Wir sind VDI / Februar 2017

Ingenieure brauchen ein deutschlandweites Netzwerk

Felix Naser ist schon mittendrin in der Digitalisierung. Täglich spürt der Student der TU München, welche neuen Herausforderungen und Anforderungen die digitale Revolution an ihn stellt. Doch wer sich mit ihm unterhält, bekommt schnell den Eindruck: Da hat jemand Spaß an den neuen digitalen Herausforderungen. Was er sich in diesen Zeiten von seinem Verein an Unterstützung wünscht, erzählt er uns im Interview.

Bild: privatFelix Naser war für einen einjährigen Forschungsaufenthalt am MIT CSAIL/Toyota Research Center for Autonomous Cars.

Felix Naser war für einen einjährigen Forschungsaufenthalt am MIT CSAIL/Toyota Research Center for Autonomous Cars.

Felix, bitte stell dich kurz in maximal 140 Zeichen vor.
Mein Name ist Felix Naser. Ich studiere Automotive Software Engineering im Master an der TU München und war für einen einjährigen Forschungsaufenthalt am MIT CSAIL/Toyota Research Center for Autonomous Cars.

Seit wann bist du im VDI und warum bist du damals eingetreten?
Mitglied im VDI bin ich seit 2012 und ich bin eingetreten, weil ich das Engagement des Vereins unterstützen möchte. Ich denke, es ist auch für Ingenieure sehr wichtig, ein deutschlandweites Netzwerk und eine Interessenvertretung zu haben.

Was bedeutet es für dich, Ingenieur zu sein?
Die Rolle des Ingenieurs befindet sich im Wandel. Das Anforderungsprofil und die Ansprüche an Ingenieure reichen gerade in unserer Zeit über das reine Fachwissen hinaus. Auch in meinem Forschungsbereich erlebe ich, dass wir uns zunehmend gesellschaftlichen und moralischen Fragen stellen müssen. Ein extremes Beispiel wäre: Was macht ein autonomes Auto, wenn es nur zwischen zwei Unfällen entscheiden kann?

Ich persönlich empfinde diese zusätzliche Herausforderung als aufregend und sie steigert die Bedeutung des Ingenieurs. Was mich aber im Grunde antreibt, Ingenieur werden zu wollen, ist, dass ich daran glaube, mit neuen Technologien die Mobilität der Zukunft nicht nur komfortabler und umweltschonender gestalten zu können, sondern auch viel sicherer. Auch deswegen reizt mich speziell Autonomous Car Research ganz besonders.

Inwiefern beeinflusst die digitale Transformation dein Studium? Fühlst du dich auf die Anforderungen genügend vorbereitet?
Mein Studiengang ist, denke ich, ein Paradebeispiel dafür, wie die digitale Transformation auch Studiengänge beeinflusst. Im Master Automotive Software Engineering an der TU München werden wir ganz gezielt interdisziplinär ausgebildet, um die neuen Anforderungen an die Autos der Zukunft besser adressieren zu können. Dieser Studiengang nimmt den Trend auf, den wir in der Automobilindustrie beobachten können: Etwa 90 Prozent der Innovationen finden bei Elektronik und Software statt.

Welche Rolle spielt für dich der VDI?
In meinen Augen bietet der VDI ein hervorragendes deutschlandweites Netzwerk und vertritt die Interessen der Ingenieure.

Was wünscht du dir in Zukunft vom VDI?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass der VDI gerade im Zuge der schnell fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung eine noch wichtigere Rolle übernehmen kann, um sowohl die Altarbeitnehmer als auch die Arbeitgeber dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen besser zu meistern. Konkret beziehe ich mich auf aktuelle Studien (z.B. der Oxford University), wonach viele Jobs durch „Computerisation“ in naher Zukunft ersetzt werden können. Ein Weg, Arbeitsplätze zu sichern, könnte es sein, auf bessere Ausbildung, mehr Flexibilität, mehr kreatives Arbeiten und Teamwork zu setzen. Der kürzlich vom VDI veröffenliche Status Bericht zum Thema „Arbeitswelt Industrie 4.0“ beschäftigt sich genau mit diesen Fragen.

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