VDI-Adventskalender 2016 / Tag 11

Ingenieur der Medizintechnik

EKGs, Röntgengeräte, Defibrillatoren: Das sind nur drei Beispiele, mit denen sich Ingenieurinnen und Ingenieure der Medizintechnik beschäftigen. Wie man zu dem Job kommt, was man dort in der Digitalisierung genau macht und welche Rolle die Automatisierung von Laboren spielt, erklärt Tim Bäumlisberger, Ingenieur bei Roche. Etwas zu gewinnen gibt es in unserem Adventskalender auch.

Bild: Thomas Ernsting/ LAIFMedizintechnik

Herr Bäumlisberger, was macht ein Ingenieur in der Medizintechnik?
Die Möglichkeiten als Ingenieur oder Ingenieurin in der Medizintechnik sind sehr vielfältig. So reicht das Produktspektrum beispielsweise von einem Skalpell über EKGs und Defibrillatoren bis hin zu Röntgengeräten, Kernspintomographen oder der vollständigen Automatisierung eines Labors. Innerhalb dieses sehr umfangreichen Produktspektrums fallen dann natürlich, entlang des jeweiligen Produktentstehungsprozesses und Produktlebenszyklus, unterschiedliche Aufgaben an.

Grundsätzlich entspricht das Tätigkeitsprofil eines Ingenieurs in der Medizintechnik aber demjenigen eines „normalen“ Ingenieurs. Dies spiegelt sich nicht zuletzt darin wieder, dass auch in der Medizintechnik nahezu das gesamte Spektrum der Ingenieursdisziplinen vertreten ist. Der einzige Unterschied besteht möglicherweise darin, dass im medizintechnischen Bereich besonders viel Wert auf Qualität, Zuverlässigkeit und natürlich Sicherheit gelegt wird.

Wie wird man Ingenieur in der Medizintechnik?
Voraussetzung für die Tätigkeit als Ingenieur in der Medizintechnik ist ein abgeschlossenes ingenieurwissenschaftliches Studium (Bachelor, Master, Diplom).

Ob man sich durch bzw. während des Studiums breitgefächert als „Generalist“ aufstellen, oder durch einen konkreteren Schwerpunkt eher die Richtung eines „Spezialisten“ einschlagen sollte, ist ein viel diskutiertes Thema und hängt meiner Meinung nach in erster Linie vom persönlichen Interessensschwerpunkt ab.

Der konkrete Bedarf in der Medizintechnik hängt, wie in anderen Branchen auch, sehr von der Firma und deren Produkten ab. Ein Hersteller von künstlichen Herzen oder Dialysegeräten wird vermutlich verstärkt Expertenwissen im Bereich der Strömungsmechanik benötigen, wohingegen Firmen, die Systeme zur  Laborautomatisierung entwickeln, verstärkt Experten aus dem Bereich Robotik, Automatisierungs- und Medizintechnik suchen. Mit zunehmend komplexeren Systemen steigt auch die Nachfrage nach System-Ingenieuren, die das Zusammenspiel der Teilfunktionen und Komponenten im Auge behalten und dadurch Fachwissen aus vielen verschiedenen Bereichen benötigen.

Was macht man als Ingenieur in der Medizintechnik bei Roche?
Wir bei Roche PVT entwickeln Systeme zur Laborautomatisierung. Diese ermöglichen es, diagnostisch relevante Tests in Laboren zuverlässiger, schneller und damit im Endeffekt auch kostengünstiger durchführen zu können als es manuell möglich ist. Aufgrund der hohen Komplexität unserer Systeme sind die Anwendungsbereiche im Bereich Laborautomatisierung sehr vielfältig. Grundsätzlich geht es aber darum, neue Lösungsansätze für Funktionen zu erfinden, diese in Produkte umzusetzen, sowie bereits bestehende Produkte weiterzuentwickeln.

Wie verändert sich der Beruf in der Digitalisierung?
Durch die Digitalisierung ergeben sich natürlich auch in der Medizintechnik viele neue und spannende Möglichkeiten. Aufgrund der Tatsache, dass in der Medizintechnik aus gutem Grund sehr hohe Sicherheitsstandards gelten, setzt die Branche primär auf bewährte Prinzipien. Themen der Digitalisierung werden in der Medizintechnik daher hauptsächlich unterstützende sein, um die Produkte noch zuverlässiger, sicherer und schneller auf den Markt zu bringen. Konkret sind das beispielsweise Themen wie Modell- und Simulationsgestützte Entwicklung von einzelnen Komponenten, Funktionen oder komplexen Systemen.

Vielen Dank für das Interview!

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Zur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir drei Regenschirme und drei Thermobecher jeweils von Roche. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Firmen, die Systeme zur  Laborautomatisierung entwickeln, brauchen verstärkt Ingenieure aus welchem Bereich? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Viel Glück! Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0.

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Das Interview führte: Hanna Büddicker
Position im VDI: Assistentin der Bereichsleitung Strategie und Kommunikation
Aufgabe im VDI: PR und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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19 Gedanken zu “Ingenieur der Medizintechnik

  1. Firmen, die Systeme zur Laborautomatisierung entwickeln, suchen verstärkt Experten aus dem Bereich Robotik, Automatisierungs- und Medizintechnik.
    #vdiww

  2. Firmen, die Systeme zur Laborautomatisierung entwickeln, brauchen verstärkt Ingenieure aus dem Bereich Robotik, Automatisierungs- und Medizintechnik #vdiww

  3. Unternehmen, die Systeme zur Laborautomatisierung entwickeln, suchen verstärkt nach Experten aus den Bereichen Robotik, Automatisierungs- und Medizintechnik.

    #vdiww

  4. Pingback: Erstes Netzwerktreffen VDI MINT Nachwuchs | VDI 

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