VDI-GVC-Umfrage

Industrie 4.0 als Chance in der Verfahrenstechnik

Industrie 4.0 wird auch in der Produktions- und Fertigungstechnik der chemischen Industrie weiter voranschreiten und die Arbeit stark verändern. Zu diesem Resultat kommt die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC) in ihrer aktuellen Mitgliederumfrage. Die Ergebnisse wurden kürzlich auf der ProcessNet-Jahrestagung in Aachen vom GVC-Vorsitzenden Dr.-Ing. Claas-Jürgen Klasen, EVONIK, vorgestellt, der als President Greater China Region extra zu diesem Anlass aus Shanghai eingeflogen ist.

Bild: Thomas Ernsting/LAIFIndustrie 4.0 als Chance in der Verfahrenstechnik

Digitalisierung der Verfahrenstechnik: Wo stehen wir heute?

Bereits drei Viertel der GVC-Mitglieder haben einen Bezug zu Industrie 4.0, ob als aktiver oder zukünftiger Mitgestalter oder im Unternehmen allgemein. Und ebenso viele Verfahrensingenieure sehen darin eine Chance für ihr Unternehmen. Mehr Anlagen, flexiblere Produktion und digitalisierte Prozesssteuerung werden den Geschäftserfolg positiv beeinflussen. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust ist unter den Befragten mit unter 20% relativ gering.

Bild: VDIGVC-Mitgliederumfrage_2016

Wie sehen wir uns im internationalen Vergleich?

Derzeit mangelt es noch bei der Umsetzung der Digitalisierung. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Prozessindustrie nur mäßig fortgeschritten. Demgegenüber stehen die bereits aus der Umfrage 2014 bekannten Vorteile des Produktionsstandorts Deutschland, insbesondere natürlich die stabilen Sozialsysteme sowie gute Infrastruktur, funktionierende Logistikketten, hoher Automatisierungsgrad und die hohe Qualität der Ausbildung.

Bild: VDIGVC-Mitgliederumfrage_2016_2„Für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 fehlt es in Deutschland an geeigneten Management-Strukturen, angepassten Geschäftsprozessen sowie Fachkompetenzen in den Betrieben“, erklärt Claas-Jürgen Klasen. „Nur jeder Dritte fühlt sich ausreichend in Hinblick auf die digitale Transformation vorbereitet.“

 

 

Der Mensch und Industrie 4.0

Bild: VDIGCV-Mitgliederumfrage_2016_175 % der Befragten sind von Industrie 4.0 betroffen, die Mehrheit der steht diesen Veränderungen offen gegenüber und sieht Industrie 4.0 als Chance. Neue Ängste (25 %) und steigende Arbeitsbelastung (20 %) halten sich die Waage mit der Motivationssteigerung durch neue Herausforderungen (25 %) und erwarteten Arbeitserleichterungen
(36 %).

Insbesondere auch in der Verfahrenstechnik gilt der alte Grundsatz: „wer rastet, der rostet“ und die Befragten verbinden Industrie 4.0 mit einem höheren Qualifizierungsbedarf. Doch erfreulicherweise ist die Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildung in der chemischen Industrie und Prozessindustrie seit jeher stark ausgeprägt und lässt die Experten nicht zurück schrecken. Sie wünschen sich mehr Angebote zu lebenslangem Lernen. „Die Ergebnisse unterstreichen nach unserer ersten Umfrage 2014 erneut die positive und innovative Stimmung in unserer Branche“, betont Klasen.

Digitalisierung im privaten Umfeld

Wir haben unsere GVC-Mitglieder auch nach der Digitalisierung im privaten Umfeld gefragt: Die Benutzung des Internets ist aus dem beruflichen und privaten Alltag von knapp 90 % der Befragten nicht mehr wegzudenken. Whatsapp, Google Maps, Booking.com machen das Leben heutzutage um so vieles leichter. Alle Informationen auch für berufliche Fragestellungen werden blitzschnell – aber oft auch oberflächlich im Internet recherchiert. Daher wird die Digitalisierung von vielen auch mit kritischem Abstand gesehen. Und es ist vermutlich dem hohen Ausbildungsstand der Befragten zuzuschreiben, dass den Antworten des Internet nicht blind vertraut wird, sondern eine hohe Kritikfähigkeit als selbstverständlich angesehen wird.

Alle Informationen zur 2. GVC-Mitgliederumfrage findet ihr hier:
http://www.vdi.de/gvc/mitgliederumfrage2016/

Dr Ljuba Woppowa_TW2Autorin: Dr. Ljuba Woppowa
Position im VDI: Geschäftsführerin VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences und VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

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