VDI-Adventskalender 2016 / Tag 15

Ingenieur in der Luft- und Raumfahrttechnik

Der Traum vom Fliegen! Einmal Astronaut sein! Wer davon träumt, der könnte sich für den Beruf des Ingenieurs in der Luft- und Raumfahrttechnik interessieren. In der Luftfahrtindustrie befasst er sich mit der Entwicklung, dem Bau und der Ausrüstung von Luftfahrzeugen, insbesondere Flugzeugen und Hubschraubern mit ihren Komponenten. In der Raumfahrtindustrie beschäftigt er sich mit der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Raumtransportgeräten (Raketen) sowie von Flugkörpern (Satelliten), die an die besonderen Bedingungen des Weltraums angepasst werden müssen. Im Rahmen unseres VDI-Adventskalenders schauen wir uns den Beruf genauer an. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas.

Bild: Thomas Ernsting / LAIF161116_vdi_ww_adventskalender_702x363_luft

Was macht ein Ingenieur in der Luft- und Raumfahrttechnik?
Ingenieure der Luft- und Raumfahrttechnik setzen naturwissenschaftliche und technische Erkenntnisse in neue oder verbesserte Anwendungen und Fahrzeuge der Luft- und Raumfahrt um. Neben der Tätigkeit in der Industrie können sie noch weitere Aufgaben übernehmen. Bei Fluggesellschaften werden sie im Flugbetrieb für planerische Tätigkeiten eingesetzt. Des Weiteren obliegt ihnen bei Behörden die Erarbeitung von Vorschriften und Richtlinien für den Einsatz, den Betrieb und die Überwachung von Fluggeräten sowie Flughäfen und Luftverkehrskontrollen. Den überwiegenden Teil der Arbeitsplätze findet man in Betrieben des Luftfahrzeugbaus, außerdem in Zulieferbetrieben, bei Fluggesellschaften, an Flughäfen, an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen und auch im öffentlichen Dienst.

Wie wird man Ingenieur in dieser Branche?
Grundsätzlich wird ein ingenieurwissenschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt als Zugang vorausgesetzt. Die TU Berlin und die TU München bieten einen eigenständigen Studiengang mit Abschluss „Ingenieur für Luft- und Raumfahrt“ an. An der Universität Bremen kann man Produktionstechnik der Luft- und Raumfahrt studieren. Neben den im Studium der Luft- und Raumfahrttechnik erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten sind gute Englischkenntnisse aufgrund der extremen Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft, insbesondere in diesem Zweig, erforderlich. Eine planvolle, systematische Arbeitsweise, die Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten und Teamfähigkeit sind weitere notwendige Eigenschaften. Für die Arbeit in der Entwicklung und Konstruktion sollten Interessenten eine schöpferische Begabung und Improvisationsvermögen mitbringen. Verantwortungsbewusstsein ist außerdem eine zwingende Voraussetzung, vor allen Dingen für Ingenieure, die sich um die Instandhaltung von Fluggeräten kümmern.

Wo arbeitet man als Ingenieur in der Luft- und Raumfahrttechnik?
Ansteigende Passagierzahlen sowie zunehmend strengere und neue Lärm- und Schadstoffregelungen führen zwangsläufig zu einem Anstieg der Nachfrage nach qualifizierten technischen Fachkräften, der Beruf des Luft- und Raumfahrtingenieurs bietet also gute Zukunftsperspektiven. In der Branche werden besonders technische Nachwuchskräfte gesucht und eingestellt. Vor allem in der Konstruktion herrscht ein wirklicher Mangel. Dabei werden in diesem Industriezweig nicht ausschließlich Luft- und Raumfahrtingenieure benötigt. Mittelfristig wird eine positive Konjunkturerwartung für die Luft- und Raumfahrt prognostiziert.

Wie verändert sich der Beruf in der Digitalisierung?
Prof. Dr. Axel Herrmann, Vorsitzender des VDI-Fachbereichs Luft- und Raumfahrttechnik, sieht seine Branche als einen der großen Profiteure des großen Potenzials, die die Digitalisierung mit sich bringt. „Betrachtet man das Industrial Internet of Things und Industrie 4.0 als eine mögliche vierte industrielle Revolution, gehört nicht nur die hochtechnisierte Raumfahrt, sondern erstmals auch die zivile Luftfahrt zu den Early Adoptern. In nicht wenigen Technologien wie der Virtuellen Realität oder den Addidativen Fertigungsverfahren treibt die Branche Innovationen aktiv voran. Als Beispiel sei der Abgleich von gefertigten Bauteilen oder Baugruppen in Echtzeit mit digitalen CAD-Modellen durch Augmented oder Mixed Reality-Applikationen genannt. Noch als Proof of Concept in vielen Branchen in Untersuchung, wird diese Technologie bei Airbus bereits erfolgreich in Serie zur Montageerleichterung, Vollständigkeitskontrolle und Qualitätssicherung eingesetzt.“

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Bild: VDIdeutsche-technikstrasseZur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir eine zwei Exemplare „Deutsche Technikstraße“ aus der Reihe explorise Ferienstraßen. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Welcher deutsche Astronaut hat 350 Tage im All verbracht? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Unter allen, die mitmachen, verlosen wir die beiden Führer zur Deutschen Technikstraße. Viel Glück! Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0

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becker_cathrin_blogAutorin: Cathrin Becker
Position beim VDI: Pressereferentin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

Kommentare & Pingbacks

27 Gedanken zu “Ingenieur in der Luft- und Raumfahrttechnik

  1. Interessanter Artikel, finde es toll wie die Brücke vom Ingenieur zur Digitalen Transformation im Artikel geschlagen wird. Für den Betrieb und Bau von Raketen und Satelliten gehört auch nicht zu letzt einen oder mehrere Elektromotoren dazu, die der Ingenieur bei der Entwicklung dieser Raketen und Satelliten einbeziehen muss.

    Dazu haben wir die Webseite https://www.raumfahrtmotoren.ch ins leben gerufen, welche sich genau mit diesem Thema befasst. Wir bieten auch Praktika und suchen Ingenieure aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt. Schaut doch mal auf der Webseite vorbei und melde euch bei, falls Fragen auftauchen.

    Freundliche Grüsse

  2. Pingback: FISITA Kongress 2018 | VDI 

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