Disruption: Amazon & Co revolutionieren den Transport

Automatisiertes Fahren und Digitalisierung krempeln Logistik um

Autonomes Fahren, Elektroautos und der neue Einfluss von IT-Unternehmen: Die Fahrzeug- und Logistikbranche steht vor neuen Herausforderungen. In mehreren Beiträgen blicken wir auf wichtige Veränderungen. Heute geht es um die Digitalisierung der Logistik.

Vernetztes Fahrzeug

Zeitalter der Disruptoren
Immer mehr Startups aus der IT- und Onlinedienstleistungsbranche drängen in die Logistik- und Transportbranche. Mehr als elf Milliarden Dollar haben Venture-Kapitalgeber in kurzer Zeit investiert. Mit ihrer agilen Arbeits- und Denkart in Verbindung mit technischem Fortschritt wollen sie die Branche revolutionieren.

Der Autopilot übernimmt
Ein Beispiel: Vor wenigen Jahren tauchte Uber auf. Das Onlinedienstleistungsunternehmen krempelte binnen kürzester Zeit das Taxi- und Personentransportwesen in den USA um. Theoretisch kann dort jeder zum Taxiunternehmer werden. Die Taxizentrale wird überflüssig, wenn Kunden den Fahrer direkt via App kontaktieren. Aber nicht nur das Personen-, sondern das gesamte Transportgeschäft hat Uber inzwischen im Visier. Im August 2016 stieg es bei dem Startup „Otto“ ein. Dieses baut selbstfahrende Trucks. Bereits Ende 2016 transportierte ein fahrerloser Lkw rund 50.000 Dosen Bier gut 200 Kilometer weit im US-Bundestaat Colorado sicher ans Ziel.

Der erste selbstfahrende LKW

Fahrerlose Lastwagen könnten die Gesamtkosten für den Last- und Güterverkehr zwischen 15 und 50 Prozent senken. Zu diesem Schluss kommen die Beraterfirmen McKinsey und PricewaterhouseCoopers.

Smarte Lösung ohne eigene Flotte
Uber und Amazon wollen aber nicht nur eigene automatisierte Fahrzeugflotten betreiben. Wie zahlreiche andere Startups wollen sie digitale Vermittlungsplattformen für Warentransporte auf den Markt bringen. So berichtet das Nachrichtenportal „Business Insider“, dass Amazon diskret an der Entwicklung einer App arbeitet, die nach dem Uber-Vorbild funktioniert. Nur bringt sie nicht Taxi-Chauffeur und Fahrgast zusammen, sondern Trucker und Spediteur. Dadurch könnten die Zwischenhändler wegfallen. Diese sogenannten Drittanbieter-Logistik-Dienstleister haben sich auf die Organisation ausgelagerten Frachtversandes spezialisiert. So wie Reisende dank einer Apps keine Taxizentrale und keinen Reisebüromitarbeiter mehr brauchen, benötigen Logistiker bald keine Zwischenhändler mehr. Bereits im Sommer will Amazon eine entsprechende App auf den Markt bringen.

Das funktioniert bald nicht nur beim Gütertransport mit dem Lkw, sondern auch beim Verladevorgang von Containerschiffen. Man kann es sich wie beim Buchen einer Flugreise vorstellen. Der Reisende sieht die Sitzreihen der Boeing auf dem Bildschirm und klickt an, wo er sitzen möchte. So könnte es künftig auch mit Frachtcontainern auf Schiffen gehen. Der Unternehmer bucht selbständig per App auf dem Schiff einen Platz für seinen Container.

Deutschland ist Branchentreff
Die Automatisierung des Transport- und Logistikwesens wird auch beim VDI Wissensforum Thema sein. Auf der internationalen Fachkonferenz „Autonomous Trucks“ diskutieren führende Experten technische Lösungen. Das gilt auch für den Deutschen Materialfluss-Kongress. Im Mittelpunkt stehen Lösungen für den Online-Handel, der Einsatz von IT in der Logistik und Supply Chain, Herausforderungen durch die digitale Vernetzung  und mobile Roboter in der vernetzten Intralogistik.

tomas-frohnAutor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum:Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*