VDI-Adventskalender 2016 / Tag 8

Sicherheitsingenieur

Ob beim Steuerberater, im Krankenhaus oder im Atomkraftwerk: Sicherheitsingenieurinnen und -ingenieure werden in den unterschiedlichsten Bereichen gebraucht. Entsprechend vielseitig und abwechslungsreich sind die Aufgabenfelder. Im Zuge von Industrie 4.0 und Arbeit der Zukunft sind bereits Trends auszumachen, die Auswirkungen auf die zukünftige Tätigkeit im Arbeits- und Gesundheitsschutz haben.

Bild: Thomas Ernsting/ LAIFSic´herheitsingenieur

Der Bedarf an internen und externen Experten für Arbeitsschutz im Unternehmen ist groß. Der Sicherheitsingenieur ist ein speziell ausgebildeter Ingenieur, der zusammen mit dem Betriebsarzt und ggf. weiteren Experten den Arbeitgeber auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes berät und unterstützt.

Zu seinen Aufgaben und der Optimierung der Betriebsabläufe zählen:

  • Analyse des Arbeitssystems
  • Beurteilung der festgestellten Gefährdungen und Belastungen
  • Ausarbeiten von Sicherheitsmaßnahmen
  • Entwicklung von Lösungsalternativen
  • Bewertung der Wirksamkeit
  • Setzung von Schutzzielen
  • Hinwirken auf sicherheitsgerechtes Verhalten

Wie wird man Sicherheitsingenieur?

Die Ausbildung erfolgt entweder durch ein direktes Studium z.B. Sicherheitstechnik an der Universität Wuppertal oder für alle anderen Ingenieure etwa berufsbegleitend bei einer Berufsgenossenschaft. Der häufigste Zugangsweg ist allerdings ein Ingenieurstudium mit technischer Fachrichtung. Daran schließt sich eine Fachkraftausbildung an, die von den Berufsgenossenschaften oder auch freien Bildungsträgern angeboten wird.

Das Studienfach Sicherheitstechnik befasst sich mit den Risiken der modernen Industriegesellschaft, denen der Mensch und seine Umwelt ausgesetzt sind. Das Studium konzentriert sich dabei besonders auf solche Risiken, die mit dem Gebrauch der Technik, dem Betrieb industrieller Anlagen und dem Umgang mit Arbeitsstoffen verbunden sind.

Was macht man als Sicherheitsingenieur bei TÜV Rheinland?

Jeder Arbeitsunfall stellt eine Störung im Betriebsablauf dar. Krankheitsbedingte Ausfälle mindern die Effizienz des Unternehmens. Die Sicherheitsingenieure von TÜV Rheinland helfen dem Unternehmer dabei, Arbeitsunfälle zu verhindern und die Gesundheit – physisch wie psychisch – der Beschäftigten zu erhalten. Die Voraussetzung für einen erfolgreichen Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen ist die Einhaltung der entsprechenden Gesetze und Vorschriften sowie die Schaffung einer geeigneten Arbeitsschutzorganisation. Das gesetzliche Regelwerk, das hierbei beachtet werden muss, ist beträchtlich und reicht vom Arbeitsschutzgesetz über die Betriebssicherheitsverordnung und die Gefahrstoffverordnung bis hin zum Jugendschutzgesetz und Mutterschutzgesetz.

Die Sicherheitsingenieure bei TÜV Rheinland sind Spezialisten auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und beraten Unternehmen aller Branchen in allen Fragen, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz betreffen. Sie unterstützen die Unternehmen dabei, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und optimieren den Arbeits- und Gesundheitsschutz speziell abgestimmt auf das jeweilige Unternehmen.

Das Grundwerkzeug hierfür ist die Gefährdungsbeurteilung, in deren Rahmen alle Arbeitsplätze auf Gefährdungen und Belastungen für die Beschäftigten hin überprüft werden. Die Sicherheitsingenieure bewerten die ermittelten Gefährdungen hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Unfallschwere und schlagen geeignete technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen vor.

