Umweltsimulationen zur Absicherung von Fahrerassistenzfunktionen

Gaming trifft Automotive – ELIV 2017

Was haben Technologien aus der Computerspieleindustrie mit der Automotive-Entwicklung von heute und morgen zu tun? In jedem Fall viel mehr, als es auf den allerersten Blick vielleicht erscheinen mag. Denn Verfahren aus dem Gamingbereich können dabei helfen, Entwicklungen im Bereich der Fahrerassistenzsysteme frühzeitig virtuell abzusichern und mögliche Fehlerquellen auszuschließen – lange bevor überhaupt ein Steuergerät ins Fahrzeug gelangt.

eliv-logoFür die Computerspieleindustrie ist die Gamescom in der Koelnmesse im August weltweit einer der wichtigsten Branchentreffs, für die Experten der Automobilindustrie ist es die ELIV (Electronics in Vehicles) vom 18.- 19. Oktober 2017 in Bonn.

Bild: VDI WissensforumEntwicklungen aus dem Gamingbereich helfen, Fahrerassistenzsysteme virtuell abzusichern und Fehlerquellen auszuschließen.

Entwicklungen aus dem Gamingbereich helfen, Fahrerassistenzsysteme virtuell abzusichern und Fehlerquellen auszuschließen.

 

Die individuelle Mobilität könnte sich im kommenden Jahrzehnt so stark verändern wie kaum zuvor. Immer kürzere Entwicklungszyklen, die Elektrifizierung des Antriebs und der Weg zum autonomen Fahren stellen Hersteller und Zulieferer vor neue Herausforderungen. Neben den technischen Aspekten gewinnen Fragen der Datensicherheit stark an Bedeutung. Es besteht also Diskussionsbedarf: Die Absicherung autonomer Fahrfunktionen, Trends der agilen Softwareentwicklung für Automotive, die wachsende Bedeutung virtueller Validierung zur Reduzierung aufwändiger und kostenintensiver Live-Tests, dies sind nur einige aktuelle Trends in der Fahrzeugentwicklung.

eliv-17-kongress

Der internationale VDI-Kongress ELIV (ELectronics In Vehicles) ist seit mehr als 30 Jahren der wichtigste Branchentreff für alle Experten rund um die Themen Elektrik, Elektronik und Systemintegration von Mechanik und Elektronik im Fahrzeug.

Schnell und effizient Simulationen ermöglichen
Gesucht werden insbesondere neue Verfahren, die bisherige Simulationslösungen ergänzen und abrunden können. „Die Zielsetzung lautet dabei, eine Simulationsqualität durch realistische Sensormodelle zu erreichen und in der Simulation realitätsnahe Umweltsituationen zu schaffen“, erläutert Sebastian Wolter M.Sc., Entwicklungsingenieur, ITK Engineering GmbH, Frankfurt am Main. Bezogen zum Beispiel auf einen Einparkassistenten lasse sich so wesentlich exakter simulieren, wie die Einheit auf Objekte in der Umwelt reagiert.

Dynamische Fahrsituationen zu berechnen und etwa eine Ausbreitung von Ultraschallwellen zu simulieren, wäre auf konventionelle Weise sehr aufwändig und würde Rechenzeiten in der Größenordnung von Wochen verursachen, so der Experte. Wolter war bereits Referent auf der Autoreg 2017, die parallel zu Europas größter internationaler Fachmesse rund um das vernetzte Fahrzeug „ConCarExpo 2017“ im vergangenen Juli in Berlin stattgefunden hat. Die ITK Engineering GmbH ist darüber hinaus auf der ELIV 2017 an Stand 183 vertreten.

Bild: VDI Wissensforumeliv-auto-der-zukunft

Das Auto der Zukunft (hier auf der ConCarExpo 2017) kommt ohne Fahrer aus aber nicht ohne Elektronik, die es steuert.

Simulationen schon in der Designphase nutzen
Der neue Ansatz bedient sich einer 3D-Geometrie als Basis, um Strahlen zu simulieren, Reflektionen einzubeziehen etc. Die Rechenleistung erfolgt dabei auf Highend-Grafikkarten. Das Verfahren, das von Gaming-Industrie inspiriert wurde, ist vollständig getestet und funktioniert und wird bereits in ersten Entwicklungsprojekten angewendet. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Es handelt sich hier um ein vergleichsweise kostengünstiges System, das schnell gute und verwertbare Daten liefert“, so Wolter weiter. In Kombination mit bestehenden Systemen werden damit Co-Simulationen möglich, die relativ einfach bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase wichtige Daten und Ansatzpunkte liefert. So wird es etwa möglich, auf die Simulationen auch bereits in der Designphase zurückzugreifen, um etwa möglichst günstige Positionen für Sensoren zu erkennen.

Bild: VDI Wissensforumvdi_gebtriebe_184_pano_gif_wccb2017 startet die ELIV erstmals World Conference Center Bonn vom 18.-19. Oktober.

Fachaustausch rund um Elektrik, Elektronik und Mechanik
Die Entwickler sehen viele Anwendungsmöglichkeiten, zumal alle parametrierbaren Signale mit diesem Verfahren betrachtet werden können. In jedem Fall ist der Austausch zwischen Fahrzeugherstellern und Zulieferern ein „Muss“, um Innovationen, Entwicklungen und Problemstellungen frühzeitig zu erfassen.

Dieses sowie zahlreiche weitere Themen diskutieren die Experten aus den Bereichen Elektrik, Elektronik und Systemintegration von Mechanik und Elektronik auf dem internationalen VDI-Kongress ELIV (ELectronics In Vehicles). Die nächste Auflage der ELIV wird vom 18.-19. Oktober 2017 erstmals im World Conference Center Bonn stattfinden.

Ergänzend zu den Fachvorträgen können sich Teilnehmer in der begleitenden Fachausstellung bei über 120 Zulieferern und weiteren Dienstleistern über neue Produkte und Services informieren.

[www.eliv-congress.de]

tomas-frohnAutor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum: Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*