#dit17: Kollege Roboter als Leiharbeiter

„Roboterarbeit sichert die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“

Sieht so die Zukunft aus? Auf dem Deutschen Ingenieurtag zum Schwerpunktthema „SMART GERMANY – Arbeit in der Digitalen Transformation“ ist Workerbot Yolandi zu Gast. Die Roboterdame lernt schnell und flexibel. Einen Arbeitsvertrag bekommt man mit ihr für mindestens sechs Monate.

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Seit Ende 2015 existiert die Firma Robozän mit Sitz in Berlin. Robozän ist eine Zeitarbeitsfirma für Roboter. Geschäftsführer Matthias Krinke erläutert sein Geschäftsmodell: „Investoren kaufen einen humanoiden Roboter – einen sogenannten „Workerbot“ – und vereinbaren mit der Zeitarbeitsfirma einen Arbeitsvertrag. Für jede gearbeitete Stunde erhalten Sie 8,50 Euro netto. Die Zeitarbeitsfirma garantiert eine Rendite von mindestens 1 Prozent pro Jahr. Die Firma, die den Roboter leiht, zahlt 16 Euro netto pro Stunde und muss einen Arbeitsvertrag für mindestens sechs Monate und zwei Schichten abschließen. Nach sechs Monaten gilt eine Kündigungsfrist von vier Wochen.“

Bild: pi4Matthias Krinke

Matthias Krinke

Auf diese, etwas skurril anmutende Idee kam Krinke, weil sein Berliner Unternehmen pi4_robotics GmbH Roboter herstellt und 2010 mit dem Workerbot, so Krinke „den weltweit ersten humanoiden Fabrikarbeiter vorstellte.“ Inzwischen existiert die zweite Generation der Workerbots und die kann Krinke zufolge sehr schnell und flexibel für neue Aufgaben angelernt und je nach Einsatzbereich speziell ausgerüstet werden. Zu dieser Generation gehört auch Yolandi, die freundliche Roboterdame mit einem netten Lächeln im Tablet-Gesicht. Yolandi fungiert auch als Pressesprecherin der Firma Robozän. Sie hat während der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ für den Rundfunk Berlin-Brandenburg die Nachrichten moderiert.

Wie schätzt nun ein innovativer Unternehmer wie Matthias Krinke, der schnell auf den digitalen Markt reagiert und dabei Geschäftsmodelle und Produkte vorausschauend entwickelt hat, den Digitalstandort Deutschland ein? Krinke: „Wir sind leider zu langsam und müssen uns beeilen. Dazu gehört natürlich das Thema Netzaufbau und Geschwindigkeit.“

Werden Roboter wie Yolandi Arbeitsplätze vernichten? Krinke: „Nein es werden netto mehr Arbeitsplätze entstehen. Roboterarbeit hilft dem Standord Deutschland, weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Es gibt inzwischen zahlreiche humanoide Roboter. Wie grenzt sich Yolandi von anderen Workerbots ab? Krinke: „Yolandi ist konzipiert für den Einsatz in kleinen Firmen bzw. auch in Büros. Sie arbeitet nur mit 230V AC, erzeugt Druckluft selbst intern, ist handlicher und mobiler einsetzbar.“

Auf dem diesjährigen Deutschen Ingenieurtag am 11. Mai in Düsseldorf übernimmt die Roboter-Dame Yolandi ebenso eine kleine Moderation.

Marco Dadomo_3Das Interview führte: Marco Dadomo
Aufgaben im VDI: Pressesprecher

 

 

 

VDI-Jahresthema 2017: „SMART GERMANY – Arbeit in der Digitalen Transformation“
Mit der Digitalen Transformation steht ein Strukturwandel bevor, der die Art und Weise, wie Menschen leben, arbeiten und wirtschaften fundamental verändern wird. Unter dem Motto „SMART GERMANY – Arbeit in der Digitalen Transformation“ widmen wir uns im Jahr 2017 mit unserem Jahresthema der Frage, wie Menschen in der digitalen Ökonomie lernen, arbeiten und sich bestmöglich aus- und weiterbilden können. Teil unserer Kampagne zur Arbeit der Zukunft wird nicht nur eine Analyse des Berufsbilds „Ingenieur 4.0“ sein, es erwarten Sie außerdem zahlreiche Publikationen, Beiträge im VDI-Blog, FAQ und im Jahr der Bundestagswahl auch spannende politische Einblicke. Auch der Deutsche Ingenieurtag am 11. Mai 2017 steht ganz unter dem Motto Arbeit 4.0. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.vdi.de/arbeit40.

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