VDI-Verbrauchertipp

FAQ zur LED-Beleuchtung

Wenn es um LED-Beleuchtung geht, haben die Verbraucher immer noch viele Fragen. Wir haben einmal die am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt:

Soll ich meine vorhandenen Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren austauschen?
Nein. Die Effizienz von Energiesparlampen und die von LED-Beleuchtungen ist vergleichbar. Vorhandene Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren können aus Sicht der Wirtschaftlichkeit weiterhin verwendet werden. Erst wenn sie defekt sind, ist der Austausch durch LED-Lampen sinnvoll. Funktionsfähige Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren sollten Sie nur ersetzen, wenn Sie die Farbwiedergabe verbessern oder die Einschaltzeit verkürzen wollen oder wenn es Ihnen wichtig ist, Beleuchtungen zu verwenden, die kein Quecksilber enthalten.

LED-Lampen sind recht teuer. Soll ich deshalb die Glühlampen in einer Leuchte nach und nach austauschen?
Nein. Die LED-Technik entwickelt sich technologisch immer noch rasant weiter. Dadurch kann es passieren, dass eine LED-Lampe, die Sie heute kaufen, schon nach wenigen Monaten nicht mehr angeboten wird. Wenn Sie Wert auf eine gleichmäßige lichttechnische Erscheinung legen, sollten Sie alle betroffenen Lampen zusammen mit baugleichen Produkten austauschen. Sie sollten nicht davon ausgehen, dass der Nachkauf jederzeit möglich ist.

Ist es sinnvoll, sich einen Vorrat an LED-Lampen anzulegen, um sie einzusetzen, wenn die Vorgängerlampe ausfällt?
Nein. Die Handelspreise von LED-Beleuchtungen sinken derzeit kontinuierlich, und man kann davon ausgehen, dass der Preisverfall bis mindestens 2016 anhält. Daher sollten Sie nur die LED-Lampen kaufen, die Sie momentan benötigen.

Soll ich angesichts des zu erwartenden Preisverfalls noch warten, bis ich LEDs einsetze?
Nein. LEDs sind heute schon die wirtschaftlichsten Beleuchtungen am Markt. Die hohen Anschaffungskosten werden von niedrigen Betriebskosten über die Stromeinsparungen mehr als ausgeglichen.

Kann bei LED Leuchten auch ein stroboskopischer Effekt auftreten? Wenn ja, was kann dagegen unternommen werden?
Die pauschale Antwort ist: Ja, es kann ein Stroboskop-Effekt auftreten. Technisch ist es selbstverständlich möglich, die Gleichspannung für die LEDs zu glätten und so einen Stroboskop-Effekt zu vermeiden. Dafür sind aber zusätzliche Bauteile wie Kondensatoren in der Ansteuerelektronik erforderlich. Aus Kosten- und Platzgründen wird in Lampen für den Massenmarkt darauf womöglich verzichtet. Für Ihre spezielle Anwendung sollten Sie Anbieter auswählen, die auf Industriekunden spezialisiert sind und die Flimmerfreiheit als Produktmerkmal spezifizieren.

Wenn Halogeneinbaustrahler, zum Beispiel in einem Wohnzimmer, durch sogenannte Retrofit LED-Strahler ersetzt werden, die Trafos und evtl. Dimmer aber die „alten“ bleiben, wird dann nicht viel Energie im Trafo und Dimmer verheizt? Wie verhält es sich mit der Mindestanschlussleistung der Dimmer?
Aufgrund der Vielfalt der Dimmer einerseits und der LED-Lampen andererseits lässt sich nicht pauschal beantworten, ob eine Konstellation funktionieren wird, oder nicht. In den Verbrauchertipps haben wir empfohlen, es zunächst mit einer einzelnen LED-Lampe (und natürlich keiner alten Lampe mehr) am Dimmer auszuprobieren. Wenn es damit klappt, wird es auch mit mehreren Lampen am Dimmerkreis funktionieren.

