VDI-Technikdinner in Lingen

„Die vierte technische Revolution heißt Industrie 4.0.“

Technische Themen müssen nicht trocken daherkommen. Das hat am Mittwoch eindrucksvoll das 1. Technikdinner des Bezirksvereins Osnabrück-Emsland gezeigt. Der dortige Arbeitskreis für Studenten und Jungingenieure hat das neue VDI-Format ausprobiert.

Bild: Ralf LandwehrIndustrie 4.0 vor der Kulisse der Kochwerkstatt Lingen: Andreas Paschke (Mitte) verdeutlichte, was sich in naher Zukunft ändern wird.

Industrie 4.0 vor der Kulisse der Kochwerkstatt Lingen: Andreas Paschke (Mitte) verdeutlichte, was sich in naher Zukunft ändern wird.

„Wir haben uns heute zum Technikdinner in der Kochwerkstatt von Holger Laschet in Lingen getroffen. Anmeldungen kamen nicht nur aus dem Emsland, sondern auch aus dem Osnabrücker Land und sogar aus Herne, und ihre Zahl ging weit über die verfügbaren Plätze hinaus“, freute sich Stefan Krummen Arbeitskreisleiter der SuJ Osnabrück-Emsland über die gute Akzeptanz dieses ersten VDI-Treffens in dieser Form. Ende August hat Laschet in Lingen-Bramsche die Kochwerkstatt eröffnet. Hier ist moderne Erlebnisgastronomie unter dem Motto „die besten Partys finden immer in der Küche statt“, wie Laschet die Ingenieure begrüßte, buchbar.

Im Trend liegt auch der Impulsvortrag, den Andreas Paschke zwischen den Gängen hielt. „Die vierte technische Revolution heißt Industrie 4.0. Es ist eine sehr wichtige Revolution, und ich möchte darstellen, wo wir heute stehen und was der nächste Schritt dahin ist“, leitete Paschke, der langjährige Erfahrung als Leiter der Organisationsentwicklung eines Kunststoffunternehmens mitbringt, seinen Redebeitrag ein. Bewusst provokant seien manche seiner Thesen, stellte er zu Beginn klar. So behauptete er, dass viele Betriebe sozusagen „Papierfabriken“ seien. „In Betrieben, in denen immer noch viel Papier erzeugt wird, ist die Obergrenze von Industrie 3.0 erreicht“. Der Unterschied zu Industrie 4.0 sei, dass Produktionsplanung und –steuerung nicht mehr nötig seien, da diese die IT übernehme. Er verdeutlichte dies an einem nur etwa zehn Jahre alten Handy und einem aktuellen Smartphone. „Dieses Handy hier ist Industrie 3.0; das Smartphone ist Industrie 4.0. Dazwischen liegen Welten. Weltweite Vernetzung, Sensorik und künstliche Intelligenz, das ist Industrie 4.0“, erläuterte er. Industrie 4.0 sei politisch gewollt und notwendig, um in der globalisierten Wirtschaft nicht abgehängt zu werden. Dazu seien stabile Energienetze mit Ausfallsicherheit und Diebstahlsicherheit unabdingbar, mahnte er.

Bild: Ralf LandwehrAlles angerichtet für das erste Technikdinner des VDI Bezirksvereins Osnabrück-Emsland

Alles angerichtet für das erste Technikdinner des VDI Bezirksvereins Osnabrück-Emsland

Für Stephan Gerling, Mitarbeiter des Rosen Technology & Research Center Lingen, war „dieses die perfekte Veranstaltung: der Rahmen an sich und die Möglichkeit, mit Entwicklern und Ingenieuren an einem Tisch zu sitzen.“ Auch Markus Grönniger, im Christophorus-Werk Lingen in der Abteilung „Arbeit nach Maß“ tätig im Fachdienst für betriebliche Inklusion empfindet den Austausch mit anderen Ingenieuren als sehr wichtig. Dr. Hans-Gerd Lambers von der Lingener Firma Benteler war zum ersten Mal beim VDI dabei und fand es interessant, „auch einmal in die Küche schauen zu dürfen“.

Regelmäßige Besucherin der Stammtische für Studenten und Jungingenieure ist Sophia Arkenberg. Der 21jährigen Verfahrenstechnikerin gefiel die Kombination aus „lockerer Runde und fachlichen Themen“ sehr gut. Auch das Zusammenkommen der jungen und der erfahrenen Ingenieursgeneration kam gut an. „Wir haben es geschafft, die Altersgruppen gut zu durchmischen sowie Synergien zwischen Fach- und Führungskräften und Jungingenieuren zu schaffen“, heben Markus Grabowski und Klaus Kokenschmidt vor. Formate ähnlicher Art seien für das Jahr 2018 vorgesehen. Weitere Infos und Kontakt sind über suj-lingen@vdi.de möglich.

Autorin: Christiane Adam ist freie Journalistin https://www.rasende-reporterin.de/

 

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