Thema unserer Ingenieurgeschichten

Roboter und Mensch – eine schwierige Beziehung?

Elektroingenieur Ivo Boblan forscht an der TU Berlin zum Thema Mensch-Maschine-Interaktion. Der humanoide Zweiarmroboter „ZAR“ und der multifunktionale Elefantenrüssel „Brommi“ sind Ergebnisse seiner Ingenieurskunst. Doch wie wirken die Roboter eigentlich auf uns Menschen? Ein Erlebnisbericht.

Im Rahmen unserer Kampagne Ingenieurgeschichten war ich für das Shooting einer Fotostory zu Besuch bei Ivo Boblan in Berlin. Zugegebener Maßen ist es ein komisches Gefühl, wenn Roboter Brommi mich mit seinen leuchtenden Augen anstarrt, auf meine Bewegungen reagiert und einem wie selbstverständlich einen Apfel anreicht. Genau mit dieser Hemmschwelle beschäftigt sich Boblan in einem Team aus Ingenieuren, Soziologen und Designern.Bild: VDI / Fabian Stürtzvdi-ingenieurgeschichten_boblan_702x363_mitlogo

„Die Menschen in den Produktionen müssen über kurz oder lang mit Robotern arbeiten. Wir wollen ihnen die Arbeit so angenehm wie möglich machen“, erzählt Boblan. „Die Technik soll auf keinen Fall abschrecken. Sie soll dabei helfen, dass Menschen ihren Beruf beispielsweise am Fließband länger ausüben können und nicht mit 40 aufgrund von Rückenproblemen aufhören müssen.“

Boblan forscht derzeit u.a. an der Frage: Will der Mensch, dass der Roboter ihm ähnelt oder nicht? Dabei geht es ihm darum, Roboter sympathischer zu machen. Die zwei künstlich leuchtenden Augen von Brommi sind für Menschen ein Orientierungspunkt. „Wir schauen uns bei der Kommunikation in die Augen, also mache ich es mit meinem Hilfsgefährten, dem Roboter, genauso“, erklärt Boblan. „Klingt einleuchtend“, denke ich mir, und meine anfängliche Skepsis gegenüber Brommi schlägt in Faszination um.

Die ersten Gehversuche von Brommi im Video

Seine bionische Rüsselkinematik unterstützt den Menschen bei seiner Arbeit auf flexible und elastische Art, indem der Roboter sich auf jeden Menschen individuell einstellt. Die muskelbetriebene Gelenkkette wiegt 18 Kilogramm, ein Elefantenrüssel zum Vergleich 16 Kilogramm. Die pneumatischen Muskeln erzeugen nachgiebige Bewegungen, was seine Konstruktion weniger starr und steif macht.

Dieser physische Kontakt zwischen Mensch und Roboter wird nicht nur in der Arbeitswelt zunehmen, auch im Alltag können bionische Roboter unterstützen. Fest steht: Die Entwicklung der Roboter wird die Arbeits- und Alltagswelt verändern. Wir Menschen müssen lernen, damit umzugehen. Damit uns das gelingt, forscht Boblan derzeit daran, wie es für den Menschen am einfachsten sein wird, die Technik zu akzeptieren und anzuwenden. Ein spannendes Feld, das uns Menschen und die Wissenschaft noch lange beschäftigen wird.

Boblans Ingenieurgeschichte zeigt, wie Roboter zu sozialen Partner von uns Menschen werden. Vor allem für die Bereiche Medizin und Pflege entwickelt der Ingenieur humanoide Roboter. Im Vorfeld dieser Geschichte haben wir uns bereits angeschaut, was Roboter heute schon alles können und wo sie uns die Arbeit abnehmen können. Außerdem zeigt eine weitere Ingenieurgeschichte die Kollaboration zwischen Mensch und Maschine. Ihr könnt mit dem Thema Ingenieurgeschichten nicht so recht etwas anfangen? Kein Problem, wir klären auf: „Was sind eigentlich die VDI Ingenieurgeschichten?“

Ihr wollt mehr über humanoide Roboter erfahren? Unsere Konferenz „Humanoide Roboter“ beschäftigt sich mit dem Menschen nachempfundenen Robotern. Das Themenspektrum reicht dabei von Design und Gestaltung über die kognitive Planung bis hin zu Anwendungsbeispielen.

Hanna_Büddicker_VDI1Vor Ort war: Hanna Büddicker
Position im VDI: Assistentin der Bereichsleitung Strategie und Kommunikation
Aufgabe im VDI: PR und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

 

6065 motiv-digitale-transformation-1

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*