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Erik MarquardtAutor: Dr. Erik Marquardt
Aufgabe im VDI: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik, Fachbereich Optische Technologien

 

Kommentare & Pingbacks

22 Gedanken zu “FAQ zur LED-Beleuchtung

  1. Vielen Dank für den hilfreichen Artikel!

    Ich hätte noch eine Frage: Kann ich bei einer bestehenden Halogenlampe mit mehreren Halogenleuchten diese nacheinander, wie sie ausfallen, durch LEDleuchten ersetzen oder gibt es technische Gründe, dies auf einmal zu tun?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe!
    Oliver Dittmann

  2. Hallo Herr Dittmann,

    LED-Retrofit Lampen für Halogenlampen sollten problemlos mit bestehenden Halogenlampen am einem Vorschaltgerät zusammen funktionieren. Achten Sie aber darauf, dass Sie eine passende Lampe aussuchen (Typ der Fassung und Versorgungsspannung). An Ihrer Stelle würde ich aber alle baugleichen Lampen in einem Raum zusammen durch LEDs von einem einzigen Typ eines Herstellers austauschen, damit sie von allen Lampen das gleiche Licht (Helligkeit und Farbe) bekommen. Am besten kaufen Sie eine LED und probieren aus, ob Ihnen das Licht gefällt, und dann holen sie sich die LEDs für den ganzen Raum. Mit dem Probekauf einer LED sind Sie auch sicher, ob die LED wirklich in die bestehende Fassung passt.

    • Bei Halogentrafos bitte immer die Mindestlast beachten. Ein elektronischer Trafo z. B. kann dann stark flackern und muss getauscht werden.

  3. Zum letzten Punkt hätte ich anzumerken, dass die Betriebszeit eine immens wichtige Rolle spielt. Gerade für den privaten Verbraucher -an den sich der Artikel wendet- lohnt sich die LED hauptsächlich bei langen Brenndauern.

    Wenn ich 1x täglich das
    Kellerlicht für 10 Minuten einschalte fährt man durchaus aus mit einem Halogenleuchtmittel sehr gut. Eine LED für 6-9 Euro macht sich in dem Falle nie bezahlt.

  4. Der Hinweis ist natürlich richtig und lässt sich noch weiter verallgemeinern: Die sparsamsten Elektrogräte sind die, die ich nie nutze. Das sollte eigentlich jedem klar sein: Es macht besonders bei den Geräten Sinn, über effizientere Lösungen nachzudenken, die regelmäßig und verhältnismäßig lange in Betrieb sind. Was die LEDs angeht, ist das natürlich in jedem Haushalt anders. Bei manchen geht nachts das Licht im Arbeitszimmer nie aus, andere werkeln spät abends noch im Hobbykeller rum, andere gucken Fernsehen im Wohnzimmer. Räume, die oft mit Kunstlicht genutzt werden, sollten bevorzugt auf effiziente Beleuchtungen umgestellt werden. Übrigens kann die LED auch in Hausfluren und Gemeinschafts-Kellern ihre Vorteile ausspielen: Häufiges Ein- und Ausschalten schadet ihr nicht, und im Gegensatz zu Energiesparlampen haben LEDs direkt nach dem Einschalten die volle Helligkeit.

  5. Laut Statista wird der Antiel der Haushalte, die auf LEDs umsteigen, noch weiter ansteigen. In den nächsten 3-4 Jahren ist sogar eine Verdoppelung der Anteile zu erwarten. Allein aus Stromspar-Gründen steigen vielen private Haushalte um. Beste Grüße!

