Digitales Zuhause

Automatisierung in den eigenen vier Wänden

Steigerung von Komfort und Wohlbefinden bei gleichzeitiger Senkung der Energiekosten – die Automatisierung des Eigenheims bietet zahlreiche Vorteile. Und noch mehr, wenn sie sinnvoll geplant ist.

Bild: Chesky/shutterstock.comRichtlinie-VDI-3812-Digitales-Zuhause-T6_702x363

Wäre es nicht schön, wenn Sie vom Skiurlaub nach Hause kommen und es dort bereits angenehm warm ist, ohne dass Sie die Heizung während Ihrer Abwesenheit aufgedreht lassen mussten? Auch die Waschmaschine, die Sie vor der Abfahrt noch befüllt haben, ist gerade mit dem Schleudern fertig, obwohl der eingebaute Timer nur eine Vorlaufzeit von 12 Stunden erlaubt. Das Licht ist an, das Radio läuft – fast ist es so, als hätte jemand auf Ihre Rückkehr gewartet. Dabei haben Sie Ihren Empfang selbst vorbereitet. Über eine App auf Ihrem Handy.
Die Automatisierung von Funktionen wie die Anpassung des Lichts, die Steuerung von Rollos oder der Raumtemperatur sind mittlerweile nicht mehr nur in Bürogebäuden zu finden. Zunehmend hält die Digitalisierung auch Einzug in Privathäuser. Und das nicht nur, weil es einfach komfortabel ist. Nein, mit der perfekten Abstimmung der einzelnen Funktionen untereinander lassen sich auch Energie und somit Kosten einsparen. Unbezahlbar ist jedoch die Tatsache, dass die Automatisierung in den eigenen vier Wänden auch den Menschen das tägliche Leben erleichtert, die beispielsweise in der Mobilität eingeschränkt sind. Damit alle Funktionen ihre Aufgaben effizient erfüllen können, ohne sich dabei gegenseitig zu blockieren, hilft die Richtlinie VDI 3812 Blatt 1 bei Planung und Umsetzung der Automation.

Automatisierung von Gebäude, Haus und Raum
Ein Wohnhaus ist natürlich auch ein Gebäude, aber es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der Gebäudeautomation und der „Hausautomation“. Erstere bezeichnet die Automation in  öffentlichen, gewerblichen oder Industriegebäuden, die vorrangig die Einsparung von Energie und Personal zum Ziel hat.
Die Haus- oder Heimautomation ist speziell auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet und enthält Funktionen, die in der Gebäudeautomation nicht oder nur bedingt vorgesehen sind, wie zum Beispiel die Pflanzenbewässerung oder die Haustierfütterung. Auch übernimmt sie wichtige Aufgaben hinsichtlich ‚Altersgerechter Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben‘ (Ambient Assisted Living, AAL), wie sie auch die Richtlinienreihe VDI 6008 zu barrierefreien Lebensräumen aufzeigt. Zum Teil überschneiden sich diese Funktionen mit dem ‚Intelligenten Wohnen‘ (Smart Living), bei dem die Vernetzung und Automation von Hausgeräten im Vordergrund stehen. Zu den Funktionen gehören unter anderem die Raumlufttemperierung, die Beleuchtungssteuerung, der Sonnen-/Blendschutz, die Zutrittsüberwachung oder die Gefahrenmeldung bei Brand. Anders als in VDI 3814 Blatt 1 oder DIN EN ISO 16484-3 (Systeme der Gebäudeautomation), in der die GA-Funktionen in Ein-/Ausgabefunktionen, Verarbeitungsfunktionen sowie Management- und Bedienfunktionen unterteilt sind, liegt den Funktionen für die Hausautomation in der Richtlinie eine andere Gruppierung zugrunde.

Die Steigerung der Energieeffizienz durch Energiemanagement ist auch eines der zentralen Themen auf der VDI-Wissensforum Fachkonferenz ‚Gebäudeautomation 2016‘, die am 7. und 8. Juni in Baden-Baden stattfinden wird.

Iris_LindnerAutorin: Iris Lindner
Die Diplom-Ingenieurin (FH) ist für uns in Sachen Berichterstattung rund um die VDI-Richtlinien in den sozialen Netzwerken unterwegs.

 

 

Falls Ihr Euch fragt, was eigentlich VDI-Richtlinien sind – dieser kurze Film zeigt es Euch.

Und welchen Einfluss VDI-Richtlinien auf unseren Alltag haben, haben wir in einem Blog-Beitrag für Euch zusammengefasst.

6065 motiv-digitale-transformation-1

 

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*