Karriereberater auf der Hannover Messe 2017

„Lange vor der Bewerbungsphase intensiv Stellenanzeigen lesen“

Je früher Ihr den Stellenmarkt checkt, desto besser ist Euer Überblick über in Frage kommende Unternehmen und angebotene Tätigkeiten. Außerdem senkt ein früher Einblick ins Arbeitsleben die Frustschwelle, dass man beim Berufseinstieg nicht gleich die tollsten Aufgaben bekommt, Arbeitstage manchmal lang sind, man grundsätzlich 50 Euro zu wenig verdient und man immer fünf Tage Urlaub zu wenig hat. Mehr Tipps zum Berufsstart gibt es von unserer Hannover Messe-Karriereberaterin Undine Stricker-Berghoff.

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Hallo Frau Stricker-Berghoff, bitte stellen Sie sich kurz vor!
Bild: privatstricker-berghoff-karriereberatung-hannover-messeMein Name ist Undine Stricker-Berghoff. Ich bin Maschinenbauingenieurin und habe eine Akkreditierung als Chartered Engineer, Member of the Energy Institute, in London/UK. Meine Karriere habe ich im Ausland als Energieberaterin begonnen. Zurück in Deutschland war ich lange beim VDI in Düsseldorf, zuletzt als Geschäftsführerin einer VDI-Gesellschaft. Ich habe eine IHK als Hauptgeschäftsführerin und einen Industrieverband als Geschäftsführerin geführt. Seit 2005 bin ich als Coach und Consultant für strategisches Management und operatives Marketing in meinem Ingenieurbüro ProEconomy in Lübeck aktiv.

Warum engagieren Sie sich im Rahmen der Hannover Messe in Sachen Karriereberatung am VDI-Stand?
Seit vielen Jahren mache ich für VDI-Mitglieder auch telefonische Karriereberatung. Dabei habe ich viele spannende Menschen gesprochen. Dem einen oder der anderen konnte ich den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen oder einen Felsbrocken aus dem manchmal steinigen Karriereweg wegräumen. Die Bewerber auf der Messe auch persönlich kennenzulernen macht die Karriereberatung für mich noch interessanter und für die Gesprächspartner noch wirkungsvoller.

Was ist Ihr „Spezialgebiet“ wenn es um die Beratung geht?
Zwei Zielgruppen profitieren besonders von meiner langjährigen persönlichen Erfahrung als Führungskraft bis in die erste Ebene sowie aus der Kombination aus technischem und betriebswirtschaftlichem Wissen gepaart mit einem internationalen Hintergrund: Führungskräfte, Unternehmer und Freiberufler sowie Frauen im Ingenieurberuf und Management. Ich bin deshalb auch Mitglied im Vorstand des VDI-Netzwerkes „Frauen im Ingenieurberuf“. Außerdem vertrete ich den VDI im Deutschen Frauenrat und im LandesFrauenRat Schleswig-Holstein.

Was raten Sie Studierenden, wie sie sich bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten können?
Bereits im Studium sollten sie so gut wie möglich Englisch sprechen und schreiben lernen. Ein Auslandssemester hilft zusätzlich, die englische Sprache zu verbessern und andere Kulturen kennenzulernen.

Ein guter Einblick in das tägliche Arbeitsleben senkt die Frustschwelle, dass man beim Berufseinstieg nicht gleich die tollsten Aufgaben bekommt, Chefs, Kollegen und Kunden nicht immer nur nett sind, Arbeitstage manchmal lang sind, man grundsätzlich 50 Euro zu wenig verdient und man immer fünf Tage Urlaub zu wenig hat. Jobben, Praktika, Bachelor-/Master-Thesis im Unternehmen sowie Gespräche über den Beruf mit alten und jungen Hasen und Hühnern relativieren manchen überzogenen Wunsch.

Schon lange vor der akuten Bewerbungsphase lohnt es sich, intensiv Stellenanzeigen zu lesen. Dabei bekommt man einen guten Überblick über in Frage kommende Unternehmen und angebotene Tätigkeiten. Und um sich dann später auf eine Ausschreibung zu bewerben, müssen moderne, vollständige und fehlerlose Bewerbungsunterlagen erstellt werden.

Wie beurteilen Sie die Rolle der sozialen Medien im Bewerbungsprozess?
Xing und LinkedIn funktionieren wie elektronische Jobbörsen (z.B. www.ingenieurkarriere.de). Dort findet sich einen Stellenmarkt, auf dem man passende Ausschreibungen suchen kann. Außerdem kann man seinen Lebenslauf einstellen, um von Unternehmen gefunden zu werden. Dieses Vorgehen eignet sich besonders für Berufsanfänger, die noch nicht in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen.
Anzeigen aufgeben oder Personalberater einschalten ist für Unternehmen teuer und dauert. Deshalb sind Bewerbungen im Frühstadium eines Bedarfs z.B. auf hausinterne Stellenausschreibungen besonders vielversprechend. Facebook und WhatsApp helfen z.B. mit Familie, Schul- und Studienfreunden, Ex-Kollegen, ehemaligen Chefs sowie Kunden in Kontakt zu bleiben, um auf diesem Wege rechtzeitig von freien Stellen zu erfahren, bevor die große Konkurrenz auf dem freien Bewerbungsmarkt davon erfährt. Dem gleichen Zweck dient auch das Beobachten der Website von Wunsch-Arbeitgebern.

Welche drei Dinge sollten Bewerber unbedingt mitbringen, wenn sie die Karriereberatung am VDI-Stand nutzen möchten?
Eine vollständige Bewerbung in Papierform bestehend aus einer Anzeige, dem Anschreiben, dem Lebenslauf und den Anlagen. Ein kurzer Lebenslauf reicht, falls es um die Ausrichtung des weiteren Berufsweges geht. Alternativ gebe ich auch gerne Tipps zum Arbeitszeugnis.

Karriereberatung speziell für VDI-Mitglieder gibt es auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Hannover Messe vom 24. bis 28. April auf dem VDI-Stand. Wer noch kein Mitglied ist, kann das schnell und einfach werden. Diese Vorteile hat eine Mitgliedschaft im größten Ingenieurverein Europas. Hier haben wir noch 10 Gründe fur Euch, warum Ihr den VDI auf der Hannover Messe besuchen solltet. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Schmitz Jasmina 2016_2Das Interview fürhrte: Jasmina Schmitz
Aufgabe beim VDI: Organisation Hannover Messe, Mitarbeit www.vdi.de

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