  6. Auch von mir vielen Dank für den Artikel und den Leitfaden (auch wenn ich die angekündigten Erläuterungen zum Thema Markenprodukte vs. No-Name-Fernost nicht gefunden habe).
    Mich würde die Perspektive im Zusammenhang mit der generellen Haustechnik interessieren. Sowohl Retrofit-Leuchtmittel als auch „echte“ LED-Lampen verwenden ja Schaltnetzteile; in einem Einfamilienhaus kommt man so schnell auf 30 bis 100 Schaltnetzteile allein für die Beleuchtung. Da stellt sich schnell die Frage, ob bei Neubauten nicht weitere Synergien und Einsparungen möglich sind, z.B. durch ein Niedervolt-Stromnetz für die Beleuchtung, um die Schaltnetzteile zusammenzufassen und die Vorschaltelektronik in den Leuchtmitteln/Lampen zu eliminieren oder wenigstens zu reduzieren. Ziel wären noch kompaktere und kostengünstigere Leuchten sowie ein noch effizienteres Gesamtsystem. Vielleicht ließe sich damit sogar die Belastung des Stromnetzes mit hochfrequenten Störsignalen vermindern (ich weiß, dass „Elektrosmog“ aus medizinischer Sicht umstritten ist; klar ist aber, dass es derart viele, teils sich gegenseitig störende Funkverbindungen im modernen Haushalt gibt, incl. Datennetzwerk per 230V-Steckdose, dass jede Verminderung von hochfrequenten Signalquellen zu begrüßen ist).
    Wie wäre also eine LED-Integration auf Haustechnik-Ebene einzuschätzen, wie könnte sie aussehen, und ist mit entspr. Produkten und Lösungen im Markt zu rechnen?

    • Guten Tag Herr Jacques,
      danke für Ihren Kommentar.

      Es gibt viele Stufen zwischen hochwertigen Markenprodukten und Billigprodukten, die die Erwartungen an die Lebensdauer, die Helligkeit und die Farbwiedergabe nicht erfüllen. Wenn die relevanten technischen Angaben zusammen mit dem CE-Kennzeichen und dem verantwortlichen Importeur aus Europa auf der Verpackung zu finden sind, ist die erste Hürde in Richtung Qualität schon einmal genommen. Wenn dann der angegebene Lichtstrom tatsächlich auch so groß ist, wie der der Glühlampe, die ersetzt werden soll (Tabelle 1 im Statusreport LED-Beleuchtungen) und die anderen Verpackungsangaben (Lebensdauer, Farbwiedergabeindex) auch dem entsprechen, was man von einer modernen LED-Beleuchtung erwarten kann (auch hier siehe Statusreport), dann ist ein weiterer Schritt getan. Die Gewissheit, ob ein bestimmtes Produkt die Leistungsangeben auf der Verpackung dann auch praktisch erfüllt, haben Sie dadurch natürlich noch nicht. Wenn Sie konkrete Kaufempfehlungen suchen, müssen wir an die bekannten Testinstitute verweisen.

      Zur Haustechnik:
      • Wenn 50 kleine Schaltnetzteile das Gleiche tun, ist die Netzwirkung die gleiche, wie bei einem großen Schaltnetzteil.
      • Sie reduzieren die Diskussion auf Schaltnetzteile. Die eigentliche Diode benötigt aber in der Regel eine Konstantstromquelle. Das Parallelschalten einzelner Dioden, auch gleichen Typs, ist in der Regel nicht erlaubt. Daher ist eine Elektronik in Lampennähe unvermeidlich. Zudem verhindern kurze Leitungen zwischen Stromquelle und LED Rückwirkungen auf den Regelkreis durch Leitungskapazitäten und –Induktivitäten.
      • Die eigentlichen Dioden werden bei Spannungen um 3 V betrieben. Ein Spannungsnetz im Haus bei diesen Spannungen ist angesichts der erforderlichen Kupferquerschnitte bzw. der Leitungsverluste undenkbar.
      • Fotovoltaikmodule, Stromspeicher (in E-Mobilen) und LEDs arbeiten alle mit Gleichstrom. Es gibt Überlegungen, daher Hausnetze mit Gleichstrom aufzubauen. Da gibt es aber noch viele Hürden.
      • Schauen Sie sich ein Haus aus den 1980er Jahren an: Müllschlucker, fest installierter Wasserboiler in der Küche und Antenne auf dem Dach sind verschwunden bzw. außer Betrieb, und der Flachbildfernseher von heute will nicht so wirklich in die Schrankwand von damals passen. Wenn neue Komponenten in die Haustechnik eingeführt werden, darf die Instandhaltung und der Betrieb über Jahrzehnte nicht aus dem Auge verloren werden. Alleine schon daher wäre ich bei der Forderung nach einem zweiten Spannungsversorgungsnetz im Haus zurückhaltend.

