VDI-Adventskalender 2016 / Tag 2

Ingenieur der Mechatronik

Der Mechatroniker gilt als Allrounder unter den Ingenieuren. Denn Mechatronik vereint Elemente aus Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik. Wer diesen Fachbereich studiert, ist ein technischer Generalist. Im Rahmen unseres VDI-Adventskalenders schauen wir uns den Beruf des Ingenieurs der Mechatronik genauer an und zeigen auf, welche Aufgaben er z.B. bei einem Energieunternehmen übernimmt. Etwas zu gewinnen gibt es natürlich auch.

Bild: Thomas Ernsting/ LAIFmechatronik

Was macht der Ingenieur der Mechatronik?
Die Ingenieurin und der Ingenieur der Mechatronik können von der Entwicklung, Konstruktion, Projektierung, Fertigung und Erprobung, über die Inbetriebnahme und Wartung bis hin zum Betrieb technischer Systeme mit den unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert sein. Die Aufgaben sind unabhängig davon, ob es sich um Mikrosysteme oder um Systeme im Kraftfahrzeug oder in der Medizintechnik handelt. Dabei arbeiten sie an den Schnittstellen von Maschinenbau, Elektrotechnik/Elektronik und Informatik. Also dort, wo früher Reibungsflächen klassischer Fachabteilungen vorhanden waren. So sind Ingenieure der Mechatronik Vermittler zwischen den bestehenden Fachgebieten.

Der Ingenieur der Mechatronik bei innogy
Bei einem Energieunternehmen wie der innogy SE, einer Tochtergesellschaft von RWE, übernimmt ein Ingenieur der Mechatronik spannende und abwechslungsreiche Tätigkeiten in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Digitalisierung.

Bild: innogyholger-riemenschneider_innogy-se_01

Holger Riemenschneider

Ein solcher Ingenieur ist Holger Riemenschneider, 39 Jahre alt und Leiter der Abteilung IKT Solutions. Er hat an der Hochschule Bochum sein Diplom gemacht. „Man muss technikaffin sein und eine Portion Neugier mitbringen. Ohne diese beiden Dinge steht man die Durststrecken während des Studiums nicht durch. Und ohne diese Dinge wird einem der Job auch später keinen Spaß machen“, erzählt Riemenschneider. Seine erste Anstellung nach dem Studium führte ihn 2005 zu einem Automobilzulieferer, 2011 kam er dann zur innogy.

Riemenschneider startete als Projektleiter E-Mobility. Von Anfang an überzeugten ihn die zahlreichen Möglichkeiten, in diesem Bereich etwas komplett Neues zu schaffen. „Wir machen hier Dinge, die vor uns noch keiner gemacht hat.“ Das Team ist agil und innovativ, die Hierarchien sind flach, und alle sind nah an der Technik dran. Berufsbegleitend absolvierte Riemenschneider zudem ein MBA-Studium. In einer leitenden Position, die auch Personal- und Budgetverantwortung einschließt, ist Know-how im Management und in BWL gefragt. Das wird im klassischen Ingenieursstudium oft nicht tiefgreifend vermittelt, lässt sich aber nachholen.

Die Möglichkeit ein Mechatronik-Studium zu absolvieren bietet sich deutschlandweit. So bietet etwa die Hochschule Aschaffenburg einen Bachelor of Engineering und die TU Hamburg einen Master of Science. Eine Liste mit Studiengängen und Studienorten gibt es hier.

Heute verantwortet Riemenschneider die Weiterentwicklung der Systemdienstleistungen für E-Mobility, also zum Beispiel die IT, die hinter einer Ladesäule für PKW steckt. Solche IT-Lösungen sorgen unter anderem dafür, dass der Kunde mit einer Smartphone-App die Ladesäule freischalten kann und eine einheitliche und übersichtliche Rechnung erhält. Riemenschneiders Fachbereich betreut also IT-nahe Themen und spezifiziert die technisch-fachlichen Anforderungen an ein neues Produkt so, dass Dienstleister sie für innogy umsetzen können.

Der 39-Jährige empfindet es als Glück, keinen starren Arbeitsalltag zu haben, sondern in Projekten zu arbeiten. Mit den Mitgliedern seines Teams erarbeitet er Kundenlösungen, zum Beispiel für Unternehmen, die ihren Fuhrpark im großen Stil auf Elektrofahrzeuge umstellen wollen. Täglich finden Abstimmungsgespräche und Organisationstermine statt. Er verantwortet ein Budget und ist 20 Prozent seiner Zeit unterwegs, an anderen Unternehmensstandorten und beim Kunden.

Wie beeinflusst die Digitalisierung die Energiebranche?
Das Thema Elektromobilität ist eng gekoppelt mit der Idee des intelligenten Stromnetzes: Stromerzeuger, Speicher, elektrische Verbraucher und Netzbetriebsmittel werden kommunikativ vernetzt und gesteuert. Ökostrom wird beispielsweise dann getankt, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint – Speicher machen das möglich. Die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach versorgt das Auto vor der Garage zum optimalen Zeitpunkt mit Strom, die Haussteuerung SmartHome regelt die Heizung, dient aber auch als Brandmelder und Einbruchschutz.

Die Digitalisierung hat den Energiesektor also voll erfasst. Das betrifft das eigentliche Geschäft der Energieversorger, das ganz anders aussieht als noch vor zehn Jahren. Denn für Unternehmen liegt die größte Herausforderung der digitalen Umstellung in der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Hand in Hand damit gehen veränderte Anforderungen an die Mitarbeitenden, auch die Ingenieure. Den klassischen Maschinenbauer wird es nach Einschätzung von Riemenschneider immer geben. Für ihn steht aber auch fest: Der Zugang zu intelligenten Tools, zu Automatisierungs-, Produktions- und Vernetzungstechnologien sowie zu global verteilten Informationen, Kompetenzen, Arbeitspartnern und Märkten wird das Berufsbild des Ingenieurs weiter verändern.

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Zur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir ein SmartHome Starterset. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Wo hat innogy seinen Hauptsitz? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Unter allen, die mitmachen, verlosen wir ein SmartHome Starterset. Viel Glück!
Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0.

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philipp-busse-foto.256x256Autor: Philipp Busse
Position im VDI: Junior Pressereferent
Aufgaben im VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation, Social Media

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