VDI-Adventskalender 2016 / Tag 3

Agraringenieur

Agraringenieure und Ingenieure in der Agrartechnik sind Experten für die Landwirtschaft und die in der Landwirtschaft benötigte Technik. Sie verfolgen das Ziel, die Landwirtschaft produktionstechnisch, ökonomisch und landschaftlich gemäß politischen und gesellschaftlichen Vorgaben zu gestalten. Im Rahmen unseres VDI-Adventskalenders schauen wir uns die Berufe des Agraringenieurs und des Ingenieurs in der Agrartechnik genauer an. Etwas zu gewinnen gibt es natürlich auch.

Bild: Claasagraringenieur

Was macht der Agraringenieur?
In der Landwirtschaft nimmt der Technikeinsatz eine zentrale Stellung ein. Agraringenieurinnen und Agraringenieure müssen daher Investitionen planen und Investitionsentscheidungen treffen. Für die konkreten betrieblichen Bedingungen sind angepasste Landtechnik und effiziente Maschinenketten in den Bereichen Pflanzenbau und Tierhaltung auszuwählen. Hochkomplexe Maschinensysteme, die unter komplizierten Einsatzbedingungen eingesetzt werden und sich in kurzen Zeiträumen amortisieren müssen, müssen beherrscht und gemanagte werden. Ökologische sowie ökonomische Aspekte sollen dabei Berücksichtigung finden.

Der Agraringenieur sollte daher neben fundierten landwirtschaftlichen Kenntnissen das Interesse an Technik und am Einsatz technischer Systeme mitbringen. Ökonomisches und ökologisches Denken sind dabei genauso wichtig wie Fähigkeiten zu übergreifendem Denken und Handeln, Belastbarkeit und Teamfähigkeit.

Aufbauend auf diesen Interessen und Kenntnissen bieten Universitäten und Fachhochschulen unterschiedliche agrarwissenschaftliche Studiengänge an. Die Bandbreite reicht von Agribusiness über Management im Landschaftsbau bis zu Nutzpflanzen- und Nutztierwissenschaften. Artverwandt sind die Disziplinen Forstwissenschaft, Gartenbauwissenschaften, Holzwirtschaft, Bioenergie oder Landschaftsarchitektur. In den Agrarwissenschaften spielt der Technikeinsatz eine wichtige Rolle. Weiterhin dominieren Inhalte wie Acker- und Pflanzenbau, Bodenkunde, Züchtung und Betriebswirtschaft.

Studienmöglichkeiten gibt es u.a. in Berlin, Bonn, Göttingen, Gießen, Halle (Saale), Kiel, München-Weihenstephan und Stuttgart-Hohenheim. Jede dieser Unis bietet Bachelor- und Masterstudiengänge in verschiedenen Vertiefungsfachrichtungen an. Eine Vielzahl von Fachhochschulen vervollständigt das Ausbildungsspektrum.

Was macht der Ingenieur in der Agrartechnik?
Die Ingenieurinnen und Ingenieure in der Agrartechnik absolvieren eine klassische Ingenieurausbildung und gehen dann in die Landmaschinenindustrie oder in die Landwirtschaft. Sie sich beispielweise ausgebildete Maschinenbauingenieure und spezialisieren sich dann auf Agrartechnik oder Landmaschinen.

Die Besonderheit der Agrartechnik besteht darin, dass sie häufig unmittelbar auf den Boden, dem wichtigstem Produktionsmittel der Landwirtschaft, einwirkt. Der Ingenieur in der Agrartechnik hat daher mittelbar oder unmittelbar immer mit lebenden Organismen zu tun, an denen er die Technik ausrichten muss. Der Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanke spielt dabei immer eine entscheidende Rolle.

