Ein Hoch auf die Frauen – Heute ist unser Tag!

Heute ist Weltfrauentag! Ein willkommener Anlass, einmal auf eine Frau zu hören, in einer immer noch sehr stark männergeprägten Umgebung wie der Technik und Wissenschaft. Rosie Fortunello studierte an der RWTH Aachen Wirtschaftsingenieurwesen und ist nun Unternehmensberaterin in der Automobilbranche. Sie fragt sich: Wo sind eigentlich all die Frauen in Ingenieruberufen und warum werden Sie so selten wahrgenommen?

Ein Hoch auf die Frauen – Heute ist unser Tag!

Wusstet ihr, dass Bertha Benz die erste Autofahrerin war und ihr Ehemann Carl ohne die Unterstützung seiner Frau möglicherweise nie das Auto erfunden hätte? Lustigerweise verschlief Carl das Ereignis, als Bertha mit ihren Kindern die allererste Langstreckenfahrt startete.

Und wusstet ihr, dass allein Otto Hahn für die Beschreibung der Kernspaltung den Nobelpreis bekam, obwohl er gemeinsam mit der Physikerin Lise Meitner daran arbeitete sowie, dass Marie Curie den Nobelpreis erst erhielt nachdem ihr Mann Pierre darauf bestand, dass sie nicht bloß seine Assistentin sei?

Bild: Rosie Fortunello

Heute ist Weltfrauentag. Ein Tag, der allein uns Frauen gebührt. Da stellt sich mir die erste Frage: Wo sind eigentlich die ganzen Frauen, die heute gefeiert werden? Zugegeben: Auf den ersten Blick ist da nicht viel, aber wenn man zwei Mal hinschaut stellt man fest, dass da doch was ist. Und dann teilweise mit so einer Stärke, dass ich denke: Wow! Es gibt sie doch, die Frauen, die etwas erreicht haben. Wir müssen sie nur sichtbar machen. Manche Frauen hatten in der Geschichte das Glück, zum Beispiel von ihren Partnern hierbei unterstützt zu werden, manch andere haben sich ohne Unterstützung einen Namen gemacht oder sind noch immer irgendwo verborgen. Ich möchte mehr dieser Wow-Effekte  genießen und Frauen sehen, die mich inspirieren. Wenn ich den Fernseher anschalte, sehe ich vor allem Männer in Serien, die erfolgreich sind; sei es beispielsweise als Anwalt oder Ingenieur.

Es war einmal…

Es fängt ja schon als Kind mit den Kindermärchen an, die einem erzählt werden: Prinzessin verliebt sich in Prinzen. Prinz kämpft um Prinzessin und erobert sie. Prinzessin und Prinz heiraten und leben glücklich bis an ihr Lebensende. Wie wäre es denn mal mit: Prinzessin trifft auf weitere Prinzessin und beide beschließen mit dem Pferd davonzureiten, weil ihnen das Prinzessinendasein zu langweilig geworden ist. Ich will mehr Pippi Langstrumpf, aber die ist mittlerweile schon Oma. Das neue Crowdfundingprojekt Rebel Girls aus Kalifornien befasst sich genau mit diesem Thema. Aus diesem Projekt ist ein Buch entstanden, das 100 Geschichten von 100 beeindruckenden Frauen erzählt. Das ist doch ein toller Anfang, wir brauchen mehr davon! Ich selber habe jetzt ein Buch über mein Ingenieursstudium in Aachen publiziert, in dem ich auf humorvolle Weise meine Erfahrungen teilen will. Lasst uns doch zur Abwechslung mal nicht darüber reden, dass wir zu wenig Frauen in der Technik haben, sondern uns über die Frauen, die da sind, freuen.

Bild: Shutterstock_526495249shutterstock_526495249

 

Meine Top 5 der großen Ladies

1. Wem ist es nicht schon passiert: Man will schnell per Handy eine Nachricht abschicken und vertut sich im Empfänger oder in der Nachricht. Autsch, da waren die Finger wohl schneller als die eigenen Gedanken. Wie gut, dass Maci Peterson, Gründerin von ‘On Second Thought‘, mit der Idee kam bereits abgesendete Nachrichten zurückzuholen, bevor sie den Empfänger erreichen. Gerade nochmal gut gegangen. Danke Maci hierfür!

2. Lea Coligado, gerade einmal 23 Jahre alt, ist Softwareentwicklerin für Google und Gründerin der Organisation Women of Silicon Valley, mit der sie Frauen in der Technologie-Branche unterstützt. Hut ab!

3. Als „Head of Mechanics“ ist Isa Wiesbaum, eine Ingenieurin von der Technischen Universität Braunschweig, für 160 Continental-Mitarbeiter auf der ganzen Welt zuständig. Mit viel Humor betrachtet sie ihr männerdominiertes Umfeld: „Irgendwie steckt in jedem Mann auch ein Gentleman.“

4. Nachfolger von Karl Lagerfeld oder Wolfgang Joop? Nicht ganz: Luisa Sauerwald hat sich an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach auf den technischen Bereich in der Textil- und Bekleidungstechnik spezialisiert. Gewebe und Fasern sind genau ihr Ding!

5. Ein stetiges auf und ab erlebt Melanie Blum in ihrem Berufsalltag. Als Ingenieurin für fliegende Bauten beim TÜV Rheinland prüft sie die Sicherheit von Bauwerken, die immer wieder auf- und abgebaut werden können. Hierzu gehören unter anderem Achterbahnen und Karussells, die natürlich auch von Melanie getestet werden. Ohne Melanie säßen wir also nicht ganz so entspannt im Fahrgeschäft!

Ein Hoch auf diese bezaubernden 5 Ladies und alle weiteren da draußen. Ihr seid großartig!

Im hier und heute…

Sucht ihr nun Kontakt zu starken Frauen in technischen berufen, werdet ihr beim VDI-Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf“ fündig. Dieses Netzwerk bietet Ingenieurinnen eine geeignete Plattform zum gegenseitigen Austausch und unterstützt euch auf eurem Weg.

Denn eins gilt unter Ingenieurinnen ganz besonders: Frauen müssen zusammenhalten!

 

Bild: Rosie FortunelloAutorin: Rosie Fortunello
Beruf: Unternehmensberaterin und Schriftstellerin

 

 

 

 

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