Wettbewerbe Integrale Planung

Bahnhof Köln Messe/Deutz aus Spaghetti

Einsteigen, aussteigen, umsteigen. Viele deutsche Bahnhöfe fristen ein ödes Dasein. So auch der Bahnhof Köln Messe/Deutz. Theoretisch muss das seit Mitte Juni aber nicht mehr so sein. Denn beim VDI-Wettbewerb Integrale Planung haben 43 Studierendenteams einen Entwurf für die Umgestaltung des großen Umsteigebahnhofs vorgelegt. Der Siegerentwurf kommt von der HafenCity Uni Hamburg (HCU). Wir haben die Gewinner interviewt.Bild: Uta Konopka

Liebes Team, bitte stellt Euch einmal kurz vor.
Linnea Jansson, geboren in Göteborg: Ich habe meinen Bachelor in Architektur in Göteborg an der Chalmers University of Technology gemacht. Momentan bin ich für zwei Erasmussemester an der HCU.
Josefin Mattsson, geboren in Göteborg: Ich studiere ebenfalls Architektur. Meinen Bachelor habe ich auch in Göteborg gemacht und bin noch bis Ende Juli an der HCU. Danach geht es zurück nach Schweden.
Bild: Jansson, Mattsson, Hülsmann, PolayaNicola Hülsmann, geboren in München: Ich habe an der HCU meinen Bachelor in Bauingenieurwesen absolviert und bin auch hier im Master immatrikuliert. Nächstes Semester werde ich meine Masterthesis schreiben und das Studium beenden.
Marc Polay, geboren in Hamburg: Ich habe ebenfalls meinen Bachelor an der HCU abgeschlossen und studiere hier im Master Architectural Engineering. Bis zum Jahresende ist mein Studienabschluss angepeilt.

Beim Wettbewerb Integrale Planung ging es um die Umgestaltung des Bahnhofs Köln Messe/Deutz in einen modernen Umsteigebahnhof. Was war Eure Motivation hieran teilzunehmen?
Wir haben im Rahmen unseres Kurses „Entwurf II“ teilgenommen. Der Kurs wird jährlich in Verbindung mit verschiedenen Wettbewerben angeboten und intern bewertet. Das letztendliche Einreichen der Wettbewerbsunterlagen war nicht verpflichtend, für uns jedoch eine tolle Gelegenheit, die wir gerne genutzt haben.

VDI-Ingenieurgeschichten_Thiel_702x363Übrigens: Unsere aktuellen Ingenieuregeschichten befassen sich ebenfalls mit der Zukunft der Bahn. Zum einen plant und baut Juliane Thiel das DB Streckennetz der Zukunft und zum anderen ist Levent Süre für den Boxenstopps von ICEs zuständig. Beide sorgen dafür, dass die Bahn pünktlich und sicher ans Ziel kommt. Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

Ihr habt den Wettbewrb gewonnen. Was war Euer Erfolgsgeheimnis?
Das Thema Bahnhof weckte bei uns allen großes Interesse. Dadurch haben wir uns auch in unserer Freizeit mit dem Projekt beschäftigt und beispielsweise jeden Bahnhof, den man zufällig mal besuchte, genauer unter die Lupe genommen. Die besten Inspirationen kommen nicht nur beim Arbeiten, sondern manchmal eben auch in der Freizeit.
Unser Geheimnis lag vielleicht darin, dass wir keine Angst hatten wieder und wieder bei null zu starten. Erst als wirklich alle mit dem Entwurf zufrieden waren, haben wir diesen perfektioniert und ausgearbeitet. Hierzu gehörte auch das Anfertigen von unzähligen Skizzen, das Diskutieren anhand von Referenzprojekten und das Basteln von mehreren Modellen. Gerne auch mithilfe von Spaghetti.

Wo lag beim Wettbewerb für Euch die besondere Herausforderung?
Bild: Jansson, Mattsson, Hülsmann, Polay2Die besondere Herausforderung lag in der Verbindung sowohl zwischen den verschiedenen Ebenen, als auch zwischen den verschiedenen Richtungen. So war es unser Ziel, die Messe Köln und den Kölner Stadtteil Deutz zu verbinden und gleichzeitig die gesamte Station barrierefrei umzusetzen. Die größte Schwierigkeit hierbei war das ICE-Gleis, welches in etwa auf einer Ebene mit den beiden Eingängen liegt und somit eine große Barriere darstellt. Diese Barriere haben wir mit der „Schnellspur“ untergraben.

Was bedeutet es für Euch, Ingenieur/in oder Architekt/in zu werden?
Eine Architektin zu werden, bedeutet für uns eine hohe räumliche Qualität zu schaffen, in den Dialog mit der Umgebung zu treten und sich mit dem Tragwerk auseinanderzusetzen.
Bauingenieur zu sein bedeutet für uns, Ideen in die Realität umzusetzen, etwas Greifbares zu schaffen, das auch noch in vielen Jahren existiert.
Für uns alle ist es das schönste auf ein Gebäude zeigen zu können, von dem man weiß, dass man daran mitgewirkt hat. Das Spannende an dem Beruf ist, dass man ein Bauwerk von der ersten Architekturskizze bis hin zur ersten Nutzung begleitet.

Bild: Jansson, Mattsson, Hülsmann, Polay3

Der VDI-Wettbewerb Integrale Planung findet jährlich zu einem wechselnden Thema statt. Organisiert wird der Wettbewerb durch die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik. Voraussetzung zur Teilnahme beim Wettbewerb ist, dass sich die Teams interdisziplinär aus Architekten, Bau- und TGA-Ingenieuren und Ingenieuren des Facility-Managements zusammensetzen. Beim nächsten Wettbewerb, der im Wintersemester 2016/2017 stattfindet, dreht sich alles um das Thema „Wohnen 4.0“.

philipp-busse-foto.256x256Das Interview führte: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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