Was Erneuerbare Energien heute leisten

Wind, die Zukunft der deutschen Energieversorgung

Regenerative Energien werden immer wertvoller für unsere Energieversorgung. Besonders die Windenergie spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie machte im vergangenen Jahr acht Prozent der gesamten Stromerzeugung Deutschlands aus. Im Vorfeld unserer neuen Ingenieurgeschichte, die sich mit der Digitalisierung des Offshore-Windparks Amrunbank West vor der Küste Helgolands befasst, erklären wir, was regenerative Energien heute bereits leisten, wer Windenergie-Weltmeister ist und was passieren muss, damit Windenergie in Deutschland erfolgreicher wird.

Was sind regenerative Energien?
Seit Jahren steigt der weltweite Energieverbrauch. Davon ist auch Deutschland nicht ausgeschlossen. Damit unsere Erde diesen Anstieg langfristig verkraften kann, muss die Energieversorgung effizienter gestaltet werden. Und das aus technischer, ökonomischer und ökologischer Sicht. Dabei kommt den Erneuerbaren Energien eine Schlüsselposition zu. Ihr Anteil im Wärmemarkt, bei der Stromerzeugung und im Verkehrsbereich wird steigen müssen, wenn die von der EU-Kommission und der Bundesregierung formulierten energie-, umwelt- und klimapolitischen Ziele – und damit die Energiewende – erfolgreich erreicht werden sollen. Im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung ist beispielweise festgeschrieben, den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf 40 bis 45 Prozent im Jahre 2025 und 55 bis 60 Prozent im Jahr 2035 anzuheben.

In Deutschland zählen die folgenden Energieformen bzw. Umwandlungstechnologien zu den Erneuerbaren bzw. regenerativen Energien: Windenergie, Wasserenergie, Sonnenenergie, Umweltwärme und Geothermie sowie Biomasse. Die Windenergie schauen wir uns nun etwas genauer an.

Er macht die Energiewende digital. Frank Scholtkas Ingenieurgeschichte.

Was leistete Windenergie heute?

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Offshore Windpark Amrumbank West vor der Küste Helgolands

Windenergie übernimmt heute einen Anteil von über acht Prozent an der deutschen Stromversorgung. „Die Nutzung des Windes als Energiequelle spielt daher eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien hin zu einer wirtschaftlich tragfähigen und klimaverträglichen Energieversorgung“, schreibt die Bundesregierung. Und weiter: „Bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energie nimmt die Windkraft mit einem Anteil von 34,8 Prozent den ersten Platz ein (Stand: 2014).“

Weltweit haben im vergangenen Jahr Windkraftanlagen eine Wirkleistung von 432,4 Gigawatt (GW) Strom produziert, wie aus den Global Wind Statistics 2015 hervorgeht. Das macht ca. 3,7 Prozent des globalen Strombedarfs aus. Deutschland hat dabei 44,9 GW zugesteuert und ist damit unangefochtener Spitzenreiter in Europa. Weltmeister der Stromerzeugung aus Windkraft ist China. 145,1 GW wurden dort 2015 erzeugt. Die USA liegen mit 74,5 GW auf Platz zwei. Deutschland kommt schon auf Platz drei.

2015 war das Jahr in Deutschland, da Windräder erstmals in einem Monat so viel Strom wie Braunkohle-Kraftwerke erzeugt haben, berichtet das Manager Magazin. „Der stürmische November hat Deutschland einen neuen Windstrom-Rekord beschert. Die Rotoren erzeugten 11,42 Terawattstunden (TWh) Elektrizität“, ist dort zu lesen. Das Magazin beruft sich auf Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE). Schaut man sich die Daten für Dezember an, sieht man, dass in diesem Monat noch einmal mehr Windenergie genutzt werden konnte. Es waren 12,65 TWh.

Was muss in Zukunft passieren, damit Windenergie erfolgreicher wird?
„Ein starker heimischer Markt – für die Windenergie an Land wie auf See – ist eine wichtige Voraussetzung sowohl für die weitere technische Entwicklung als auch für den industriepolitischen Erfolg dieser Branche in Deutschland“, heißt es auf Seite 20 des VDI-Statusreports „Regenerative Energien“, der jährlich erscheint und kostenfrei heruntergeladen werden kann. Weiter heißt es darin: „Gleiches gilt sinngemäß auch für die Frage der besseren Integration des Windstroms ins Stromversorgungssystem im Hinblick auf die Erbringung eines Beitrags zur Systemsicherheit.“

Ein großes Potenzial sieht der VDI insbesondere in der Offshore-Stromgewinnung. „Hohe Volllaststundenzahl und stetige Einspeisung führen zu einer hohen Stabilität im Versorgungssystem. (…) Mit einer Stromeinspeisung an mehr als 340 Tagen im Jahr tragen die Offshore-Windparks auch zur Systemstabilität bei und sichern damit die Stromversorgung in einem von steigendem Flexibilitätsbedarf auf der Erzeugungsseite geprägten Versorgungssystem.“

Um die Windenergie weiter voranzubringen, müssten insbesondere im Offshore-Bereich die Erzeugungskosten sinken, findet der VDI. Die Stromgestehungskosten (das heißt die mittleren Kosten der Stromerzeugung über 20 Jahre Betriebszeit) der Offshore-Windenergie liegen heute bei rund 0,14 €/kWh. „Diese Kosten können innerhalb von zehn Jahren je nach Standort und Ausbaugeschwindigkeit um 30 bis 40 Prozent reduziert werden. Auf unter 0,1 €/kWh. Zentraler Treiber für die Kostenreduktion ist die kontinuierliche technische Weiterentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Offshore-Windindustrie“, heißt es im VDI-Statusbericht.

Frank ScholtkaWie ein Ingenieure die Wartung von Turbinen im Offshore Windpark Amrumbank West digitalisiert, zeigt unsere neue Ingenieurgeschichte, die Anfang September erscheint. Im Vorfeld haben wir uns bereits angeschaut, was Wind ist und wie er entsteht? Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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