3-D-Druck: Was macht da der VDI?

Additive Fertigungsverfahren im VDI e.V.

Die additiven Fertigungsverfahren (auch 3-D-Druck genannt) sind in aller Munde. Der VDI e.V. ist bei diesem Thema mittendrin. Doch was genau passiert hier bei uns? Der folgende Beitrag gibt einen Überblick.
Im Jahr 2003 fing alles mit der Konstituierung des Fachausschusses „Rapid Prototyping“ an. So dynamisch, wie sich die Technologie seitdem weiterentwickelt hat, ist auch die Geschichte des Fachausschusses. Wir lassen die diversen Zwischenschritte weg und stellen kurz vor, welche Fachausschüsse sich heute unter der Überschrift „Additive Manufacturing“ in der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik engagieren.

Bild: Thomas Ernsting/ LAIFcsm_lufthansa_2440_81f3ab0845

FA105 – Fachausschuss Additive Manufacturing – Gesamtausschuss
Mit der Richtlinie VDI 3404 wurde 2009 von FA 105 der erste technische Standard für diese noch junge Technologie veröffentlicht. Diese Richtlinie „lebt“ heute als Hauptblatt VDI 3405 weiter. Eine wichtige Aufgabe des FA 105 ist es, eine Klammer zwischen den verschiedenen AM-Gremien im VDI sowie eine Schnittstelle zu anderen, externen Gremien zu bilden.

FA105.1 Additive Manufacturing – Kunststoffe

Der FA 105.1 beschäftigt sich mit Kunststoff verarbeitenden additiven Fertigungsverfahren, die jenseits des Prototypen- und Modellbaus relevant für die industrielle Produktion sind. Schwerpunkte sind das Laser-Sintern von Kunststoffbauteilen und extusionsbasierte Verfahren wie das FDM.

FA105.2 Additive Manufacturing – Metalle
Der FA 105.2 beschäftigt sich mit dem Laser-Strahlschmelzen von Metallen. Dabei werden sowohl der Fertigungsprozess mit den erforderlichen Nachbearbeitungsschritten, die mechanischen Kenndaten der so hergestellten Bauteile und die Möglichkeit zur Charakterisierung geeigneter Pulver bearbeitet.

Bild: VDIsam_0372_mittelFA105.3 Additive Manufacturing – Konstruktionsempfehlungen
Der FA 105.3 gibt Konstruktionsempfehlungen für industriell relevante additive Fertigungsverfahren. Dabei werden Empfehlungen für die Auslegung von Bauteilen gegeben und Bauteilgeometrien beschrieben, die additiv besonders vorteilhaft realisiert werden können.

FA105.4 Additive Manufacturing – Öffentlichkeitsarbeit
Das Gremium erarbeitet Publikationen zu den additiven Fertigungsverfahren, die sich an die interessierte Fachöffentlichkeit richten.

FA105.5 Additive Manufacturing – Rechtliche Aspekte der additiven Fertigungsverfahren
Im 2016 konstituierten FA 105.5 wird in einem interdisziplinär mit Juristen und Technikern besetzten Gremium erarbeitet, wie sich Rechtsunsicherheiten durch präzise technische Vereinbarungen vermeiden lassen.

FA105.6 Additive Manufacturing – Sicherheit beim Betrieb additiver Fertigungsanlagen
Beim Betrieb additiver Fertigungsanlagen gibt es derzeit kein einheitliches Vorgehen, um den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten. Der FA 105.6 will das ändern und Empfehlungen erarbeiten, wie bestehende Vorschriften und Empfehlungen bei den unterschiedlichen Schritten der additiven Fertigungsprozesse praktisch umgesetzt werden können.

Eine ausführlichere Darstellung jedes einzelnen Gremiums findet ihr in unserem Fachbereich „Produktionstechnik und Fertigungsverfahren“

Doch welche VDI-Richtlinien zum Thema Additive Fertigungsverfahren gibt es bereits? Und welche werden in absehbarer Zeit kommen? Auf www.vdi.de/3405 findet ihr jederzeit aktuell die vollständige Antwort.

Die Richtlinien gehen euch zu tief ins Detail? Ihr wollt euch zunächst einen Überblick darüber verschaffen, was die additiven Fertigungsverfahren leisten und wofür additiv gefertigte Bauteile eingesetzt werden? Und wollt wissen, wo noch „Baustellen“ sind? Die „Handlungsfelder Additive Fertigungsverfahren“ geben einen umfassenden Überblick.

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“
Mit der digitalen Transformation steht ein Strukturwandel bevor, der die Art und Weise, wie Menschen leben, arbeiten und wirtschaften fundamental verändern wird. Unter dem Motto „SMART GERMANY. Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im Jahr 2017 mit unserem Jahresthema der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden können. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur eine Analyse des Berufsbilds „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Sie außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge im VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0. Weitere Informationen finden Sie unter www.vdi.de/arbeit40.

6490-dit-2007-key-visual-smart-germany-vdi-blog-702x363px

Erik MarquardtAnsprechpartner: Dr. Erik Marquardt
Aufgabe im VDI: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik.

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*