Des Weiteren unterstützen die Sicherheitsingenieure die Unternehmen dabei, eine geeignete Notfall-Organisation aufzubauen und zu erhalten. Hierbei arbeiten Sie eng mit den anderen Arbeits- und Gesundheitsschutz-Experten von TÜV Rheinland – wie Arbeitsmedizinern, Arbeitspsychologen, Gesundheits- und Brandschutzexperten – zusammen, mit denen sie Präventionsteams bilden.

Mit der Vermeidung von Verletzungen und Gesundheitsschäden bei der Arbeit und der Steigerung des Sicherheitsbewusstseins der Beschäftigten leisten die Sicherheitsingenieure von TÜV Rheinland einen großen Beitrag zum Erfolg der Unternehmen. Darüber hinaus kann man sagen, dass der Tätigkeit der Sicherheitsingenieure und dem präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz auch aus ethisch-moralischer Sicht eine hohe Bedeutung zukommt.

Arbeit 4.0: Wie verändert sich der Beruf in der Digitalisierung?

Noch ist nicht abzuschätzen, was sich im Rahmen der Digitalisierung bzw. der Industrie 4.0  – wie es heute allgemein genannt wird  – für die Tätigkeit der Sicherheitsingenieure ändern wird. Aber man kann bereits gewisse Trends ausmachen, die Auswirkungen auf die zukünftige Beratungstätigkeit im Arbeits- und Gesundheitsschutz haben werden.

Zum einen sind es neue Techniken und Arbeitsmittel, die in immer kürzeren Intervallen in die Arbeitswelt gelangen (wie z.B. Datenbrillen, selbstfahrende Fahrzeuge, kollaborierende Roboter, 3D-Drucker), bei denen der Sicherheitsingenieur immer auf dem aktuellen Stand der Technik beraten können muss.

Arbeit der Zukunft: Datensicherheit und Manipulationssicherheit spielt für Sicherheitsingenieur künftig große Rolle

Dann wird sich zwangsläufig der Begriff Safety für den Sicherheitsingenieur noch um den Begriff Security erweitern. Bei der sicherheitstechnischen Bewertung von Maschinen und Anlagen im weltumspannenden „Internet der Dinge“ muss zukünftig auch die Datensicherheit und Manipulationssicherheit gegenüber Eingriffen von außen betrachtet werden. Dies wird dazu führen das der Sicherheitsingenieur weniger Sichtprüfungen und mehr Konzeptprüfungen von Arbeitssystemen, Maschinen und Anlagen durchführen wird.

Durch flexiblere Arbeitszeitmodelle entsteht für Sicherheitsingenieure neues Beratungsfeld

Und schließlich ergibt sich durch die veränderten Beschäftigungsformen in der Industrie 4.0 ein neues Beratungsfeld, mit dem sich die Sicherheitsingenieure beschäftigen müssen. Durch eine steigende Zahl an Homeoffice-Arbeitsplätzen und die flexiblere Erreichbarkeit der Beschäftigten verwischt die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr. Hier ist es erforderlich, dass die Sicherheitsingenieure zu einer Stärkung der Sicherheits- und Gesundheitskompetenz der Beschäftigten beitragen und die Unternehmen dabei beraten, wie sie ihre Beschäftigten aus der Ferne führen und zu eigenständigem sicherheitsgerechten Verhalten motivieren können.

Zusammengefasst kann man sagen, dass es neben vielen technischen Neuerungen zukünftig auch soziale und arbeitsorganisatorische Entwicklungen sind (z.B. Arbeitsverdichtung, Vernetzung, Mobilität und fließende Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit), die Einfluss auf die Beratungstätigkeit der Sicherheitsingenieure haben werden. In Zukunft wird der Beruf des Sicherheitsingenieurs viele neue Facetten bekommen und auf jeden Fall nie langweilig werden.

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Zur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir fünf Mini-Zollstöcke und fünf Mini-Wasserwagen vom TÜV Rheinland. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Wer ist der Aufsichtsratsvorsitzende der TÜV Rheinland AG? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Viel Glück! Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0.

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Die Autoren: Hanna Büddicker (VDI e.V., Strategie und Kommunikation) und TÜV Rheinland

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