Chancen und Risiken, Rechte und Pflichten für Mitarbeiter

Die digitale Arbeitswelt kommt!

Bereits jetzt ist die digitale Arbeitswelt, wenn auch meistens nur ansatzweise, Realität. Sie wird sich aber, da sind sich alle Fachleute sicher, in den kommenden Jahren in kaum vorstellbarer Geschwindigkeit weiter entwickeln.

Bild: Thomas Ernsting / LAIFRoboter_Justin_Mann_Pokal_Montage_Hand
Was verstehen wir eigentlich unter „digitaler Arbeitswelt“?
Die vierte industrielle Revolution, auch oft „Industrie 4.0“ genannt, hat erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Auch hier wird häufig der Begriff „Arbeit 4.0“ verwandt, weil durch die industrielle Revolution die Arbeitswelt massiven Veränderungen unterliegen wird. Kennzeichen der digitalen Arbeitswelt sind neben der Digitalisierung vieler Arbeitsprozesse das zunehmende Arbeiten in Projektstrukturen, die Auflösung „starrer“ Betriebseinheiten, eine steigende Komplexität der Arbeitswerkzeuge, intelligente und effiziente Produktionsanlagen, kreativere Arbeit, flexible Arbeitsmodelle, komplexere Kommunikation zwischen Menschen, zwischen Menschen und Maschinen und zwischen Maschinen, globales, vernetztes Arbeiten, Entstehen neuer Arbeitskulturen und das Aufbrechen vorhandener Hierarchien.

Die digitale Arbeitswelt bietet Chancen, beinhaltet aber auch Risiken.
Chancen sind flexiblere Arbeitsmodelle, mobileres Arbeiten, bessere ortsunabhängige Vernetzung zwischen Menschen aber auch mit Maschinen, unterbrechungsfreie Serviceleistungen weltweit 24 Stunden, Zeitersparnis, Effizienz und die Notwendigkeit lebenslangen Lernens.
Risiken stellen das möglicherweise latente Verlangen nach Erreichbarkeit, die platzgreifende Vorgabe der Arbeitsabläufe und des Arbeitstempos durch die Technik und nicht zuletzt die Gefahr des Wegfalls von Arbeitsplätzen. Für viele Menschen schwierig ist auch das tendenzielle Fehlen von festen Ansprechpartnern. Ein weiteres Risiko besteht in möglicherweise fehlenden bzw. nicht angepassten Schutzmechanismen (Arbeitssicherheit, passende Arbeitsschutzregelungen nichtbeachtete Arbeitsergonomie) und eine mangelnde Beachtung menschlicher Grundbedürfnisse, wenn Pausen- und Erholungszeiten zu sehr von Maschinen abhängen. Die Aufgabe der Beteiligten besteht deshalb darin, die genannten Chancen zu heben und die erkennbaren und noch zu identifizierenden Risiken auszuschließen oder wenigstens zu minimieren. Dazu haben Gesetzgeber, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Betriebsparteien, Betriebsbeauftragte, aber auch die einzelnen Mitarbeiter, an der Schaffung und Umsetzung entsprechender Regelungen aktiv mitzuwirken. Hierzu ist eine möglichst „ideologiefreie“ Kommunikation sinnvoll, die eine menschengerechte Umsetzung der vierten industriellen Revolution in einem „Erfolgsmodell Arbeit 4.0“ zu Ziel hat.

Näheres zu dieser Aufgabenstellung werde ich in einem Vortrag am Dienstag, den 25. April 2017 um 10 Uhr in der TalkING-Lounge auf dem VDI-Stand (Halle 2, Stand C40) während der Hannover Messe 2017 vorstellen.

Bild: VDIcsm_anders_062434f248Autor: RA Dieter Anders, VDI Düsseldorf

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