Karriereberater des Monats

„Das Vorstellungsgespräch sollte vom Bewerber ehrlich und authentisch geführt werden“

In der VDI-Karriereberatung checken rund 80 Berater gemeinsam mit Ingenieuren ihre Bewerbungen, Zeugnisse oder geben Tipps. Heute stellen wir Bodo Ikinger vor. Er ist seit vielen Jahren Karriereberater beim VDI und arbeitet seit über 20 Jahren bei der Siemens AG. Hier leitetet er seit 2016 die Engineering-Abteilung in der Energieübertragung. Im Interview schildert er seine Leidenschaft für Beratung und gibt Tipps für Ingenieure, die über einen Berufswechsel nachdenken.

Beschreiben Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang!

Seit 01. April 1996 arbeite ich in der Siemens AG Erlangen / Nürnberg in den folgenden Funktionsbereichen:

  • Als Diplomingenieur (FH) der Elektrotechnik begann ich als Projektierungs- und Inbetriebssetzungsingenieur im Bereich der Energieübertragung.
  • Im Oktober 2001 wechselte ich nach einem parallelen Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre firmenintern in den Bereich Marketing und Vertrieb als Business Developer von Industriemotoren und –umrichter.
  • 18 Monate später wurde mir die Aufgabe als Projektleiter im Bereich Bahnmotoren und –umrichter angeboten, die ich bis Ende Februar 2008 ausführte.
  • Anschließend wechselte ich als Teamleiter zurück in den Bereich Engineering in der Energieübertragung, und leitete disziplinarisch ein Team von etwa zwanzig Mitarbeitern.
  • Seit November 2016 leite ich die Engineering-Abteilung in der Energieübertragung und –verteilung im Customer Service mit zwei Teams und etwa fünfundzwanzig Mitarbeitern.

Wo arbeiten Sie aktuell und in welcher Funktion?

Neben meiner Tätigkeit als Abteilungsleiter in der Siemens AG habe ich vor etwa zehn Jahren eine mehrjährige Weiterbildung zum Personal und Business Coach absolviert und bin seit 2014 nebenberuflich Business & Personality Coach.

Warum engagieren Sie sich als Karriereberater im VDI?

Während meiner langjährigen Tätigkeit als Team- und Abteilungsleiter habe ich aufgrund des stark steigenden Geschäftes zahlreiche neue Mitarbeiter eingestellt. Dabei stellte ich fest, dass trotz umfangreichen Informationsangebotes im Internet und Literatur die Bewerbungsunterlagen von Absolventen überwiegend schlecht erstellt wurden und sie in Vorstellungsgesprächen schlecht vorbereitet sind.

Daher habe ich vor allem im VDI Möglichkeiten gesucht, Absolventen und Bewerber zu unterstützen, Ihren Berufseinstieg deutlich zu verbesseren.

Neben der telefonischen Karriereberatung biete ich den lokalen Gruppen der SuJ (Studenten und Jungingenieure im VDI) Vorträge und Workshops zur Vorbereitung des Berufseinstieges, zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen und zur Durchführung der Vorstellungsgespräche an.

Welche Art von Beratung führen Sie durch?

Besonders als Business & Personality Coach berate ich rund um die Berufswegplanung und Karriereentwicklung, im Besonderen dass die Klienten ihre Berufung finden, also einfach sich für eine Tätigkeit, eine Arbeit entscheiden, die sie mit Freude und Motivation ausüben.

Viele Arbeitnehmer sind durch besondere Umstände, auch durch ihre Eltern oder Lehrer, durch Glaubenssätze oder Denkmuster, in eine Berufsrichtung geraten, die ihnen keine Freude bereiten, sie unzureichend Erfüllung und Erfolge finden, damit entweder aus der Balance geraten (berufliche Probleme bis hin zu Burnout) oder unmotiviert und belastet täglich zur Arbeit gehen.

Gibt es bestimmte Fragen, die Ihnen oft bei der Karriereberatung gestellt werden?

Neben den klassischen Fragen zur Optimierung der Bewerbungsunterlagen und zu Inhalten von Vorstellungsgesprächen geht es öfters um die Planung des Karriereweges. Oft kommt die Frage zur Weiterführung des „roten Fadens“ im Lebenslauf versus einem Wechsel in die „Wunschbranche / -tätigkeit“.

Oft stelle ich auch fest, dass die Fragesteller oder Bewerber, vor allem Absolventen, keine klare Vorstellung haben, welcher Tätigkeit sie zukünftig nachgehen möchten. Sie kennen ihre Stärken, Fähigkeiten, Neigungen, Talente oder auch Schwächen nicht richtig, noch bauen sie sich rechtzeitig ein Netzwerk zu potentiellen Arbeitgebern auf oder erarbeiten sich die notwendigen Voraussetzungen (z.B. Auslandserfahrung, spezielle Fachkenntnisse) während des Studiums in bezug auf ihren Berufseinstieg.

Verraten Sie uns einen Karrieretipp, den Sie regelmäßig Ihren Kandidaten/Bewerbern mit auf den Weg geben?

Ich empfehle meinen Klienten grundsätzlich, ihren Neigungen und Herzenswünschen zu folgen. Nur wenn wir eine Aufgabe gerne machen, werden wir sie gut und erfolgreich machen.

Dabei gehe ich auch gerne hinderlichen Glaubenssätzen und Denkmustern nach, die uns oft in der Erziehung auferlegt werden, wie „lerne was gescheit’s“, „das ist brotlos“, „ohne Fleiß kein Preis“, die uns entweder ausbremsen, belasten, einschränken oder blockieren.

Ebenso empfehle ich jedem, sich intensiv um sein Netzwerk zu kümmern. Viele berufliche Entwicklungen, Beförderungen und Veränderungen laufen einfach über die sozialen Kontakte und Empfehlungen.

Und ich gebe jedem mit auf den Weg: „Jedes Ziel ist erreichbar, wenn man Spaß an dem hat, was man tut.“

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Autorin: Julia Rosek
Position im VDI: Ansprechpartnerin für die Karriereberatung

 

 

 

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