VDI-Adventskalender 2016 / Tag 18

Wirtschaftsingenieur

Ist ein Ingenieur nur ein Ingenieur, wenn er technische Probleme löst? Ein Ingenieur kann auch die klassischen Eigenschaften mit betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten kombinieren – heraus kommt das vielfältige Berufsbild eines Wirtschaftsingenieurs. Seine Aufgaben liegen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik. Im Rahmen unseres VDI-Adventskalenders schauen wir uns den Beruf genauer an und zeigen am Beispiel der Firma Dräger, wie er sich durch die Digitalisierung verändern wird. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas.

Bild: Thomas Ernsting / LAIF161116_vdi_ww_adventskalender_702x363_wi

Was macht ein Wirtschaftsingenieur?
Der Wirtschaftsingenieur befasst sich mit Betriebsabläufen. Also mit Theorien, Methoden, Werkzeugen und für alle nachprüfbaren Erkenntnissen und Zusammenhängen, zwischen verschiedenen wirtschafts-, ingenieur- und rechtswissenschaftlichen Disziplinen. Ziel ist es, die Betriebsabläufe hinsichtlich technischer Prozesse auf der einen und größtmöglicher Produktivität und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite zu optimieren.

Wie wird man Wirtschaftsingenieur?
Als Erfinder des Studiengangs gilt der Berliner Ökonom Willi Prion. Er wollte den Missstand beheben, dass junge deutsche Führungskräfte zwar meist viel von Maschinen verstanden, aber wenig vom Kaufmännischen. Die ersten Studenten in „Wirtschaft und Technik“ schrieben sich im Sommersemester 1927 an der TH Berlin ein. 1948 führte die TH Darmstadt das Fach unter seinem heutigen Namen ein. Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwissenschaften steht häufig im Schatten eines technisch orientierten Ingenieurstudiengangs, aber auch zu den Fachrichtungen, die Diplomvolkswirte oder Diplomkaufleute durchlaufen. Im Gegensatz zu diesen lernen angehende Wirtschaftsingenieure neben Volks- und Betriebswirtschaft auch Jura, Physik, Maschinenbau und Elektrotechnik.
Wirtschaftsingenieure finden in denselben Branchen und ähnlichen Unternehmen Arbeit wie z.B. Mechatroniker, Elektroingenieure oder Maschinenbauer. Wirtschaftsingenieure können in der Automobilindustrie, im Luft- und Raumfahrzeugbau, in der Energieversorgung, in der Informations- und Kommunikationstechnik, in der die Medizintechnik, Logistik, aber auch im Einkauf, Controlling, in der Unternehmensberatung oder im Marketing unterkommen.

Was macht ein Wirtschaftsingenieur?
Die technische Seite zu beleuchten und Probleme zu lösen – dafür stehen Ingenieure. Doch sich rein auf Technik zu konzentrieren, reicht nicht aus. Auch die betriebswirtschaftliche Seite muss genügend Beachtung finden. Aber auch ein Unternehmen, das gute Produkte herstellt oder verkauft, kann sich seines wirtschaftlichen Erfolgs nicht sicher sein. Die Präsentation und der Verkauf der Ware spielt eine ebenso große Rolle. Ein Unternehmen richtig am Markt zu platzieren damit allein Wettbewerbsvorteile zu sichern und auszubauen ist eine wichtige Aufgabe, die einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg einer Firma leistet. Wirtschaftsingenieure, die sich auf den Bereich Marketing spezialisiert haben, haben hier die besten Chancen. Sie analysieren Marktbewegungen, definieren Zielgruppen und deren Bedürfnisse und richten ihre Handlungsstrategien dementsprechend aus. Auch die Kommunikation mit Kunden und einer breiten Öffentlichkeit durch Public Relations sind wichtige Aufgabenbereiche.

Wie verändert sich der Beruf in der Digitalisierung?
Wir haben bei Dominik Schröder nachgefragt. Der studierte Wirtschaftsingenieur ist bei der Firma Dräger, Spezialist für Medizin- und Sicherheitstechnik aus Lübeck, für den Bereich „Digitales Marketing“ zuständig.

Bild: Drägerdom-schroeder

Wirtschaftsingenieur Dominik Schröder

„Das Tätigkeitsfeld aus Wirtschaft und Technik – Heimat des Wirtschaftsingenieurs – wird zunehmend durch eine digitale Komponente ergänzt. Ob bei automatisierten Produktionsprozessen, Online-Kampagnen im Marketing oder der Unterstützung des Vertriebs mit digitalen Tools: Wirtschaftsingenieure in Schnittstellenfunktionen benötigen immer öfter digitale Kompetenzen, um zwischen den verschiedenen Experten vermitteln zu können“, erklärt Schröder.

„Was zunächst eine Herausforderung bedeutet, ist für Wirtschaftsingenieure zugleich eine gute Möglichkeit, aus diesem neuen Aufgabenfeld heraus die Digitalisierung in ihrem Unternehmen voran zu treiben. So können sie beispielsweise digitale Infrastrukturprojekte unterstützen oder leiten, bei denen Produkt- und IT-Kenntnisse vorausgesetzt sind. Dadurch werden ihre Kunden und Geschäftspartner – die ebenfalls immer digitaler aufgestellt sind – bestmöglich bedient und ein wirtschaftlicher Mehrwert für das Unternehmen generiert.“

+++Geschenke, Geschenke, Geschenke+++
Bild: VDIimg_5926Zur heutigen Frage aus unserem VDI-Adventskalender verlosen wir fünf Überraschungssets von der Firma Dräger und zusätzlich das Buch „Berufsziel Ingenieur / Wirtschaftsingenieur – Insider berichten über Berufszugang, Tätigkeitsbereiche und Perspektiven“ aus dem Verlag Wissenschaft und Praxis. Beantwortet uns bis heute Abend um 23:59 Uhr als Kommentar zu diesem Beitrag hier im Blog oder auf unserer Facebook-, Twitter-, Google Plus– oder LinkedIn-Seite folgende Frage: Wann wurde Dräger gegründet? Hashtag #vdiww nicht vergessen! Viel Glück! Teilnahmebedingungen findet Ihr unter www.vdi.de/teilnahmebedingungen.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Unser Schwerpunktjahr der „Digitalen Transformation“ neigt sich dem Ende. Mit dem diesjährigen VDI-Adventskalender „24 Ingenieurberufe in der Digitalen Transformation“ wollen wir bereits frühzeitig unser VDI-Jahresthema 2017 einläuten: Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im kommenden Jahr der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur das Berufsbild „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Euch außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge in unserem VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl natürlich auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0.

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becker_cathrin_blogAutorin: Cathrin Becker
Position beim VDI: Pressereferentin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne Kommunikation

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