#Road to Rio

Sportart Rollstuhlsprint (2): Talent, Training, Teams

Der Wille sich im Training quälen zu können, der Mut Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 36 km/h zu fahren und der Wunsch sich mit Technik auseinanderzusetzen: die Sportart Rollstuhlsprint ist nicht alltäglich. Wir haben bei Rollstuhlsprinter Marc Schuh und Marion Peters, Co-Trainerin der paralympischen Nationalmannschaft und Abteilungsleiterin Leichtathletik beim Deutschen Behindertensportverband, nachgefragt, was die Sportart ausmacht. Im zweiten Teil geht es um die Anforderungen, die die Sportart Rollstuhlsprint an die Athleten stellt und wie das deutsche Team im internationalen Vergleich aufgestellt ist. Im ersten Teil drehte sich alles um Rollstuhl, Regeln, Rennfahrer.

Bild: Werner SchuhVDI_WW_Olympia_702x363_Marc Schuh_Rennrollstuhl2

Die Anforderungen:
„Das Finale ist mein Minimalziel“, erklärt Marc Schuh und gibt damit gleich an, was ein guter Rollstuhlsprinter mitbringen muss: Ehrgeiz, Fleiß, Durchhaltevermögen. „Wichtig sind auch Interesse am Techniktraining und Rennfreude ….alles andere kann man lernen“, ergänzt Marion Peters. „Ausdauerfahrer müssen sich quälen können, denn die Programme werden oft am Limit gefahren. Auch Mut ist wichtig, denn im Rennverlauf im engen Pulk darf man nicht ängstlich sein.“

Wer einen langen Atem habe, mobil sei und bereit sei, die langjährige technische und physische Entwicklung durch das Training mitzugehen, der habe gute Chancen den hohen Anforderungen, die die Sportart mit sich bringt, gerecht zu werden, so Peters.
Auf den Plan der Athleten steht mindestens ein-, bis besser zweimal tägliches Training. Nur so lässt sich die absolute Weltspitze erreichen. Nur den allerbesten und fleißigsten Rollstuhlleichtathleten gelingt der Übergang vom Junior zur Meisterklasse. Bedingung ist auch, den sportlichen Weg parallel zu Schule, Ausbildung und Beruf weiterzugehen.

 

 

Deutschland und die Welt:
Marc Schuh kann für die Vorbereitung auf Rio 2016 auf seine Erfahrungen als Teilnehmer der Paralympics in Peking 2008 und in London 2012 bauen. Er weiß, wie er optimal trainieren muss, kennt Rückschläge und Erfolgserlebnisse, Siege wie Niederlagen. „Mit Marc Schuh haben wir einen Weltklassefahrer im Sprint; er kann eine Medaille über 400m in Rio gewinnen“, blickt Marion Peters optimistisch nach Rio. Zunächst muss Marc Schuh aber noch die Paralympicsnorm erfüllen.

 

Mit einzelnen Athleten auf Paralympics-Niveau kann Deutschland nur begrenzt mit anderen Nationen wie China, Thailand, USA, die Schweiz oder Russland, die einen großen Schwerpunkt auf den Rollrollstuhlsport legen, mithalten. „Wir waren schon mal deutlich stärker und erfolgreicher vertreten. Ein großer Teil der deutschen Rennrollstuhlszene ist zum Handbike abgewandert und hat eine große Lücke hinterlassen, die schwer wieder zu füllen ist“, sagt Marion Peters.

Cathrin Becker_2Autorin: Cathrin Becker
Position beim VDI: Pressereferentin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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