VDI-Fachkonferenz „Gießtechnik und E-Mobilität“

Elektro-Mobilität: Eine Chance für neue Geschäftsmodelle in der Gießtechnik

Durch die Elektrifizierung des Antriebs und das autonome Fahren werden sich Fahrzeuge in den nächsten Jahrzehnten erheblich verändern. So werden etwa die Motoren in zukünftigen Hybridfahrzeugen deutlich kleiner sein.

Für Gießereien verbiBild: Dr Thomas Schlick / Roland Bergernden sich mit diesen Megatrends große Herausforderungen in den kommenden 15 bis 20 Jahren. „Deshalb lautet die Devise: Nicht länger warten, sondern jetzt handeln, um das eigene Unternehmen für die Zukunft aufzustellen“, betont Dr. Thomas Schlick von der Beratungsgesellschaft Roland Berger. Die entscheidende Frage laute, welche Kernkompetenzen das jeweilige Unternehmen aufweise, ob auf technologischer oder Prozess-Seite, und wie Produkte aussehen könnten, mit denen man auch zukünftig noch erfolgreich sein wird. Dr. Schlick ist einer der Referenten auf der VDI-Fachkonferenz „Gießtechnik und E-Mobilität“ am 12. und 13. Dezember 2017 in Bremen.

Umdenken muss heute beginnen

Das Umdenken – von aktuell vollen Auftragsbüchern und den seit Jahren wachsenden Volumina hin zur Entwicklung von morgen und übermorgen – fällt naturgemäß schwer. Diese Veränderungen muss man erst einmal annehmen. Mittelständische Unternehmen tun sich mit dieser Entwicklung generell schwerer als Großunternehmen. Doch es gibt Chancen, die man heute erkennen und aktiv nutzen kann, unterstreicht Dr. Schlick: „Fest steht: Gießereibetriebe werden in Zukunft neue Wege gehen müssen, um ihren Fortbestand zu sichern. Das seit Jahrzehnten vertraute Produktportfolio alleine reicht nicht mehr. Oft können dabei Kooperationen zwischen mittelständischen Betrieben hilfreich sein, um die Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln.“

Strategien für die Zukunft definieren

  • Wenn es um Strategien für die Zukunft geht, stellen sich grundsätzliche Fragen für mittelständische Gießereibetriebe:Werden mit dem heutigen Geschäftsmodell bereits alle Chancen genutzt? Gibt es zusätzliche Segmente, etwa im Nutzfahrzeugbereich, die sich zu erschließen lohnen, die mit den heutigen Kompetenzen bedient werden können?
  • Ist das Unternehmen nur auf Deutschland und evtl. Mitteleuropa fokussiert, bietet eine Internationalisierung neue Chancen?
  • Welche technische Kompetenz lässt sich zukunftsgerichtet ausbauen? Ein Megathema rund um die Elektrifizierung wird der Leuchtbau sein. Hier eröffnen sich für die Gießereibranche neue attraktive Potenziale, etwa wenn es um Batteriegehäuse und Kühlung geht.
  • Wo liegen prozessbezogene Kompetenzen des Unternehmens? Logistik, Service und Nachbearbeitung werden wichtige Unterscheidungsmerkmale für erfolgreiche Gießereien werden.

Konsolidierung im Gießereibereich wird kommen

Bild: VDI Wissensforumblog1_zugeschnittenEines steht aus Sicht von Dr. Schlick fest: „Eine gewisse Größenordnung der Konsolidierung im Gießereibereich wird es geben. Mittelständische Unternehmen haben dennoch gute Chancen, mit Spezialisierung und besonderen Kompetenzen auch in Zukunft Erfolg zu haben.“ Eine herausfordernde und spannende Zeit liege vor dem Gießereimarkt – wichtig sei es, sich frühzeitig dafür zu öffnen und heute mit den notwendigen Anpassungen des Unternehmens und des Geschäftsmodells zu beginnen. Die Teilnehmer der VDI-Fachkonferenz „Gießtechnik und E-Mobilität“ in Bremen können somit aktuelle Fachbeiträge und spannende Diskussionen erwarten.

Was treibt das Auto der Zukunft an, wie verändern sich damit Technologien Zuliefererstrukturen rund um den Motor? Diese und weitere Fragestellungen rund um die Elektrifizierung des Antriebsstrangs werden auch den 5. Internationalen Motorenkongress am 27. und 28. Februar 2018 in Baden-Baden prägen.

 

tomas-frohnAutor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum: Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

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