Digitalisierung und Leadership in Change-Prozessen

Wie Ingenieure führen und die digitale Transformation gestalten

Gastbeitrag von Elmar Niederhaus von Leadership für Politik und Wirtschaft für unsere Beitragsreihe zur digitalen Transformation.

Bild: kentoh / Shutterstock.comWie Ingenieure führen und die digitale Transformation gestalten 702x363

Ingenieure in Führungspositionen
Ingenieure sind heute als Leader gefragt. Ihre Begeisterung für das technisch Machbare ist ein wichtiger, zentraler Treiber für erfolgreiche Change-Prozesse in Unternehmen. Der Beitrag stellt die Frage, was Ingenieure in Führungspositionen als Leader ausmacht und wie sie die digitale Transformation im Bereich industrieller Produktion und Weiterverarbeitung von Waren und Gütern erfolgreich gestalten.

Digitalisierung: So gelingt der Systembruch
Digitalisierung ist ein ständiger Prozess der Gestaltung digitaler Kommunikation. Wenn wir diesen Prozess heute als „Digitale Revolution“ erleben, dann hat das einen Grund. Es ist die Leidenschaft für die ständige Entwicklung neuer Informationstechnik. Diese ist aber nicht einfach nur neu, also eine bloße Weiterentwicklung. Diese Informationstechnik ist disruptiv. Sie bricht mit alten „Zöpfen“. Disruptives Denken von Ingenieuren in der Grundlagenforschung, der Entwicklung von Sensortechnik und ihrer Anwendung hat dies möglich gemacht. Doch welche Möglichkeiten eröffnen sich für die Praxis? Der Systembruch überwindet die Trennung. Bisher in sich abgeschlossene Systeme als „Produktionsinseln“ verbindet er zu interaktiven Netzwerken. Dadurch können diese nun Daten austauschen. Die Wertschöpfung wird effektiver, weil Ressourcen besser genutzt werden können. Entweder verbessern sich bestehende Verfahren der Produktion und Weiterverarbeitung. Oder sie fallen weg und machen den Weg frei für neue. Erst der Bruch von Systemen schafft die Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit von Kunden zu steigern.

Leadership in Change-Prozessen
Ingenieure in Führungspositionen agieren in neuen Handlungsstrukturen. Diese schaffen sie selbst. Sie wissen, dass Veränderungen in der Kooperation von Menschen und Interaktion von Maschinen in Industrieunternehmen nur im Austausch mit Entwicklern, der Produktion, dem Personalmanagement, der Unternehmensführung, Unternehmenskommunikation, Marketing und Vertrieb, Kunden und Zulieferern gelingt. Natürlich hat dies auch Einfluss auf Machtbeziehungen von Ingenieuren innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Eingespielte Kommunikationswege zur Entscheidungsfindung verlieren an Bedeutung. Neue müssen entwickelt werden. Leadership von Ingenieuren in der Smart Factory ist mutig, weil sie ihre „Experten-Silos“ verlassen und sich der Ungewissheit des Neuen stellen. Sie gründet auf der Überzeugung, Lösungen für Prozesse der Wertschöpfung oder in der Bedienung und Steuerung von Maschinen ständig neu aushandeln zu wollen. Ingenieure der Smart Factory inspiriert die Idee, durch Vision und Handeln in Verantwortung gemeinsam Werte zu schaffen. Die digitale Transformation in Industrieunternehmen braucht diese Form von Leadership.

„Smart Factory“ als Knotenpunkt digitaler industrieller Wertschöpfung
Unternehmen der digitalen Wirtschaft handeln heute als Akteure in global-regionalen Handlungskontexten und -netzwerken einer multipolaren Weltgesellschaftsordnung. Die „Smart Factory“ ist der Knotenpunkt digitaler industrieller Wertschöpfung. Sie bricht mit monokausalen Verfahren und Prozessen. Doch was leistet die „Smart Factory“ als Betrieb der Industrie 4.0? Sie ist interaktiv. Sie steuert vernetze Prozesse und Verfahren. In ihr fügen sich Anforderungen, Vorstellungen und Lösungen von Produzenten, Partnern oder Kunden zusammen. Mit IT-Systemen wie RFID (Radio Frequenz IDentification) und NFC (Near Field Communication) macht sie Produkt- und Warenströme sichtbar. Dadurch gewinnt und analysiert sie Daten und ermöglicht ständige Anpassungen, Verbesserungen und erreicht eine Steigerung der Effizienz. Durch die Verbindung von Standorten und relevanten Akteuren entstehen neue digitale, industrielle Wertschöpfungsnetzwerke.

Digitale Infrastruktur in Deutschland
Ingenieure in Führungspositionen digitalisieren die Industrie und entwickeln eine neue digitale Infrastruktur in Deutschland. Sie sind damit Vorreiter der „Digitale Wirtschaft“. Dabei agieren sie ganzheitlich. Ihre Faszination für Technik und ihre Begeisterung für das technisch Machbare treibt sie an. Sie sind Leader, weil sie die digitale Transformation als einen wertvollen Prozess gestalten.

Bild: privatElmar Niederhaus_Porträt_IMGÜber den Autor: Elmar Niederhaus ist Politologe mit dem Fachgebiet Politische Kommunikation. Er ist spezialisiert auf Analyse und Gestaltung von Machtbeziehungen in Politik und Wirtschaft. Sein Schwerpunkt ist Politische Kommunikation zur Digitalisierung der Industrie 4.0. Als Initiator und Leiter des Projektes Leadership für Politik und Wirtschaft bloggt, schreibt und veröffentlicht er Bücher zu Digitalisierung und Leadership in Change-Prozessen.

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Kommentare & Pingbacks

Ein Gedanke zu “Wie Ingenieure führen und die digitale Transformation gestalten

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Vielen Dank für den informativen Blogbeitrag von Herrn Niederhaus.
    Ich steige im Rahmen meines Studiums und Praktikums in das Thema digitale Transformation ein.
    Dem folgenden Link können Sie entnehmen, inwefern wir versuchen, Unternehmern das Thema Digitalisierung nahezubringen.

    https://www.tgc-solutions.com/ueber-uns/grow-digital-process/

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns die Möglichkeit bieten würden, einen Gastbeitrag zu diesem Thema zu verfassen.

    Bitte löschen Sie meinen Beitrag, sollte dieser unangebracht sein.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Sarah Greif

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