      Beste Grüße aus dem VDI
      Dr. Erik Marquardt

  7. Danke für den interessanten und an der Praxis orientierten Beitrag.

    Ein kleiner Hinweis,

    Zitat Anfang
    Die Handelspreise von LED-Beleuchtungen sinken derzeit kontinuierlich, und man kann davon ausgehen, dass der Preisverfall bis mindestens 2015 anhält.
    Zitat Ende

    Bitte benennen Sie Ihre Einschätzung wie lange der Preisverfall wohl anhalten wird. 2015 wäre sicherlich ein wenig kurz und liegt in der Vergangenheit.

      • Hallo Herr Schulze,

        vielen Dank für Ihre Rückmeldung in Sachen „2015“. Hier hätte 2016 stehen sollen.

        Der anhaltende Trend, auf LED-Beleuchtung umzustellen, hat denn Markt in Schwung gebracht. Allerdings liegen uns zurzeit keine über das Jahr 2016 hinausgehenden Prognosen vor, sodass wir Ihnen an dieser Stelle keine andere Einschätzung geben können.

  8. Pingback: FAQ zu LED | Stottrop Unternehmensberatung 

  9. Sehr geehrtes VDI-Team,
    Auf dieser Seite haben Sie die wichtigsten Fragen zu LEDs hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit hinreichend und gut nachvollziehbar beantwortet. Da das Themengebiet laut Überschrift aber doch allgemeiner gehalten ist: Haben Sie vor, in Zukunft noch über Themen wie Farbtemperatur oder Abstrahlwinkel von LEDs zu informieren? Informationen zu letztgenanntem finden Sie bzw. Ihre Leser auch auf unserer Infoseite http://www.ledmarkt24.de/Abstrahlwinkel . Vielleicht ist dieses Thema ja bei dem einen oder anderen von Interesse, was die Lichtplanung im Eigenheim oder in den Büroräumen angeht,
    MfG
    Alex Steinhöfer

  10. Hallo,
    Muss ja auch nicht sein; eventuell wird das Thema ja zu einem späteren Zeitpunkt einmal interessant.

    Viele Grüße und Alles Gute,
    Alex Steinhöfer

  11. Warum ist der Preis von LED-Leuchten eigentlich so hoch? Natürlich sind diese Leuchten aufwändiger in der Herstellung als normale Glühbirnen, aber der Aufpreis ist in der Praxis doch gewaltig. Auf der anderen Seite findet man High Power LEDs in asiatischen Onlineseiten oft für ein Drittel des hier üblichen Kaufpreises. Ich denke mal, bei der Marge der Importeure gibt es in Zukunft noch deutlich Luft, so dass ein Preisverfall noch zu erwarten ist.

    • Hallo,

      LEDs sind nicht die einzigen Produkte, die in unterschiedlichen Regionen dieser Welt unterschiedlich teuer sind. Die Gründe dafür sind nicht nur die genannte „Marge der Importeure“, sondern beispielsweise auch die Transportkosten, Steuern, Zölle, die Anpassung an regionale Vorschriften (CE-Konformitätserklärung) und das Vertriebsmodell.

      Viele Grüße aus dem VDI

    • @Daniel: Das wird sich höchstwahrscheinlich in Richtung OLED bewegen. Mehr Flexibilität bei höherer Effizienz. Allerdings wird es dauern, bis sich diese neue Technologie von LED Beleuchtung vollständig durchsetzt.

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