Netzwerken beim 3. Jahrestreffen der Young Professionals

Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung

Über 80 Berufseinsteiger kamen zum 3. Jahrestreffen der Young Professionals in der chemischen Industrie nach Dortmund, um sich im Rahmen des Messeduos Maintenance und WorkSafe auszutauschen. Mit der Themenauswahl hat das Organisationsteam der Young Professionals der VDI-GVC erneut den Puls der Zeit getroffen und die geführten Messerundgänge boten zusätzlich einen wichtigen Praxisbezug für die Teilnehmer. Damit haben die Young Professionals der VDI-GVC ihr erfolgreiches Konzept endgültig etabliert und veranstalten ihr 4. Jahrestreffen am 20.02.2019 erneut in Dortmund zusammen mit den Messen Maintenance und Pumps& Valves 2019.

Bild: VDI/Woppowaimg_2118

„Seid mutig, denn nur Nullen haben keine Kanten“

Mit seinem Eröffnungsvortrag „Weichen und Hürden auf dem Karriereweg“ brach Dr.-Ing. Jürgen Kussi, Bayer, sofort das Eis und regte zu Nachfragen und intensiven Diskussionen an. Er ermutigte den Nachwuchs, mutig zu sein, eigene Stärken zu erkennen und sich Herausforderungen zu stellen. Enttäuschungen, Scheitern oder auch „Nein-Sagen“ sind wichtige Elemente des Karrierewegs. Es ist nicht einfach, für seine Überzeugungen einzutreten, gegen Widerstände zu kämpfen und Fehlentscheidungen zu begehen bzw. einzugestehen. Aber es sind diese scheinbaren Niederlagen, aus denen neue Chancen entstehen und die Persönlichkeit des einzelnen wächst. Kussi kann als Unit Head global in der Verfahrens- und Anlagensicherheit auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken, die auch heute noch viele Herausforderungen bietet. Er hat in seinem Berufsleben viele junge Menschen eingestellt und deren Werdegang verfolgt, sein Credo an die Jugend lautet: „Seid mutig, denn nur Nullen haben keine Kanten!“.

Persönlichkeit und Wissen sind auch die zentralen Erfolgsfaktoren für den lateralen Führungsstil, wie Rechtsanwalt Nils Schmidt, Die Führungskräfte, erläuterte. Denn Wissen ist Macht, und dies bezieht sich sowohl auf fachliches Know-How als auch auf Menschenkenntnis, damit die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Führungskräften und Mitarbeitern durch die gesamte Hierarchieebene hinweg erfolgreich funktionieren kann.

Bild: VDI/Woppowaimg_0121

Chancen und Herausforderungen durch die Digitalisierung

Die fachlichen Schwerpunkte der Veranstaltung fokussierten sich auf die Themen Digitalisierung und – passend zum Messemotto – Sicherheit. Dr. Felix Hanisch, Bayer, und Dr. Jörg Appel, Clariant, erklärten kenntnisreich und verständlich die Chancen und Möglichkeiten von Industrie 4.0, Big Data und Manufacturing Intelligence. Hanisch verglich Industrie 4.0 mit dem Goldrausch der Vorzeit und betonte, „Informationen – nicht Daten – sind das Gold des 21. Jahrhunderts“. Digitalisierung und Industrie 4.0 machen Automatisierungslösungen greifbar, die bislang nicht möglich oder nicht wirtschaftlich waren. Damit haben die „Digital Natives“ keine Berührungsängste. Hinter dem Hype Digitalisierung erkennen sie deutlicher als ihre älteren Kollegen neue Chancen und Herausforderungen, denen sie sich gut gewachsen fühlen.

Anders sieht es mit dem Thema Sicherheit aus. Während des Studiums mangels angemessenem Curriculum oft vernachlässigt, holen die vielfältigen Anforderungen des Immissionsschutzes, des Arbeitsschutzes und zahlreicher anderer gesetzlicher Regelungen die Berufseinsteiger in der Realität oft unangenehm ein. Dipl.-Ing. Jens Hötger, TÜV Nord InfraChem, erklärte eindringlich, welche Gefahren für Mensch und Umwelt selbst durch einfache aber verheerende Verwechslungen von nicht eindeutig gekennzeichneten Ansaugstutzen ausgehen können. So geschehen 2016 in Kansas / USA aber auch 2017 in Oberhausen. Arthur Mendrella, BASF Ludwigshafen, betonte wie wichtig Kommunikation und abgestimmte Vorgehensweisen bei Turnarounds sind – unabhängig davon, ob es sich um große Abstellungen mit einem Aufwand von mehreren Millionen handelt oder um eine kleine Revision, die im laufenden Betrieb erfolgen muss.

Um all diese Herausforderungen des betrieblichen Alltags zu bewältigen, sind Young Professionals heute mehr denn je auf einen Austausch sowohl mit Gleichaltrigen als auch mit erfahrenen Kollegen angewiesen. Die Jahrestreffen der Young Professionals in der chemischen Industrie bieten mit ihrer Kombination von aktuellen Fachthemen, Soft Skills, Networking und geführtem Messebesuch die ideale Möglichkeit des Austausches. Die Berufseinsteiger, die sich bei der Organisation aktiv beteiligen, können sich darüber hinaus auch in Moderation und Organisation üben. Den Tagungsleitern Dr.-Ing. Michael Imle, BASF, M.Sc Björn Heidrich, Clariant, und B.Sc. Florian Müller, Emil Kiessling sowie den Tour-Guides Dr.-Ing. Christoph Schwienheer und Dipl.-Ing Willy Wenzel, ist dies 2018 in eindrucksvoller Weise gelungen.

Bild: VDI/Woppowaimg_2199

So geht’s weiter

Die Jahrestreffen der Young Professionals in der chemischen Industrie werden organisiert durch die Young Professionals der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC) und unterstützt durch Easyfairs. Berufseinsteiger, die sich im Programmausschuss und bei der Organisation der zukünftigen Jahrestreffen engagieren wollen, senden bitte eine E-Mail an YP-GVC@vdi.de. Das 4. Jahrestreffen findet am Mittwoch, 20. Februar 2019 im Rahmen der Messen Maintenance und Pumps& Valves in Dortmund statt; das Organisationstreffen am 1.9.2018 in Frankfurt a.M. Alle Informationen auf www.vdi.de/gvc/yp
Das erfolgreiche VDI-Konzept ist inzwischen zum Vorbild für eine andere innovative Branche geworden. Am 18.04.2018 findet das 1. Jahrestreffen der Young Professionals in der Medizintechnik in Kooperation mit der Messe MedTec in Stuttgart statt. Weitere Informationen auf www.vdi.de/medizintechnik.

Dr. Ljuba Woppowa_TW2Autorin: Dr. Ljuba Woppowa
Position im VDI: Geschäftsführerin VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences und VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen

 

 

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