Neuer VDI Zertifikatslehrgang

Betriebsingenieure: Die Branche verlangt nach qualifiziertem Nachwuchs

Der Arbeitstag beginnt und plötzlich stehen Teile der Anlage still. Spätestens jetzt wird es stressig für den Betriebsingenieur, der den Fehler schnellstmöglich finden und beheben muss. Eine Lösung um dem Ganzen vorzubeugen: gut ausgebildetes Personal einsetzen, welches mithilfe von Analysen Schwachstellen erkennt, bevor diese zum Problem werden. Denn je reibungsloser und sicherer eine Anlage läuft, umso höher ist die Wettbewerbsfähigkeit.

Bild: BASF SEBetriebsingenieur

Betriebsingenieure bei BASF

Unternehmen, die heute dem wachsenden Konkurrenzdruck standhalten möchten, sind auf Fachpersonal angewiesen, welches die technische Betriebsausstattung kontinuierlich überwacht. Schließlich führen Maschinen, die nicht regelmäßig gewartet werden, zu Ausfallzeiten und somit zu finanziellen Einbußen.

Wer sich für das Berufsbild Betriebsingenieur interessiert, muss häufig ein Studium in der Verfahrenstechnik oder dem Chemieingenieurwesen vorweisen. Bei anderen Arbeitgebern sind hingegen eher Abschlüsse in Elektrotechnik oder Maschinenbau gefragt. Doch werden die für den Berufsalltag benötigten Inhalte im Studium auch vermittelt?

Junge Ingenieure übernehmen immer früher die Verantwortung für ihre Anlagen und können deren bestmögliche Verfügbarkeit mangels Erfahrung nicht immer garantieren. Viele Kompetenzen des Berufsbildes Betriebsingenieur werden im Studium nicht behandelt. Daher fällt es Neu- und Quereinsteigern oftmals schwer, Fuß zu fassen. Jahr für Jahr gehen immer mehr erfahrene Betriebsingenieure in den Ruhestand, Betriebsingenieurkollegen „mitlaufen“ zu lassen, funktioniert oftmals bereits heute nicht mehr. Entweder man wirft die Kollegen direkt „ins kalte Wasser“ oder sie erhalten beim Start bzw. berufsbegleitend die Möglichkeit, notwendiges Erfahrungswissen in kompakter Form aufzunehmen.

Hier erfahrt Ihr mehr zum Berufsfeld des Betriebsingenieurs

Dieser Entwicklung und dem anstehenden Generationenwechsel trägt der VDI nun Rechnung. „Zusammen mit Experten aus Industrie und Hochschulen hat der VDI einen modular aufgebauten Lehrgang entwickelt, welcher in vier Pflichtmodulen das benötigte Grundwissen eines Betriebsingenieurs vermittelt. Diese Pflichtmodule werden durch drei Wahlmodule ergänzt, die je nach Ausbildungsstand oder angestrebter Ausrichtung frei gewählt werden können“, so Jens von Erden, Leiter Instandhaltung bei der BASF SE in Ludwigshafen und Vorsitzender des VDI-GVC-Fachbeirat 03 „Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen“.

„Der Zertifikatslehrgang „Betriebsingenieur VDI“ umfasst in den Pflichtmodulen Themen der Bereiche Grundlagen eines Betriebsingenieurs, Assetmanagement, Instandhaltungsmanagement und Planung sowie Projektmanagement. Durch die Expertise und jahrelange betriebliche Tätigkeit der Referenten erhalten die Teilnehmer in kompakter Form Zugang zu Wissen, dass sie nirgends an einer Hochschule bzw. Universität so vermittelt bekommen“, so von Erden weiter. Neben seiner Tätigkeit bei BASF und dem VDI sitzt von Erden dem Expertengremium bei, welches mit daran beteiligt war, den Lehrgang fachlich zu entwickelte.

Betriebsingenieure auf den Vormarsch: Erfahrt mehr über den Lehrgang in unserem Interview mit dem Lehrgangsleiter Dr. Sebastian Zeck, freiberuflicher Berater und ehemaliger Top-Manager der BASF.

Teilnehmerstimme
Martin Holl, Wirtschaftsingenieur im Bereich Instandhaltung bei der BASF SE und aktueller Teilnehmer des ersten Jahrgangs: „Besonders gut gefällt mir der hohe Praxisbezug der Seminare und die fachliche Kompetenz der Referenten. Die neuen Erkenntnisse ermöglichen es mir, meine gewohnten Aufgaben aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und die Herangehensweise zu überdenken und bei Bedarf zu optimieren. Des Weiteren bewirkt die intensive Vernetzung und der Austausch mit den anderen Lehrgangsteilnehmern auch über den Abschluss hinaus einen perfekten Zusatznutzen“.

Mona RemmelAutorin: Mona Remmel
Position im VDI: Veranstaltungsorganisation beim VDI Wissensforum
Aufgabe im VDI: Beratung und Betreuung der Lehrgangs-Teilnehmer, Organisation der Zertifikats-Lehrgänge
Kontaktdaten: remmel@vdi.de, 0211/6214-606

Kommentare & Pingbacks

Ein Gedanke zu “Betriebsingenieure: Die Branche verlangt nach qualifiziertem Nachwuchs

  1. Eine sehr gute und sinnvolle Idee! Als ich das letzte Mal mit einem Ingenieur (29 Jahre alt, Master Absolvent Elektrotechnik) auf einer Bühne stand, hat er mit dem Kabelbinder in der Hand den Motor gesucht, um den Drehrichtungstest zu machen. Er suchte und suchte, dabei stand er mitten davor. Er wusste nicht, wie ein Motor aussieht… lächerlich…

    Wir brauchen Kollegen, mit einer Ausbildung, mit Hands-On Mentalität, mit Fachwissen. Ich habe wenig Ingenieure kennen gelernt, die das Wissen aus dem Studium verwenden konnten.

    Ich selbst habe u.a. im thermodynamischen Anlagen gearbeitet, Simulationen und Kalkulationen von Turn-Key Projekten (bis 5.000.000€ Umfang) gemacht. Mathematik oberhalb der 10. Klasse habe ich nie gebraucht. Mittlerweile bin ich selbstständig :-)

    Beste Grüße
    Benjamin Bartolovic

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