Sicherer Betrieb von Verdünstungskühlanlagen

VDI-Schulungspartner qualifiziert 1000sten Teilnehmer nach VDI 2047

Verdunstungskühlanlagen können bei unsachgemäßem Betrieb Quellen von Legionelleninfektionen sein. Die Betreiber von Verdunstungskühlanlagen haben sich über die Gefahren dieser Anlagen schlau zu machen. Die Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 bietet eine Grundlage, um den Stand der Technik solcher Anlagen aufrecht zu erhalten. Sie ergänzt die bestehenden Hygienerichtlinien VDI 6022 (RLT-Anlagen) und VDI/DVGW 6023 (Trinkwasser-Installationen). Auf Basis der Richtlinie, qualifizieren VDI-Schulungspartner die für den störungsfreien Betrieb der Anlagen verantwortlichen Personen.

Bild: Baltimore Aircoil International nvrichtlinie-vdi-2047_hygienewissen_t13_702x363

Die Fa. Schweitzer-Chemie GmbH ist einer von rund 40 VDI-Schulungspartnern zur Richtlinie VDI 2047 Blatt 2. Innerhalb von knapp zwei Jahren haben insgesamt etwa 10.000 Personen Schulungen nach der Richtlinie durchlaufen, davon inzwischen mehr als 1000 bei Schweitzer-Chemie. Wir haben uns mit der Geschäftsführerin, Frau Dr. Hiltrud Thiem, anlässlich dieses Jubiläums über die Bedeutung von Hygieneschulungen unterhalten.

Frau Dr. Thiem, welche Systeme betreuen Sie im Tagesgeschäft?
Wir betreuen nahezu alle wasserführenden Systeme; vor allem Kühlwassersysteme, aber auch Trinkwassersysteme, Befeuchtersysteme, Kesselwasseranwendungen, Heizungssysteme, Sprinkler- und Prozesswassersysteme über alle Branchen hinweg.
Und obwohl sich viele Anwendungen ähneln, kommt es darauf an, für jede einzelne Anwendung auch die richtige Fahrweise und den möglichst idealen vorbeugenden Schutz zu finden. Hier greift unser Qualitätsanspruch – und das ist unsere Leistungsstärke. Wir suchen immer anwendungsorientiert und partnerschaftlich mit den Betreibern nach der besten Lösung.

Ihr Unternehmen ist VDI-Schulungspartner für die Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 und auch für die schon länger bestehenden Richtlinien VDI 6022 und VDI/DVGW 6023. Warum führen Sie diese Schulungen durch? Und wie haben Sie die große Nachfrage gestemmt?
Wir schulen seit vielen Jahren alle unsere Servicetechniker, Anwendungstechniker und auch alle Außendienstmitarbeiter nach den Hygienerichtlinien des VDI. Diese Anforderung ist bei uns Standard in der Einarbeitung und Aufrechterhaltung der Qualifikation unserer Mitarbeiter.

Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, sich nach allen Richtlinien zur Hygiene schulen zu lassen. VDI-Richtlinien gelten als allgemein anerkannte Regeln der Technik und müssen daher in den entsprechenden Kreisen bekannt sein und praktiziert werden. Aufgrund des großen Andrangs gerade bei Schulungen nach VDI 2047 Blatt 2 haben wir inzwischen einen Stamm von 10 Referentinnen und Referenten und haben im Extremfall schon zeitgleich Schulungen an zwei getrennten Orten durchgeführt.

Warum haben Sie den 1.000 Teilnehmer ausgezeichnet?
Die Idee mit der Auszeichnung des 1.000 Teilnehmer kam im Zuge einer früheren Schulung auf eine Frage eines Teilnehmers, der wievielte Teilnehmer er denn sei. Die Idee haben wir dann vertieft und Gefallen daran gefunden, mit der Auszeichnung des 1.000 Teilnehmers ein Ausrufezeichen für die Umsetzung dieser Qualifikationsmaßnahme zu setzen.

Wie hat der Teilnehmer auf seine „Auszeichnung“ reagiert?
Wir führen sehr genau Buch über die Anzahl unserer Teilnehmer, auch wegen der Original-Richtlinien, die mit den Schulungsunterlagen ausgegeben werden. Wir wussten, dass der 17. Teilnehmer der Schulung Ende März unser tausendster insgesamt sein würde. Das war dann Herr Reynolds. Er war völlig überrascht und ungläubig, als wir ihn bei der Begrüßung beglückwünscht haben. Er war zuerst der Meinung, bei der „Versteckten Kamera“ zu sein. Als er dann aber den Präsentkorb und einen zweitägigen Wasserseminargutschein im Wert von 585 Euro überreicht bekam, wurde er langsam entspannter und war froh, pünktlich da gewesen zu sein.

Bild: Schweitzer-Chemie Gmbh1000-teilnehmer-vdi-2047-2_kleinStefan Reynolds mit seiner Auszeichnung. Daneben die Referenten, Dr. Hiltrud Thiem und Dipl.-Ing. (FH) Guido Hilden.

 

 

 

 

 

 

Was treibt einen mittelständischen Wasseraufbereiter und Wasserbehandler dazu, so extrem aktiv im Schulungswesen tätig zu sein?
Wir führen neben den VDI-Schulungen auch weitere Qualifizierungsmaßnahmen durch, weil das Thema Wasser sehr vielschichtig ist und wir so auch eine sehr gute Möglichkeit der Kommunikation mit unseren Kunden haben. Bei uns soll die Vermittlung von „Wasserwissen“ Spaß machen und keine Verkaufsveranstaltung sein.

Uns treibt aber noch ein anderer wichtiger Gedanke an: Wir qualifizieren Teilnehmer, die durch die Umsetzung des erworbenen Wissens mithelfen können, hygienische Belastungen in wasserführenden Systemen und damit auch Erkrankungsrisiken zu minimieren. Wenn wir durch unsere Arbeit ein Risiko für Leib und Leben verringern, hat sich der Aufwand gelohnt!

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit dem VDI für Ihr Unternehmen?
Wir unterstützen mit einigen Kollegen die VDI-Richtlinienarbeit und können dadurch die technischen Regeln mitgestalten. Auch durch die dabei entstehenden persönlichen Kontakte ergeben sich oft gute Ansatzpunkte für weitere Entwicklungen.

Frau Dr. Thiem, vielen Dank für das Gespräch

Das Interview führte: Stephan Hasselbach
Position im VDI: Marketingreferent

 

 

 

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