachfremd“, bei den VDI-ZUKUNFTSPILOTEN kann jeder Jugendliche seine technischen Interessen herausfinden und ausleben. Warum sie dieses Projekt unterstützt, verrät uns Sarah Kempf. Sie leitet ehrenamtlich die beiden Nachwuchsprojekte VDI-ZUKUNFTSPILOTEN und den VDIni-Club im Bergischen Land.

Hallo Frau Kempf, bitte stellen Sie kurz vor.
Mein Name ist Sarah Kempf, ich bin 32 Jahre alt und wohne in Wuppertal. Ich bin von Beruf Chemikerin, arbeite in einem mittelständischen Unternehmen im Bergischen Land und promoviere an der Universität Wuppertal.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Bild: VDI Bergischer BVSarah Kempf-Bild2Durch Zufall, Glück und durch Neugier und Interesse an Entdeckungen. Ursprünglich habe ich Großhandelskaufmann gelernt, war in Asien für ein bekanntes Autohaus tätig und bin nach ein paar Jahren ursprünglich übergangsweise in einem chemischen Werk gelandet. Irgendwann hat mir das Nachfragen und das Verstehen von dem, was ich da verkaufe, so viel Spaß gemacht, dass ich mich auf den Hosenboden gesetzt habe und es mit studieren probiert habe. Das war nicht immer ganz leicht mit Job und gleichzeitig an der Uni, aber am Ende hat es ja dann doch geklappt.

Sie setzen sich ehrenamtlich für die VDI-Nachwuchsprojekte ein. Das ist wirklich toll! Nach einem VDIni-Club leiten Sie nun auch die VDI-ZUKUNFTSPILOTEN im Bergischen Land. Wie kam es dazu?
Mein Mitaktiver vom VDIni-Club (leider mittlerweile in einen anderen Bezirk gezogen) hat als Erster von der Initiative gehört und mich dann mit ins Boot geholt. Natürlich macht es mir Freude beide Clubs zu leiten, aber es ist auch viel ehrenamtliche Leistung. Nicht nur Exkursionen oder Ausflüge leiten, sondern auch das Drumherum mit Terminorganisation, Raumabsprachen, Leute einladen, Abrechnungen, Netzwerken etc. darf man dabei nicht vergessen. Ein gutes Team im Hintergrund hilft immens.

Das klingt nach sehr viel Aufwand neben dem Beruf. Wir hoffen doch, dass es Ihnen trotz alledem Spaß macht?
Es ist aufwendig, das stimmt. Aber es macht mir Spaß und mittlerweile ist das Team gewachsen. Herr Ruppert (Teammitglied) macht unsere Schulkooperation in Remscheid zusammen mit mindestens einem Lehrer. Wir im Bergischen Land haben eine Werkstatt gefunden, werden dort pädagogisch unterstützt und mit technischem Wissen von tollen Kollegen unterstützt.

An welchen Themen/Projekt arbeiten Ihre ZUKUNFTSPILOTEN zurzeit?
Wir haben uns bis zum jetzigen Zeitpunkt mit verschiedenen Themen befasst. Die ZUKUNFTSPILOTEN konnten frei wählen, welche Projekte sie angehen möchten.
Wir haben ein Fluggeräte-Projekt, wo wir noch in der Findungsphase sind, wie das Gerät überhaupt aussehen soll. Wir haben zudem einige Teilnehmer, die sich mit Blink- und Blitzschaltungen beschäftigen. Darüber hinaus erwerben die Jugendlichen bei uns auch Grundlagen z.B. im Löten. Unser Rasberry Pi hat zurzeit einige Fans, genauso wie das Arduino-Projekt. Und als größte Baustelle kommt als nächstes ein 3-D-Drucker.

Welche Jugendlichen können Sie bei sich im Club begrüßen und wie werden diese auf Ihren Club aufmerksam?
Das sind ältere VDInis, ältere Geschwisterkinder, Nachwuchs oder Patenkinder von unseren Ingenieuren vor Ort und natürlich auch die interessierten Freunde eines ZUKUNFTSPILOTENS. Einige werden auch durch Veranstaltungen wie dem Girlsday oder dem Bergischen Primanertag auf uns aufmerksam.

Warum sollte ein Jugendlicher Teil der VDI-ZUKUNFTSPILOTEN werden?
Ganz einfach: Es gibt die Möglichkeit, sich selbst in einem Projekt zu verwirklichen und seine technischen Interessen auszuleben. Die Jugendlichen sollen es einfach ausprobieren. Einfach mal bei uns vorbeischauen und wenn es ihnen gefällt, gerne wiederkommen!

Was bieten die VDI-ZUKUNFTSPILOTEN noch für Vorteile?
Es ist kein Problem „fachfremd“ zu sein solange ein Bezug und ein Interesse an Technik vorhanden sind. Manchmal weiß man auch erst, ob man etwas kann, wenn man es ausprobiert hat – und bei uns gibt es dazu die Möglichkeiten. Der VDI begleitet uns von den Jüngsten (VDInis, ab vier Jahren) bis hin zu den aktiven Senioren. Ich selber werde im Sommer meinen ersten Zukunftspiloten an die Studenten und Jungingenieure übergeben. Es ist toll, dass im VDI eine einfache Struktur vorhanden ist, die einen auffängt, einem Ansprechpartner für die ersten Hürden im Studium und für den Jobeinstiegt zur Seite stellt.

Frau Kempf, danke für das tolle und informative Gespräch!
Gerne. Liebe Grüße aus Wuppertal.

Braumann_Lisa_236x309Das Interview führte: Lisa Braumann
Position im VDI: Sekretärin im VDI e.V., Bereich Beruf und Gesellschaft
Aufgabe im VDI: Unterstützung der Nachwuchsprojekte VDIni-Club und VDI-ZUKUNFTSPILOTEN

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