Unser VDI-Team auf dem Weg zur #FSG2016

Das Herkules Racing Team auf dem Motorprüfstand

Wir begleiten das Herkules Racing Team der Universität Kassel auf seiner #RoadtoFSG, der Formula Student Germany 2016. Heute: Der Motorprüfstand.

Das Video zeigt den Suzuki GSX-R 600 Testmotor des Herkules Racing Teams auf dem Motorprüfstand der Ingenieurschule der Univeristät Kassel. Der Prüfstand unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Fister wird dem Team vom Fachgebiet Mechatronik für Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. „Solche Möglichkeiten haben die wenigsten Teams“, weiß Erik Schmitt, Projektleiter des Herkules Racing Teams.

Bild: Herkules Racing Team HRT_Gruppenfoto_1_14-04-16

Das Herkules Racing Team 2016

Es ist die Endstandsphase der Motortests: der Motorprüfstand simuliert eine Fahrt Autocross in Hockenheim. In den vergangenen acht Wochen ist er bereits mehrere Endurance- und Acceleration-Events, wie sie in Hockenheim üblich sind, abgefahren. Diese Testfahrten werden durch Daten, basierend auf Fahrdynamiksimulationen, mittels IPG Carmaker zusammengestellt. Sie sind ein hocheffizientes Mittel, um den Motor durch das Fahren virtueller Strecken abzustimmen.

Das Team testet verschiedene Eigenentwicklungen, wie Ansaugtrakt und Schaltsaugrohre, Schmier- und Kraftstoffsystem. Auch verschiedene Abgasrohrlängen wurden getestet. Das Team nimmt es dabei sehr genau. „Wir haben fünf Lambda-Sonden zum Messen der Abgaswerte angebracht“, erklärt Jonas Fischer, Abteilungsleiter der Abteilung Motor. „ Wir messen sowohl zylindersequentiell, also am Krümmer direkt jeden Zylinder einzeln, als auch am Zusammenfluss. Jeder Brennraum kann einzeln abgestimmt werden.“
Ein wichtiger Punkt ist die Applikation des Motorsteuergeräts. „Wir wollten wissen, wie sich unterschiedliche Zündwinkel und Einspritzmengen auswirken.“

Darüber hinaus validiert das Team verschiedene Simulationen und Berechnungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher physikalischer Einflüsse und Umweltbedingungen. „Wir untersuchen Lufttemperatur und Kraftstofftemperatur, doch auch Kühlungskonditionierung, Verbrennungsdruckverlust und Bordnetzspannung“, erläutert Erik Schmitt.

Der ganze Aufwand dient dem Zweck, das Fahrzeugkonzept optimal abzustimmen. Die Effizienz und Fahrbarkeit des Motors in sämtlichen Betriebszuständen soll optimiert werden. Darüber hinaus werden die Bauteile auf ihre Belastbarkeit hin geprüft.

„In diesen acht Wochen konnten wir enorm viele Erkenntnisse gewinnen“, freut sich Erik Schmitt. „Wir können nun bis zu einer halben Sekunde früher 40 Nm Drehmoment generieren – allein durch kennfeldbasierte Abstimmung der Volllastanreicherung.“ Die diversen Abfahrten der 22-km-Endurance-Strecken bescherten dem Team wichtiges Wissen über das Verhältnis von Spritersparnis zu Einbußen beim Top Speed.

Die Prüfstandsphase des Herkules Racing Teams endete bereits Anfang April, doch ist es ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum konkurrenzfähigen Boliden. Der Prototyp hat mittlerweile schon die Fertigungsphase hinter sich gelassen und beweist sein Motorpotenzial auf realen Teststrecken.

Auch im vergangenen Jahr haben wir ein Team begleitet. Hier gibt es alles zur FSG 2015 und zum VDI-Team 2015.

philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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