VDI Umfrage zur CeBIT: Ist Deutschland bereit für Digitalisierung?

Datenspezialisten dringend gesucht!

Auf der CeBIT 2017 waren viele technologische Innovationen zu sehen, die die Digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben. Smarte Produkte bieten uns einen Vorteil, weil sie uns das Leben bequemer und Unternehmen effizienter machen. Aber dafür braucht es auch jemanden, der die Daten übersetzt.

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Wir haben in einer Mitlieder-Umfrage 630 IT-Experten befragt und wollten wissen, ob Deutschland schon gut aufgestellt ist für die Digitalisierung. Das Ergebnis: Datenspezialisten und Software-Ingenieure sind unentbehrlich für die Digitale Transformation! Unternehmen suchen dringend IT-Fachkräfte. Die Befragten schätzen, dass künftig die Nachfrage nach Fachkräften in der Informationstechnik immer weiter steigen wird.

Wir haben parallel zu unserer Umfrage auch aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit analysiert. Demnach gab es im Jahr 2016 durchschnittlich 28.800 offene Stellen für Informatiker. „Auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen 3,5 offene Stellen“, erklärt Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI.

Und in welchen Tätigkeitsfeldern werden aktuell die meisten IT-Fachkräfte gesucht?Bild: VDIgesuchte-it-taetigkitsfelder

Wie lässt sich der steigende Bedarf nach IT-Fachkräften erklären?

Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen für Unternehmen. Das sehen auch unsere VDI-Mitglieder so. Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, dass für sie die Chancen in der digitalen Arbeitswelt überwiegen. Informationen sind heute allgegenwärtig verfügbar und digitale Trends wie vernetzte Produkte und Maschinen sowie Big Data wirken sich effizient auf das Unternehmen aus.

Bild: VDIDigitalisierung als Chance oder Risiko

Vor allem bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle spielen Datenspezialisten und Software-Ingenieure eine entscheidende Bedeutung. Also wenn es darum geht, die eigenen Produkte mit online und datenbasierten Dienstleistungen zu verknüpfen. Mehr als die Hälfte der befragten VDI-Mitglieder befassen sich selbst nur kaum oder noch gar nicht mit der Entwicklung solcher Modelle. Nur fast 11 Prozent geben an, sehr intensiv daran zu arbeiten. Diese Zahl ist laut VDI-Direktor Ralph Appel „besorgniserregend“. Denn Unternehmen anderer Länder seien bereits weiter vorangeschritten.

Mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken

„Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken“ forderte Appel zum Start der CeBIT in Hannover. Was bedeutet das für Ingenieure? Es geht darum „out-of-the-Box“ zu denken, erklärt der Direktor. Die klassische deutsche Ingenieurskunst setzt bei Produktinnovationen zunächst auf höchste Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Ingenieure optimieren ihre Produkte stetig bis zur Perfektion. Doch die digitale Welt eröffnet neue Möglichkeiten. Sie verlangt mit ihrer veränderten Innovationsdynamik zunehmend Schnelligkeit bei der Produktentwicklung. Daten sind schneller verfügbar. Somit können Kunden und ihre Bedürfnisse früher eingebunden werden. „Das ist der Schlüssel, um auch in Zukunft Geld zu verdienen“, erklärt Appel weiter.


 

Übrigens, mehr wissen: was genau Arbeit 4.0 bedeutet , wie die Digitale Transformation unsere Arbeitswelt verändert und wie gut Deutschland dasteht, hat uns Frank Riemensperger im Vorfeld des Deutschen Ingenieurtag 2017 zum Thema „SMART GERMANY – Arbeit in der Digitalen Transformation“  erklärt.

Hier entlang zum Interview.

andrea-kreitschAutor: Andrea Kreitsch
Position beim VDI: Presse-Volontärin
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne und externe Kommunikation

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