Ingenieurgeschichten im ICE-Werk

ICEs im Boxenstopp

Seit 25 Jahren kommen die ICE-Züge der Deutschen Bahn hierher zum Boxenstopp. Die Rede ist vom ICE-Werk Hamburg-Eidelstedt. Hier werden Wartungs-, Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt. Die Halle, in der das passiert ist unfassbare 430 Meter lang, 65 Meter breit und biete Platz für Arbeiten an gleichzeitig acht Zügen. Im Vorfeld unserer kommenden Ingenieurgeschichte, die zeigt, wie ein junger Ingenieur die Instandhaltung von ICEs koordiniert und durchführt, stellen wir Euch Deutschlands erstes und heute größtes ICE-Werk vor.Bild: Deutsche Bahn AG

Am 26. April 1991 wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs in Hamburg-Eidelstedt das erste ICE-Werk der Deutschen Bahn (DB) in Deutschland in Betrieb genommen. So schreibt es die Bahn passend zum 25-jährigen Jubiläum auf ihrer Presseseite.

In der 430 Meter langen und 65 Meter breiten Halle – das entspricht etwa vier Fußballfeldern – können an acht Gleisen der ICE 1, der ICE TD und die Lok der Baureihe 101 gewartet, repariert und instandgehalten werden. Auf drei verschiedenen Arbeitsebenen – unter dem Zug, im Zug und an den Stromabnehmern – kann zur selben Zeit gearbeitet werden. So sind schnell 70 Leute an einem ICE beschäftigt. Insgesamt arbeiten 700 Menschen im 24-Stunden-Betrieb an 365 Tagen im Jahr an den Zügen.

Bild: Deutsche Bahn AGUm die Standzeiten der ICE-Züge möglichst gering zu halten, wird die Wartung sowie die Ver- und Entsorgung im Fließbandverfahren ausgeführt. Zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge stehen am Tag 60 Minuten im Werk zur Verfügung. Für planmäßige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, wie Außenreinigung der Züge in einer besonderen Waschstraße und größere Reparaturen, sind längere Standzeiten eingeplant. Jede Minute, die ein Zug nicht auf den Schienen ist, kostet die Bahn Geld.

„In den 25 Jahren wurden hier im Werk rund 270.000 Züge untersucht und gewartet. Damit leisten unsere Mitarbeiter einen erheblichen Beitrag, um die täglich rund 100.000 Fahrgäste in unseren ICE-Zügen schnell und sicher ans Ziel zu bringen“, erklärt Oliver Herrmann, Leiter Werke der DB Fernverkehr in Hamburg, auf der DB-Homepage.

Wie so ein Tag im ICE-Werk in Hamburg aussieht, könnt Ihr in diesem Video sehen:

Und noch einige weitere Fakten zu den Zügen und zum ICE-Werk:  
Seit Aufnahme des ICE-Verkehrs im Jahr 1991 hat jeder ICE 1 rund 13 Millionen Kilometer (!!!) gefahren. Das ist 35 mal die Strecke zum Mond oder 325 mal um die Erde. In diesen 25 Jahren wurden rund 8,8 Millionen Rollen Toilettenpapier und rund 4,4 Millionen Pakete Einweghandtücher verbraucht. 8.025 Drehgestelle, 21.350 Radsätze und 153.000 Bremsbeläge wurden an den Zügen ausgetauscht.

Das ICE-Werk steht auf einem 220.000 Quadratmeter großen Gelänge. Neben der Wartungshalle befinden hier noch zwei Unterflurdrehbänke, eine Radsatzdiagnoseanlage, eine Außenreinigungsanlage und eine Graffitireinigungsanlage mit Unterflurreinigungsgrube.

Wie genau die Instandhaltung der ICE-Züge funktioniert, dem gehen wir in unseren aktuellen Ingenieuregeschichten nach. Was genau Instandhaltung ist, könnt Ihr hier nachlesen. Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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