Road to #Rio2016

„Sitzvolleyball ist vor allem ein schneller Sport“

Im Rahmen unserer Beitragsreihe zu den Olympischen Spielen berichten wir über drei Sportler auf ihrem Weg nach Rio, die neben dem Sport noch ein Studium absolvieren. Neben Rollstuhlsprinter Marc Schuh und Judoka Laura Vargas Koch begleiten wir Sitzvolleyballer Stefan Hähnlein. Der 25-jährige Berliner holte bereits bei den Paralympics 2012 die Bronze-Medaille.

Bild: Mika Volkmann160210_VDI_WW_Olympia_702x363px-V1_mit Kasten

Stefan Hähnlein begann mit seiner Sportart, nachdem ihm im Alter von 12 Jahren sein rechter Oberschenkel aufgrund von Knochenkrebs amputiert werden musste. Bei ihm wurde eine sogenannte Umkehrplastik vorgenommen. Das heißt, die Stelle, an der der Krebs saß, wurde entfernt, dann der Unterschenkel um 180 Grad gedreht und dort angesetzt, wo der Oberschenkel abgenommen wurde. „Auf einem Seminar zu Umkehrplastik wurde die Sportart Sitzvolleyball vorgestellt. Ich war daran sehr interessiert und wollte direkt wissen, ob es auch einen Verein in Berlin gibt“, erzählt der Spitzensportler darüber, wie er zu der Sportart kam. Vor seiner Operation spielte er begeistert Basketball. „Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall eine Ball-Teamsportart weiter machen wollte.“

Beim Sitzvolleyball können behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen spielen. „Das Zusammenspiel läuft in der Nationalmannschaft sehr gut“, so Hähnlein. „Manchmal sind die Spieler mit zwei Beinen auf dem Feld allerdings eingeschränkter und unbeweglicher als ein Spieler mit nur einem Bein“, berichtet er. Auch das Sitzenbleiben fiele den Menschen ohne Handicap etwas schwerer, sagt er augenzwinkernd.

Bei den Paralympics gibt das Bundesinstitut für Sportwissenschaft vor, dass jede Mannschaft zu jeder Zeit maximal nur einen Spieler mit einer minimalen Behinderung einsetzen kann. Eine minimale Behinderung weisen Athleten auf, wenn sie nicht mehr im Stehen spielen können (z.B. durch ein instabiles Kniegelenk). Die restlichen Spieler müssen einen schwereren Grad der Behinderung aufweisen.

Das Spielfeld ist beim Sitzvolleyball fünf Meter lang und sechs Meter breit (anstatt 18m x 9m beim Standvolleyball). Auch das Netz ist tiefer (bei Damen 1,05m, bei Herren 1,15m). „Außerdem darf der Aufschlag geblockt werden und wir bewegen uns mit Armen und Beinen im Rutschen auf dem Boden vorwärts“, erklärt Hähnlein die Regeln des Spiels. „Daher ist eine gut rutschende Hose von Vorteil, die möglichst nicht aus Baumwolle ist.“ Das Material wird bei der Sportart allerdings auf eine harte Probe gestellt: Alle drei Monate verbraucht Hähnlein eine Hose und pro Jahr drei Paar Schuhe.

Die oberste Grundregel der Sportart ist, dass der Rumpf bei Ballkontakt auf dem Boden ist. Ist dies nicht der Fall, gewinnt der Gegner Punkt und Aufschlagrecht. Diejenige Mannschaft, die als erste 25 Punkte erreicht und zwei Punkte Vorsprung hat, gewinnt den Satz.

Was Spitzensportler Hähnlein besonders gut an seiner Teamsportart gefällt, ist die Schnelligkeit des Spiels. „Da die Netzhöhe so gering ist, geht es sehr schnell auf dem Feld zu.

Hanna_Büddicker_VDI1Die Autorin: Hanna Büddicker
Position im VDI: Assistentin der Bereichsleitung Strategie und Kommunikation
Aufgabe im VDI: PR und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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