Frauen im Ingenieurberuf

VDI-Pionierin mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Anlässlich zum Tag des Ehrenamtes zeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Frau Jutta Saatweber als eine von 15 Frauen und 10 Männern in Schloss Bellevue mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland aus. Sie wurde für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement gewürdigt. Seit 1962 ist sie Mitglied im VDI Verein Deutscher Ingenieure und engagiert sich seit 1982 im VDI-Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf“ (FIB), in dem sie Seminare und Vorträge hält.

Bild: © Bundesregierung / Carsten Koallsaatweber_blog_beitragsbild

Die ausgebildete Elektromonteurin und Elektroingenieurin mit Schwerpunkt Hochspannungstechnik ist Expertin für Quality Function Deployment (QFD) und ein echtes Vorbild! Seit 1981 ist sie selbstständig und hat ihr eigenes Ingenieurbüro „ISC Ingenieurbüro Saatweber Consulting“. Sie absolvierte ihre Ausbildung in Ostdeutschland und kam 1661 in den Westen.

Im VDI-Karriereführer berichtete sie von Ihren Erfahrungen beim Berufseinstieg und ihrem Start in die Selbstständigkeit:

Wie fing Ihre technische Laufbahn an?

Jutta Saatweber: Zunächst habe ich in einem E-Werk eine Elektrikerlehre absolviert. In der Ausbildung habe ich mich so angestrengt, weil ich es den Männern zeigen wollte, und die Prüfung mit Eins abgeschlossen.

Haben es Frauen heute leichter im Ingenieurberuf Fuß zu fassen?

Heute haben Frauen alle Chancen im Ingenieurberuf. Wenn eine Frau Haltung zeigt  und zu dem steht, was sie macht, sollte sie keine Probleme im Beruf haben. Insbesondere im Außendienst spielt auch der Dresscode eine wichtige Rolle.

Wie kam es, dass Sie sich 1981 selbstständig machten?

Ich habe zwei Kinder. Für den Wiedereinstig nach der Elternpause habe ich mir eine Teilzeitstelle gesucht, weil ich mittags zum gemeinsamen Essen zu Hause sein wollte. Bei meiner ersten Position kam mein Chef immer um 13 Uhr mit einem großen Stapel Papier. Er verstand nicht, dass ich nach Hause musste, und hat mir immer eine Riesen-Szene gemacht. Wir hatten auch technische Auseinandersetzungen, also habe ich diese Stelle gekündigt. Die weiteren Versuche zeigten mir, dass ich alleine arbeiten musste.

Haben Sie einen Tipp für junge Ingenieurinnen und Ingenieure für die ersten Berufsjahre?

Der erste Tipp ist: Lernen, lernen, lernen! Der zweite Tipp lautet: Haben Sie Mut! Sagen Sie nicht: „Ich kann nicht.“ Sondern beschaffen Sie sich dann, wenn Sie den Auftrag haben, die relevanten Informationen. Über das Internet ist es heute doch ganz einfach, sich in ein Thema einzuarbeiten. Ganz wichtig ist auch: Verstecken Sie sich nicht und zeigen Sie Selbstbewusstsein. Das kleine graue Mäuschen im Hintergrund sieht keiner. Man muss zeigen, was man kann, ohne dabei arrogant oder überheblich zu sein. Das gilt für Frauen wie für Männer gleichermaßen.

Bild: Privatkotke_2


Autorin:
Claudia Kotke
Position beim VDI: Referentin Digitale Kommunikation

 

 

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