ELIV 2017

Gesucht: Das Bordnetz der Zukunft

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der mechatronischen Systeme in Kraftfahrzeugen deutlich angestiegen. Zunehmende Vernetzung, die Abbildung neuer Funktionalitäten und die stetig steigende Anforderung an die CO2-Reduzierung fördern diese Entwicklung und richten die Aufmerksamkeit auf zukünftige Handlungsfelder in der Automobilentwicklung. Digitalisierung, Urbanisierung und Nachhaltigkeit, so lauten die neuen Strategieziele. Damit ändert sich zugleich der Fokus auf den Ausbau elektrifizierter Systeme und damit den Lückenschluss zwischen den konventionellen Verbrenner-Antrieben und den effizienten Hochvolt-Fahrzeugen.

Bild: VDI Wissensforumeliv-logoDieses und weitere Themen stehen im Mittelpunkt des VDI-Kongresses „ELIV“ (Electronics In Vehicles) am 18.und 19. Oktober 2017 in Bonn.

Hoch vernetzte Bordnetze
Ein intelligentes und hochvernetztes Antriebs- und Betriebskonzept als Enabler für neue und zukunftsträchtige CO2-Reduzierungsfunktionen, kombiniert mit einem deutlich leistungsgesteigerten funktionsintensiveren Energienetz, wird benötigt. Dabei sollen die Kosten geringer als bei einem Hochvoltsystem sein und deutlich mehr Funktionen als ein heutiges konventionelles Fahrzeug besitzen. Dies sind hochgesteckte Ziele, welche eine tiefgreifende Verschmelzung des Antriebs und des Energienetzes verlangen.

Bild: VDI Wissensforumeliv-17_platine-steuereinheit

Auf dem Weg zu 48 V
Der Weg für die Integration der 48V Spannungsebene ist damit geebnet. Charakterisiert durch Leistungssteigerung und gesteigerte Speicherfähigkeit, stößt diese Spannungsebene jedoch nicht nur im Antriebssektor auf erhöhte Aufmerksamkeit. Fahrwerksregelsysteme, wie eine elektrische Wank-Stabilisierung oder Verbraucher wie ein elektrischer Antriebsverdichter profitieren von dem Performancegewinn und den neuen Möglichkeiten. Energieintensive Funktionen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes treffen somit auf leistungsintensive Regelsysteme zur Abbildung hoher Dynamiken. Gerade das Thema Effizienz und Öko-Effizienz vielfach in Analysen direkt mit dem Thema 48 V verbunden.

Fest steht: Eine intelligente Betriebsstrategie kann in Zukunft für ein energetisches Gleichgewicht im Fahrzeug sorgen und auf diese Weise Effizienz mit Fahrerlebnis verbinden. Doch der Weg zur serienreifen Energienetztopologie für die Breite der Fahrzeugkonzepte beinhaltet Detailaspekte, die oft in Vergessenheit geraten.

Bild: VDI Wissensforumeliv-17-kongress

Themen wie Sicherheit im Crash, Versorgungsverfügbarkeit für Safety-relevante Komponenten und ein Vernetzungsgrad, welcher alle Fachbereichsgrenzen überschreitet, gestalten sich in Anbetracht eines flächendeckenden Roll-Outs auf gesamte Baureihen mit unterschiedliche Motor-Getriebe-Varianten in unterschiedlichsten Länder- und Ausstattungskombinationen, als sehr komplex und zwingen zur prozessualen Disziplin.

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Fach- und funktionsübergreifende Entwicklung
Die Konsequenzen für Automotive-OEMs und deren Zulieferer sind somit klar, unterstreicht etwa Markus Gigler, MSc., von der AUDI AG, Ingolstadt: „Fachbereichsgrenzen müssen verlassen werden, um die Vielfalt an neuen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und gemeinsam auf das Ziel hin zu arbeiten. Funktionsübergreifende Erprobungen, Integrationsplanungen bis hin zu tief vernetzen Funktions- und Expertenteams müssen installiert werden, um eine nachhaltige Breitenelektrifizierungsstrategie in die Serie zu bringen.“ Gigler ist Eigenschaftsentwickler in der Entwicklung Engeiemanagement der Audi AG. Am 18.Oktober 2017 ist er Referent auf der ELIV (Electronics In Vehicles) mit dem Thema „48V im Serieneinsatz“.

Programm zur ELIV 2017

Spannende Zeiten kommen somit auf die Elektrifizierung im Fahrzeug zu. Diskussionsbedarf gibt es mehr als genug – neue Impulse und Einblicke in den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung gibt der internationale VDI-Kongress ELIV (ELectronics In Vehicles) vom 18. bis 19. Oktober 2017 im World Conference Center Bonn. Dabei behandelt der Kongress nicht nur „klassische“ Elektronik-Themen wie Bordnetz, Bedien- und Anzeigekonzepte, Hard- und Software, sondern rückt vor allen Dingen auch aktuelle Trendthemen wie Elektromobilität, Automatisiertes Fahren, Fahrerassistenzsysteme und Connected Car in den Fokus.

tomas-frohnAutor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum: Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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