Was macht eigentlich ein Bauingenieur?

Sie entwerfen, planen, konstruieren, entwickeln, bemessen, errichten und überwachen Bauwerke und sorgen für deren Instandhaltung und Nutzungsfähigkeit sowie letztendlich auch für den Abbruch. Im Vorfeld unserer neuen Ingenieuregeschichte, die sich um eine junge Bauingenieurin im Gleisbau dreht, haben wir uns den Beruf des Bauingenieurs einmal genauer angeschaut. Was sind Herausforderungen für den Job, wie viel Geld gibt es und was macht die Digitalisierung mit Branche?

Bild: Mediagram/Shutterstock.com

Warum Bauhelme eine unterschiedliche Farbe haben, erfahrt Ihr beim Klick aufs Bild.

Das Bauingenieurwesen ist eine Ingenieurwissenschaft, die sich in drei unterschiedliche Teilgebiete gliedert. Der Hochbau, der Tiefbau und der Wasserbau. In diesen unterschiedlichen Teilbereichen setzen sich Ingenieure mit der Konzeption, Planung, Konstruktion, Berechnung und Herstellung verschiedenster Bauvorhaben auseinander.

Zudem übernehmen Bauingenieurinnen und Bauingenieure beratende und bauaufsichtliche Tätigkeiten bei Baumaßnahmen aller Art. Dabei müssen sie stets auch den Schutz vor Gefahren oder unerwünschten Zuständen wie Einsturz, Brand, Wärme, Kälte, Feuchte, Lärm, Schadstoffbelastung, Immissionen usw., im Auge haben und sich um die Rekultivierung oder den Abbruch am Ende des Lebenszyklus der Bauwerke kümmern.

In der täglichen Arbeit der Bauingenieure nimmt die Digitalisierung einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Inzwischen werden im Planungs- und Bauprozess digitale Bauwerksmodelle erstellt, die weit über 3-D-Pläne hinausgehen. Die digitale Abbildung eines Bauwerks ermöglicht hierbei nicht nur die immer komplexer werdenden Bauwerke besser planen und bauen zu können, sondern auch den Betrieb zu erleichtern und zu optimieren.

Wie werde ich Bauingenieur?
Die größten und beeindruckendsten Werke von Bauingenieuren sind u.a. das Burj Khalifa in Dubai und die Akashi-Kaikyo-Brücke in Japan, eine Autobahn-Hängebrücke mit der größten Stützweite der Welt. Wer Bauingenieur werden möchte, muss aber nicht unbedingt mit den größten Bauten der Welt beginnen.

Bild: Thomas Ernsting/LAIF

Grundvoraussetzung für den Beruf ist ein Gefühl für den Raum und für dessen Nutzungsmöglichkeiten. Daraus ergeben sich vielfältige und spannende Beschäftigungsfelder, die sich längst nicht auf extrem hohe Häuser oder lange Brücken beschränken. Schließlich brauchen wir auch Tunnel, Straßen oder Gleise, Deiche, Häfen oder Talsperren, Kraftwerke oder Kläranlagen.

Um als Bauingenieure tätig werden zu können, steht ein Studium an der Uni oder der Fachhochschule auf dem Plan. Die ersten Semester hindurch heißt es büffeln. Hier werden Grundlagen vermittelt, zu denen Physik, Chemie, Mechanik, Mathematik, Geometrie und Konstruktion gehören. Danach werden die Kenntnisse vertieft. Es gilt Schwerpunkte zu setzen. Hier könne sich angehende Bauingenieure auf Statik, Bauinformatik oder bestimmte Baustoffe wie Holz, Beton oder Stahl ebenso spezialisieren wie auf Baumanagement oder Siedlungswasserwirtschaft. Das Studium an Fachhochschulen ist mehr auf die Praxis bezogen, an Universitäten theoretischer ausgerichtet.

Wie z.B. ein duales Studium des Bauingenieurwesens bei der Deutschen Bahn aussieht, zeigt Euch unser tecTV Video. Neben dem theoretischen Teil des Bauingenieurstudiums absolviert Tim noch eine Ausbildung zum Gleisbauer.

Wo arbeiten Bauingenieure und was verdienen sie?
Bauingenieure arbeiten häufig in Baufirmen, Ingenieur- und Planungsbüros oder im öffentlichen Dienst. Weitere Arbeitgeber sind Unternehmen der Verkehrsbranche, Bausoftwareunternehmen, Versicherungen, baugewerbliche Firmen, Fertigteilwerke und die Baustoffbranche.

Bild: ingenieurkarriere.deBrutto-Jahresgehalt-Bauingenieur-2015Die Einstiegsgehälter liegen bei rund 41.000 Euro, das zeigt die Gehaltsstudie unserer Kollegen von ingenieurkarriere.de. In den vergangenen Jahren sind die Einstiegsgehälter um knapp vier Prozent gestiegen. Ein Stück weit kann das Einstiegsgehalt beeinflusst werden, nämlich durch die Wahl des eigenen akademischen Abschlusses. Wer nach dem Bachelor aussteigt, erhält im Schnitt 3.000 Euro weniger als die Kollegin oder der Kollege mit einem Masterabschluss. Der Durchschnittsverdienst eines Bauingenieurs mit Berufserfahrung lag 2015 bei rund 51.500 Euro. Ein Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Baubranche – und mit ihr das Gehalt für Bauingenieure – stabilisiert und wächst.

Übrigens: Unsere neue Ingenieurgeschichte zeigt eine junge Bauingenieurin, die das DB Streckennetz der Zukunft plant und baut. Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

 

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3 Gedanken zu “Was macht eigentlich ein Bauingenieur?

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  2. Ein Bekannter ist Ingenieur und arbeitet größtenteils im Bereich Hochbau. Neulich erzählte er, dass vermehrt in die Höhe gebaut wird, weil die Grundstückspreise in den letzten Jahren so stark gestiegen sind. Seiner Meinung nach ist das auch der Grund, warum so wenig in den sozialen Wohnungsbau investiert wird.

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