Der Ingenieur in der Agrartechnik sollte Interesse an der Lösung komplexer Aufgabenstellungen haben. Der Technikeinsatz ist dabei immer an die Erfordernisse des Bodens oder der Tiere und Pflanzen anzupassen. Technisches Interesse ist daher eine genauso wichtige Voraussetzung wie das Interesse für Naturwissenschaften und Landwirtschaft. Vorausgesetzt sind ebenfalls die Fähigkeiten zu übergreifendem Denken und Handeln, englische Sprachkenntnisse, Teamfähigkeit und kaufmännische Kenntnisse.
Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten finden an den Unis und FHs in Braunschweig, Dresden, Karlsruhe, Köln und Osnabrück.

Berufliche Perspektiven
Genauso breit wie die Ausbildung des Agraringenieurs, so vielfältig sind auch seine Einsatzgebiete. Der Agraringenieur ist in den Bereichen Produktmanagement, Marketing, Service und Vertrieb der Landmaschinenindustrie ebenso gefragt, wie als Betriebsleiter oder Technischer Leiter von Landwirtschaftsbetrieben. Auch in Dienstleistungsbereichen der Landwirtschaft wie Lohnunternehmen und Maschinenringen ist er Zuhause. Nicht zuletzt ist das breite Wissen des Agraringenieurs mit speziellen agrartechnischen Kenntnissen auch in der Beratung, in der Verwaltung und in der Entwicklungshilfe gefragt.

Ingenieure der Agrartechnik sind ebenso vielseitig einsetzbar. Die deutsche und europäische Landmaschinenindustrie bietet auf den Gebieten Forschung, Entwicklung und Konstruktion ebenso gute Einsatzmöglichkeiten wie die Bereiche Service, Marketing und Vertrieb.

Wie beeinflusst die Digitalisierung die Agrarbranche?
Sowohl die Softwaresteuerung von Baugruppen in Landmaschinen als auch deren vernetzungsbasiertes Management hält heute Einzug in die Landwirtschaft. So sind beispielsweise die autonome Spurführung von Landmaschinen und der Einsatz von Melkroboter schon längere Zeit nichts Besonderes mehr in den Betrieben. Digitalisierung und verbesserte Sensorik sind die Treiber bei der Technikentwicklung in der Landwirtschaft. Eine sinnvolle und optimierte Nutzung der großen anfallenden Datenmengen eröffnet neue Möglichkeiten des ökonomisch und ökologisch sinnvollen Wirtschaftens. Die enge Kooperation der oft mittelständigen Landmaschinenindustrie mit den Universitäten und Fachhochschulen bei Forschung und Entwicklung kommt auch einer praxisnahen Ausbildung der Studierenden zu Gute.

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Zur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir zweimal eine VDI-Tasse. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Was verbindet Ihr mit einem Agraringenieur? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Unter allen, die mitmachen, verlosen wir zweimal eine VDI-Tasse. Viel Glück! Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0.

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philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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12 Gedanken zu “Agraringenieur

  1. Mit Agraringenieuren/-innen verbinde ich Digitalisierung, moderne Techniken und Technologien sowie auch Industrie 4.0 bzw. Farming 4.0. Sie realsieren (hoffentlich) immer neue Innovationen, um (sozial-)ökonomisch und ökologisch die Nahrungsmittelversorgung einer steigenden Weltbevölerkerung sicherzustellen.

    #vdiww

  2. Mit einem Agraringenieur verbinde ich einen interdisziplinär sehr gut aufgestellten Ingenieur und etwas „back to the roots“ DIE Maschine unserer Kindheit den Trecker!
    #vdiww

  3. Hallo. Ich war mal in Kanada als ich jünger war und da bin ich bei einem Freund von einem verwandten geblieben bzw. bei einer kleinen Familie. Der Vater der Familie ist schon etwas älter und hatte sein Haus komplett selbst gebaut gehabt und konnte sich so eben gestalterisch ausleben. Ich habe auch vor nun ein eigenes Haus zu bauen und dein Blog zeigt mir schon wie aufwendig das alles sein wird. Wie bist du beim Anfang vorgegangen beim Ausheben des Fundaments.

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