Unternehmen nähern sich in Zeiten der Digitalen Transformation den StartUps

Was Corporates von StartUps lernen können

Große, etablierte Organisationen hatten in den letzten Jahren verstärkt begonnen sich in Zeiten der Digitalen Transformation ihrer Geschäftsfelder den StartUps zu nähern. Doch können weltweit operierende, stark hierarchisch strukturierte Unternehmen sich tatsächlich etwas von den StartUps abschauen? Sie werden in ihrer Entwicklung permanent zum „Improvisieren“ gezwungen. Sie machen mehr Fehler als andere, aber genau das ist ihre Stärke – aus den eigenen Fehlern schnell lernen.

Bild: Thomas Ernsting/LAIFblog_beitragsbild

 

Als der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche, im Interview mit der Frankfurter Allgemeine verkündet „…kurzfristig, innerhalb von einem Jahr, rund 20 Prozent der Mitarbeiter auf eine Schwarm-Organisation umzustellen“, fand es weltweit viel Beachtung.Große, etablierte Organisationen, hatten in den letzten Jahren verstärkt begonnen sich in Zeiten der Digitalen Transformation ihrer Geschäftsfelder den StartUps zu nähern – ob in Form von Corporate Venture oder M&A Aktivitäten, Company Builder, Incubator oder Accelerator Programmen. Bei der Daimler AG wurde nun aber offen über eine weitere Facette gesprochen – interne Organisationsformen, die sich von der StartUp Kultur beeinflusst zeigen. Doch können weltweit operierende, stark hierarchisch strukturierte Unternehmen mit mehr als 100.000 Mitarbeiter sich tatsächlich etwas von den StartUps abschauen? Die Antwort liegt darin, dass StartUps in ihrer Entwicklung permanent zum „Improvisieren“ gezwungen werden. Keine Universität der Welt kann Gründern das Wissen vorab vermitteln, was benötigt wird um, ein StartUp erfolgreich aufzubauen.

StartUps sind keine besseren Unternehmen. Gründer sind keine besseren Manager per se. Sie machen sogar mehr Fehler als andere, aber genau das ist ihre Stärke – aus den eigenen Fehlern schnell zu lernen. Die Auswirkungen des eigenen Handelns direkt zu spüren zu bekommen, lässt junge Unternehmen Entscheidungen anders treffen, Produkte anders entwickeln und Fehler als Quelle neuen Wissens begreifen. StartUps haben nicht die notwendigen Ressourcen, sei es an finanziellen Mitteln oder Mitarbeitern, ein umfassend „Finales“ Produkt zu entwickeln oder mit allen denkbaren Features auszustatten. Sie müssen mit ihren begrenzten Mitteln die Hauptfunktionen identifizieren und möglichst schnell im Markt testen, um möglichst früh ihr Produkt anpassen zu können – auch, um nicht zu viel Geld in unnötigen Funktionen zu verbrennen. StartUps sind gezwungen, Herausforderungen mit ganz spezifischen, planbaren und vor allem aber auch erlernbaren Methoden zu begegnen – und hier wird es für die Corporate Welt spannend – denn viele von diesen Methoden lassen sich hervorragend auch für große Unternehmen adaptieren, wie beispielsweise:

Minimal Viable Product
Der grundlegende GedaBild: kreait GmbHblog1nke bei der Erstellung eines MVP ist es, ein Produkt möglichst schnell zu erstellen. Vornehmlicher Zweck eines solchen MVPs ist es, mit möglichst geringen Anfangsinvestitionen, Erkenntnisse über die Marktchancen einer Produktidee zu bekommen. Dieser Prototyp beinhaltet nur die wesentlichen Merkmale des Produkts. Die Schaffung eines MVP steht am Anfang einer zyklischen und iterativen Entwicklung, innerhalb derer das MVP auf dem Markt evaluiert und anschließend kontinuierlich verbessert und im Funktionsumfang adaptiert und erweitert wird, bevor es diese Schleife erneut durchläuft. Eine solche Vorgehensweise minimiert die Risiken Produkte am Markt vorbei zu entwickeln, da neue Ideen schnell und stetig mit echten Nutzern überprüft werden können.

Build Measure Learn
Eine Geschäftsidee, ein Produkt oder eine Dienstleistung/Service wird gestaltet und schnellstmöglich auf den Markt gebracht. Ziel ist es, aus dem Feedback der Innovatoren und Early Adopter, Rückschlüsse für die weitere Produktentwicklung und ggf. Umgestaltung ziehen zu können. Es beschreibt einen Kreislauf des Lernens um Ideen in Produkte umzusetzen, Kundenreaktionen zu  messen und aufgrund dieser die Ideen weiter zu entwickeln.

Bild: kreait GmbHblog2

 

 

 

 

 

 

Customer Centric / User Insights / User Testing
Durch die Schaffung einer positiven Konsumentenerfahrung am Point of Sale und Post-Sale können Unternehmen sich von Ihrer Konkurrenz differenzieren und sich in den Köpfen der Kunden positionieren. Ein kundenorientierter Ansatz verschafft Unternehmen einen Mehrwert. StartUps sind insbesondere an der individuellen Nutzererfahrung interessiert, da sie sich meist in sehr schnell entwickelnden Branchen bewegen und der Konkurrenzdruck sie dazu zwingt, die User Experience optimal zu gestalten.Bild: kreait GmbHblog3

 

 

 

 

 

Rapid Prototyping
Rapid Prototyping beschreibt eine Methode, die es Unternehmen erlaubt, schon in der Phase der Planung auf ganz einfache Art und Weise eine Art Probe-oder Startermodell zu bauen. Somit können schon frühzeitig Fehler oder Schwächen erkannt und behoben werden, bevor innerhalb der Serienproduktion wahnsinnig hohe Kosten anfallen würden, um dann erst entdeckte Fehler zu beheben.

Bild: kreait GmbHblog4 Agiles Projektmanagement
Anhand von Agilen Prinzipien werden kleinere Projektschritte in höherer Frequenz abgeschlossen. Schnelleres Feedback und das Reagieren auf Veränderungen wird somit kontinuierlich ermöglicht. Verkürzte Entwicklungszyklen von zwei bis drei Wochen (sogenannte Sprints) sorgen dabei mit ständiger Reflektion für eine kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsprozesses. 
Agile Teams sollen sich dabei in Eigenverantwortung um selbstständig erkannte Probleme formen und die Fähigkeiten zur Lösung dieser autark zusammenstellen.

Innovations- & Fehler- Kultur
Fehlerkultur und Innovation sind untrennbar miteinander verbunden: Wie innovativ ein Unternehmen ist, hängt maßgeblich davon ab, ob die Fehler-Kultur stimmt. Warum? In einem Unternehmen mit einer positiven Fehlerkultur können die Mitarbeiter schnell und immer wieder Neues ausprobieren, aus ihren Fehlern lernen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. So kommt jeder Einzelne und das Unternehmen als Ganzes schneller voran.

Bild: kreait GmbHgiordano

Autor: Maks Giordanoblog_corporate-und-startups, CEO kreait GmbH

 

 

 

 

 

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